Badewanne zur Dusche umbauen: Kosten, Ablauf und Förderung (2026)

Von Rainer Brettner, Beratung & Redaktion·Stand: September 2026·ca. 18 Min. Lesezeit

Illustration zu: Badewanne zur Dusche umbauen: Kosten, Ablauf und Förderung (2026)
Sicher und bequem duschen – ohne hohen Wannenrand.

Der Umbau von der Badewanne zur Dusche ist eine der häufigsten Maßnahmen, wenn das Badezimmer altersgerecht oder barrierefrei werden soll. Der Grund ist einfach: Über einen Wannenrand zu steigen wird mit zunehmendem Alter oder nach einer Erkrankung zum Sturzrisiko. Eine Dusche mit flachem oder bodengleichem Einstieg lässt sich deutlich sicherer nutzen – oft auch im Sitzen. Dieser Ratgeber erklärt, was der Umbau kostet, welche Ausführungen es gibt, welche Zuschüsse Sie beantragen können und worauf Sie bei der Planung achten sollten. Eine ausführliche Kostentabelle finden Sie zusätzlich unter Badumbau-Kosten im Überblick. Wer den Umbau mit Fachfirmen vergleichen möchte, findet dazu einen eigenen Leitfaden unter Sanitärfirmen für den Badumbau vergleichen: Kriterien, Preise, Bewertungen (2026).

Direkt anfragen: Wanne zur Dusche zum Festpreis – unverbindlich und kostenlos.

Wann lohnt sich der Umbau von der Badewanne zur Dusche?

Ein Umbau lohnt sich nicht erst, wenn ein Pflegegrad vorliegt. Typische Auslöser sind:

  • Sicherheit: Der Einstieg in die Badewanne erfordert das Anheben der Beine über den Wannenrand. Bei eingeschränkter Beweglichkeit, Gleichgewichtsstörungen oder nach einer Operation ist das ein erhebliches Sturzrisiko.
  • Pflege zu Hause: Angehörige oder Pflegedienste können in einer offenen Dusche deutlich rückenschonender helfen als in der Badewanne.
  • Komfort und Alltag: Eine begehbare Dusche ist auch für Menschen ohne Einschränkungen bequemer, etwa für Familien mit kleinen Kindern.
  • Vorbeugung: Wer heute umbaut, vermeidet eine spätere Notlösung, wenn eine akute Einschränkung eintritt.

Viele Haushalte warten mit dem Umbau, bis etwas passiert ist – ein Sturz, eine Operation, eine Pflegebedürftigkeit. Genau dann ist der Zeitdruck am größten und die Auswahl an Fachfirmen am kleinsten. Wer frühzeitig plant, hat mehr Auswahl, mehr Zeit für die Förderung und in der Regel auch die besseren Angebote.

Woran erkennen Sie, dass der Zeitpunkt gekommen ist? Häufige Warnsignale im Alltag sind: Sie halten sich beim Ein- und Aussteigen an der Wand oder am Waschbecken fest, Sie brauchen eine rutschfeste Auflage oder einen Wanneneinstiegshocker, oder Angehörige meiden es, Ihnen beim Baden zu helfen, weil es ihnen körperlich zu anstrengend wird. Auch nach einem Krankenhausaufenthalt stellt sich die Frage oft neu: Was vor der Operation noch möglich war, ist danach nicht mehr selbstverständlich. In diesen Situationen ist der Umbau keine Modernisierung aus Komfortgründen, sondern eine Maßnahme, die den Verbleib in der eigenen Wohnung sichert. Erste Orientierung, wie ein barrierefreies Bad nach Norm aussehen sollte, gibt die DIN 18040-2 – mehr dazu im Abschnitt zu den Varianten.

Typische Ausgangslage: Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Ehepaar Mitte 70 bewohnt ein Reihenhaus aus den 1970er-Jahren. Das Badezimmer hat eine freistehende Badewanne und ein Waschbecken, aber keine Dusche. Nach einer Hüftoperation der Ehefrau wird deutlich: Der Einstieg in die Wanne ist nicht mehr gefahrlos möglich, und der Pflegedienst, der zweimal täglich kommt, kann in der Badewanne kaum helfen.

Das Paar entscheidet sich für den Umbau der Wanne zu einer Dusche mit flacher Duschtasse. Drei Fachfirmen erstellen Angebote zwischen 4.100 € und 5.900 € – der Unterschied liegt vor allem im Leistungsumfang: Demontage, Entsorgung, Abdichtung und neue Armaturen sind nicht überall enthalten. Für die Ehefrau wird ein Pflegegrad beantragt; nach Begutachtung durch den Medizinischen Dienst wird Pflegegrad 2 festgestellt. Der Zuschussantrag nach § 40 Abs. 4 SGB XI geht vor Baubeginn bei der Pflegekasse ein. Die Zusage kommt nach drei Wochen, der Umbau dauert zwei Tage. Übrig bleibt ein Eigenanteil von unter 1.000 €.

So oder ähnlich läuft der typische Fall ab. Die Details – Pflegegrad, Kosten, Dauer – variieren, der Ablauf ist immer derselbe. Wichtig in diesem Beispiel: Der Antrag wurde gestellt, bevor die Arbeiten begannen. Wäre das Paar umgekehrt vorgegangen, hätte die Pflegekasse den Zuschuss abgelehnt – unabhängig vom Pflegegrad. Wer sich fragt, ob der Aufwand mit Pflegegrad auch bei Pflegegrad 4 oder 5 anders aussieht, findet dazu die Beiträge Badumbau mit Pflegegrad 4: Kosten, Zuschüsse und Antrag (2026) und Badumbau mit Pflegegrad 5: Kosten, Zuschüsse und Antrag (2026).

Die Hauptvarianten im Überblick

Bei „Wanne raus, Dusche rein" wird die alte Badewanne entfernt und an derselben Stelle eine Dusche eingebaut. Je nach baulicher Situation gibt es zwei Grundvarianten:

  1. Dusche mit Duschtasse (Systemlösung): Eine flache Duschtasse wird auf den vorhandenen Boden gesetzt, dazu kommen Wandpaneele und eine Glasabtrennung. Der Einstieg ist niedrig, aber nicht vollständig bodengleich. Diese Lösung ist schnell umgesetzt, oft an einem Tag, und kommt ohne größere Eingriffe in den Bodenaufbau aus.
  2. Bodengleiche Dusche: Die Duschfläche wird in den Boden eingelassen oder der Boden im Duschbereich abgesenkt. Der Einstieg ist schwellenlos. Das erfordert mehr Aufwand, weil Fußbodenaufbau und Entwässerung angepasst werden müssen – meist verbunden mit Fliesenarbeiten im gesamten Bad.

Welche Variante möglich ist, hängt von der Beschaffenheit des Bodens, der Raumgröße und dem Budget ab. Eine Fachfirma klärt das bei einem Vor-Ort-Termin. Die bodengleiche Dusche gilt als der Standard, an dem sich Förderprogramme und Normen wie die DIN 18040-2 orientieren – mehr dazu unter Barrierefreies Bad nach DIN 18040.

Wann welche Variante: Entscheidungstabelle

Die folgende Tabelle hilft, die passende Variante einzugrenzen. Sie ersetzt keine Fachberatung, deckt aber die wichtigsten Kriterien ab.

Kriterium Systemlösung mit Duschtasse Bodengleiche Dusche
Kostenrahmen (Richtwert 2026)ca. 3.000–5.000 €ca. 5.000–8.000 €
Bauzeitmeist 1 Tagmehrere Tage bis 1–2 Wochen
Eingriff in Bodenaufbaukeiner (Tasse wird aufgesetzt)Absenkung oder Aufstockung nötig
Geeignet bei niedrigem Estrich / Holzbalkendeckegut geeignetaufwendig, oft nur mit Aufstockung
Rollstuhl- oder Gehhilfennutzungbedingt (kleine Stufe bleibt)gut geeignet
Pflege im SitzenDuschsitz oder Klapphocker möglichDuschsitz, Hocker oder Duschliege möglich
Anforderungen DIN 18040-2nur eingeschränkt erfüllbarerfüllbar
Mietwohnung / Denkmalschutzgeringerer Eingriff, leichter rückbaubargrößerer Eingriff, Zustimmung nötig

Die Kurzfassung als Entscheidungsweg: Sitzt die Person dauerhaft im Rollstuhl oder nutzt sie einen Rollator und soll die Dusche ohne jede Stufe erreichbar sein, führt an der bodengleichen Lösung kaum ein Weg vorbei. Soll dagegen schnell, kostengünstig und ohne Bodenarbeiten umgebaut werden – etwa in einer Mietwohnung oder als Zwischenlösung –, ist die Systemlösung die pragmatische Wahl. Wer ohnehin eine komplette Badsanierung plant, sollte die bodengleiche Dusche in diesen Umbau einplanen, denn dann entstehen die Bodenarbeiten nicht zusätzlich, sondern sind Teil des ohnehin anstehenden Aufwands. Details zur Anbieterauswahl finden Sie unter Sanitärfirmen für den Badumbau vergleichen: Kriterien, Preise, Bewertungen (2026).

Was Sie vor dem Umbau klären sollten

Vor der Auftragsvergabe lohnt ein Blick auf die baulichen Details. Folgende Punkte entscheiden darüber, ob die einfache Systemlösung reicht oder aufwendiger gebaut werden muss:

  • Bodenaufbau: Wie hoch ist der Estrich? Für eine bodengleiche Dusche muss der Boden im Duschbereich abgesenkt oder aufgestockt werden. In Altbauten mit Holzbalkendecken ist das aufwendiger als in Bauten mit dicker Estrichschicht.
  • Entwässerung: Wo liegt der Abfluss? Der Duschablauf braucht ein Gefälle von 1–2 Prozent. Liegt der Anschluss weit entfernt, steigt der Aufwand.
  • Abdichtung: Der Duschbereich muss wasserdicht abgedichtet werden (Verbundabdichtung). Diese Arbeit ist im Angebotspreis nicht immer enthalten.
  • Wände: Sind die Wände eben? Wandpaneele gleichen Unebenheiten aus; Fliesenarbeiten an alten, unebenen Wänden können teurer werden.
  • Zugang: Kommt das Material ins Haus? Treppenhäuser ohne Aufzug, schmale Türen oder lange Wege können die Montage verteuern.

Nehmen Sie sich für diese Punkte einen Vor-Ort-Termin – ein seriöses Angebot entsteht am Objekt, nicht am Telefon.

Darüber hinaus sollten Sie vor dem Termin festlegen, welche Ausstattung das neue Duschen wirklich braucht. Ein Duschsitz oder ein wandmontierter Klappsitz kostet wenig und macht die Dusche auch nutzbar, wenn Stehen auf Dauer nicht mehr möglich ist. Haltegriffe im Duschbereich und am Einstieg sind bei der Pflegekasse übrigens ebenfalls förderfähige Maßnahmen – sie lassen sich auch nachrüsten, wenn der Bedarf später entsteht. Wenn Sie die Dusche nach den Maßen der DIN 18040-2 planen (Duschfläche mindestens 120 × 120 cm, Bewegungsfläche vor der Dusche, griffige Bodenbeläge), erhöht das die Chance, dass die Pflegekasse die Maßnahme anerkennt. Tipps zur Nutzung in kleinen Räumen bietet Dusche für kleine Bäder: Platzspar-Lösungen, Maße und Kosten (2026).

Kosten im Detail: Die Positionen verstehen

Die Gesamtkosten setzen sich aus mehreren Positionen zusammen. Die folgende Aufstellung ist eine Orientierung und ersetzt kein Angebot – die tatsächlichen Preise hängen von Region, Bausubstanz und Ausstattung ab.

Kostenposition Richtwert (2026)
Demontage und Entsorgung der alten Badewanneca. 300–600 €
Sanitärinstallation (Anschlüsse, Ablauf, Armaturen)ca. 500–1.200 €
Abdichtung des Duschbereichsca. 300–800 €
Duschtasse bzw. Duschbodenca. 400–1.000 €
Wandpaneele oder Fliesenarbeitenca. 600–2.000 €
Duschabtrennung aus Glasca. 400–1.200 €
Duscharmatur und Brauseca. 150–600 €
Montage und Arbeitszeitca. 800–1.500 €

Die Einzelpositionen oben sind ausdrücklich Richtwerte ohne Quellenbindung – sie sollen helfen, Angebote zu vergleichen. Für die Gesamtkosten gelten folgende Spannen (Stand 2026):

Ausführung Kostenrahmen
Systemlösung mit Duschtasse und Wandpaneelenca. 3.000–5.000 €
Bodengleiche, geflieste Duscheca. 5.000–8.000 €
Übliche Pauschale im Standardfallca. 4.000–6.000 €

Quellen: altersgerecht-modernisieren.de (Kostenübersicht 2026), pflege.de (Wanne zur Dusche), Anbieterangaben wie profidusch.de (3.000–6.500 €) und duschmax.de (ab 3.650 € für die Systemlösung).

Achten Sie bei Angeboten darauf, was im Preis enthalten ist – idealerweise inklusive Demontage, Entsorgung, Abdichtung, Anschlüssen und Montage. Fehlen einzelne Positionen, kommen später Nachträge dazu.

Drei Fallrechnungen als Richtwerte

Die folgenden Rechenbeispiele zeigen, wie sich Angebot, Zuschuss und Eigenanteil in typischen Konstellationen zusammensetzen. Alle Zahlen sind Richtwerte – sie ersetzen kein Angebot und keine Zusage der Pflegekasse.

Fall 1 – Systemlösung mit Pflegegrad 2: Festpreis 4.500 € (Richtwert, inklusive Demontage, Entsorgung, Abdichtung und Montage). Zuschuss der Pflegekasse nach § 40 Abs. 4 SGB XI: 4.180 €. Eigenanteil: ca. 320 €. Bei einem günstigeren Angebot von 4.000 € liegt der Eigenanteil bei unter 200 €.

Fall 2 – Bodengleiche Dusche mit Pflegegrad 3: Kosten 7.200 € (Richtwert, inklusive Fliesenarbeiten). Zuschuss der Pflegekasse: 4.180 €. Eigenanteil: ca. 3.020 €. Den Eigenanteil kann der KfW-Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen" (bis 50.000 € je Wohneinheit, zinsgünstig, über die Hausbank) finanzieren. Quelle: kfw.de, Produktseite Kredit 159.

Fall 3 – Umbau ohne Pflegegrad, mit steuerlicher Entlastung: Eine bodengleiche Dusche kostet 6.500 € (Richtwert). Ohne Pflegegrad gibt es keinen Zuschuss der Pflegekasse. Handwerkerleistungen im Haushalt können nach § 35a EStG mit 20 Prozent der Lohnkosten – maximal 1.200 € pro Jahr – steuerlich geltend gemacht werden, wenn die Rechnung per Überweisung bezahlt wurde und die Lohnkosten gesondert ausgewiesen sind. Quelle: § 35a EStG (gesetze-im-internet.de). Lassen Sie die Absetzbarkeit im Einzelfall von einem Steuerberater prüfen.

Förderung: Bis zu 4.180 € von der Pflegekasse

Die wichtigste Förderung für den Badumbau kommt von der Pflegekasse. Nach § 40 Abs. 4 SGB XI bezuschusst sie wohnumfeldverbessernde Maßnahmen mit bis zu 4.180 € je Maßnahme. Dazu zählt ausdrücklich auch der Umbau einer Badewanne in eine Dusche.

Voraussetzungen:

  • Es liegt ein anerkannter Pflegegrad 1 bis 5 vor.
  • Der Umbau erleichtert die häusliche Pflege oder ermöglicht eine möglichst selbstständige Lebensführung.
  • Der Antrag wird VOR Baubeginn gestellt – das ist der häufigste Fehler und führt zur Ablehnung.

Leben mehrere Pflegebedürftige in einem Haushalt, kann der Zuschuss auf bis zu 16.720 € je Maßnahme steigen (4.180 € je Person, höchstens vier Anspruchsberechtigte). Quelle: § 40 Abs. 4 SGB XI, gesetze-im-internet.de.

Zusätzlich gab es bis Mitte 2026 den KfW-Zuschuss 455-B (Barrierereduzierung). Wichtig: Die KfW hat den Antragsstopp für dieses Programm am 31.07.2026 bekannt gegeben, weil die Fördermittel ausgeschöpft sind. Eine Wiederaufnahme ist frühestens 2027 möglich – prüfen Sie den Status des Programms vor jeder Planung direkt bei der KfW. Als Alternative bietet die KfW den zinsgünstigen Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen" (bis 50.000 € je Wohneinheit). Quelle: kfw.de, News-Meldung vom 31.07.2026. Beide Wege erklärt unser Beitrag mehr dazu.

Zur Kombination der Fördermittel gilt: Pflegekassen-Zuschuss und KfW-Kredit lassen sich grundsätzlich nebeneinander nutzen, weil der Kredit nur eine Finanzierung und kein Zuschuss ist. Bei zwei Zuschüssen – etwa Pflegekasse und kommunalem Zuschuss – gelten Kumulierungsregeln; die Details dazu stehen unter Badumbau-Förderung kombinieren: Zuschüsse und Kredite stapeln (2026). Für Mieter ist außerdem wichtig: Der Zuschuss ist an die pflegebedürftige Person gebunden, nicht an das Eigentum – die Zustimmung des Vermieters brauchen Sie für bauliche Veränderungen trotzdem (§ 554 BGB). Mehr dazu unter Badumbau in der Mietwohnung: Vermieter-Zustimmung, Musterbrief und Fristen (2026).

Förderung Schritt für Schritt: So läuft der Antrag

Der Weg zum Zuschuss der Pflegekasse ist klar strukturiert. Gehen Sie ihn in dieser Reihenfolge:

  1. Pflegegrad prüfen: Liegt bereits ein anerkannter Pflegegrad vor? Wenn nicht, stellen Sie zuerst einen Antrag auf Pflegegrad bei Ihrer Pflegekasse (formlos möglich). Die Begutachtung übernimmt der Medizinische Dienst. Ohne Pflegegrad gibt es keinen Zuschuss nach § 40 SGB XI.
  2. Angebote einholen: Lassen Sie sich zwei bis drei Festpreisangebote mit detaillierter Leistungsbeschreibung geben. Das Angebot reichen Sie später beim Antrag mit ein.
  3. Antrag bei der Pflegekasse stellen: Ein formloses Schreiben mit dem Angebot genügt meist. Beschreiben Sie die Maßnahme („Umbau Badewanne in bodengleiche Dusche") und den Zweck (Erleichterung der häuslichen Pflege). Der Antrag muss vor Baubeginn eingegangen sein.
  4. Zusage abwarten: Die Pflegekasse bestätigt die Förderfähigkeit in der Regel schriftlich – warten Sie diese Bestätigung ab, bevor die Arbeiten beginnen. Die Bearbeitung dauert meist einige Wochen.
  5. Umbau durchführen: Bei Systemlösungen oft an einem Tag, bei bodengleichen Duschen mit Fliesenarbeiten mehrere Tage.
  6. Rechnungen einreichen: Nach Abschluss der Maßnahme reichen Sie die Rechnungen ein. Die Pflegekasse überweist den Zuschuss nachträglich auf Ihr Konto.

Wer zusätzlich den KfW-Kredit 159 prüfen möchte, stellt den Antrag über seine Hausbank – der Ablauf ist dort anders als bei der Pflegekasse und in unserem KfW-Beitrag beschrieben.

Ein Hinweis zur Vorbereitung: Sie müssen für den Antrag keine teure Beratung einkaufen. Die Pflegeberatung Ihrer Pflegekasse (nach § 7a SGB XI) ist kostenlos und kann Ihnen vor dem Antrag bestätigen, ob die geplante Maßnahme voraussichtlich anerkannt wird. Auch die Begutachtung für den Pflegegrad selbst ist kostenlos – der Medizinische Dienst kommt nach der Antragstellung von sich aus zu einem Termin. Wer unsicher ist, wie der Pflegegrad-Antrag abläuft, findet eine Schritt-für-Schritt-Anleitung unter Badumbau-Erstberatung: Was sie kostet, was besprochen wird und wer sie anbietet (2026).

Häufige Fehler beim Umbau Wanne zu Dusche

  1. Antrag nach Baubeginn: Wer zuerst umbaut und dann den Zuschuss beantragt, geht leer aus. Die Reihenfolge ist nicht verhandelbar.
  2. Ohne Pflegegrad gebaut: Der Zuschuss der Pflegekasse setzt einen anerkannten Pflegegrad voraus. Wer unsicher ist, ob ein Anspruch besteht, sollte den Pflegegrad-Antrag frühzeitig stellen – er kann bei Ablehnung angefochten werden.
  3. Nur Endpreise verglichen: Zwei Angebote mit demselben Preis können ganz unterschiedliche Leistungen enthalten. Vergleichen Sie Position für Position, nicht nur den Endpreis.
  4. KfW 455-B als sichere Finanzierung eingeplant: Das Programm ist seit dem 31.07.2026 gestoppt. Planen Sie keine Mittel ein, deren Status Sie nicht aktuell geprüft haben.
  5. Rechnungen nicht aufbewahrt: Für die Auszahlung braucht die Pflegekasse die Belege. Bewahren Sie alle Rechnungen und Zahlungsnachweise auf.
  6. Abdichtung gespart: Eine unzureichend abgedichtete Dusche führt später zu Feuchtigkeitsschäden, die teurer sind als jede Ersparnis bei der Montage. Fragen Sie gezielt nach der Verbundabdichtung und dem Dichtigkeitsnachweis.
  7. Ohne schriftliche Zusage gebaut: Auch mit gestelltem Antrag sollten Sie die Arbeiten erst beginnen lassen, wenn die Pflegekasse die Förderfähigkeit schriftlich bestätigt hat. Eine mündliche Auskunft genügt nicht.
  8. Denkmal- oder Eigentumsfragen ignoriert: In Mietwohnungen fehlt ohne Vermieterzustimmung die rechtliche Grundlage; in manchen Fällen ist auch die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft nötig. Klären Sie das vor der Auftragsvergabe.

Ablauf in Kürze

  1. Beratung und Angebot einer Fachfirma einholen (idealerweise Festpreis).
  2. Förderantrag bei der Pflegekasse stellen – vor Baubeginn! Dafür genügt meist ein formloses Schreiben; die Pflegekasse nennt die benötigten Unterlagen.
  3. Zusage abwarten, bevor der Umbau beginnt.
  4. Umbau durchführen (bei Systemlösungen oft an einem Tag).
  5. Rechnungen einreichen, damit der Zuschuss ausgezahlt wird.

Anbieter im Vergleich: Welche Firmen bieten den Umbau an?

Nicht jeder Anbieter deckt alle Gewerke ab. Die folgende Übersicht ordnet die typischen Anbieterklassen ein. Die Preisangaben sind Richtwerte für den kompletten Wannenumbau (Systemlösung) inklusive Montage.

Anbieterklasse Leistungsumfang Preisniveau (Richtwert) Geeignet für
Sanitär-Fachbetrieb vor OrtDemontage, Sanitäranschlüsse, Montage; Fliesen über Partnerbetriebmittel (ca. 3.500–5.500 €)Standardfälle, regionale Nähe
Komplettanbieter für Badumbau (Systemanbieter)Beratung, Planung, Montage aus einer Hand, oft Festpreisgarantiemittel bis hoch (ca. 4.000–6.500 €)wenig Zeit, Wunsch nach Festpreis
Meisterbetrieb mit eigenen FliesenarbeitenAlle Gewerke inklusive Fliesen und Abdichtunghoch (ca. 5.000–8.000 €)bodengleiche Duschen, hohe Qualitätsansprüche
Baumarkt-MontageserviceNur Montage der im Markt gekauften Teilegünstigeinfache Systemlösungen mit Normmaßen
Online-Systemlösung mit MontagepartnerProduktpaket plus Montage durch Partnerfirmagünstig bis mittel (ab ca. 3.000 €)standardisierte Maße, niedriges Budget

Worauf Sie bei jedem Anbieter achten sollten: Referenzen aus dem letzten Jahr, ein schriftliches Festpreisangebot nach Vor-Ort-Termin, Gewährleistung (in der Regel 5 Jahre bei Bauleistungen nach BGB) und die Frage, ob Abdichtung und Entsorgung im Preis enthalten sind. Ein ausführlicher Vergleichsleitfaden findet sich unter Sanitärfirmen für den Badumbau vergleichen: Kriterien, Preise, Bewertungen (2026).

So läuft der Umbautag ab

Damit Sie wissen, was auf Sie zukommt, hier der typische Ablauf – zuerst für die Systemlösung, danach die zusätzlichen Schritte bei der bodengleichen Dusche.

Systemlösung (meist ein Tag):

  1. Wasser- und Stromversorgung im Bad werden abgesperrt.
  2. Die alte Badewanne wird demontiert und abtransportiert (Entsorgung ist im Festpreis enthalten oder wird gesondert berechnet).
  3. Der Ablaufanschluss wird geprüft, gereinigt und für die Duschtasse vorbereitet.
  4. Die Duschtasse wird eingesetzt, ausgerichtet und mit dem Ablauf verbunden.
  5. Der Duschbereich wird mit Verbundabdichtung abgedichtet – auch die Wandbereiche dahinter.
  6. Wandpaneele oder Fliesen werden angebracht.
  7. Armatur, Brause und Duschabtrennung werden montiert.
  8. Die Dichtigkeitsprüfung erfolgt, danach können Sie duschen.

Bodengleiche Dusche (zusätzliche Schritte): Hier kommt es auf den Bodenaufbau an. Der Estrich wird im Duschbereich abgesenkt oder aufgestockt, das Gefälle zum Ablauf hergestellt. Danach folgen Abdichtung, Fliesenarbeiten und Fugen – je nach Trocknungszeiten dauert das insgesamt mehrere Tage bis zwei Wochen. Fragen Sie vorher, wie lange die Dusche nach Fertigstellung nicht genutzt werden darf (in der Regel 24 bis 48 Stunden nach dem Verfugen, je nach Material).

Checkliste für Ihren Umbau

  • [ ] Pflegegrad-Status geklärt (vorhanden oder beantragt?)
  • [ ] Zwei bis drei Festpreisangebote mit detaillierter Leistungsbeschreibung eingeholt
  • [ ] Vor-Ort-Termin wahrgenommen (Bodenaufbau, Entwässerung, Zugang)
  • [ ] Leistungsumfang verglichen: Demontage, Entsorgung, Abdichtung, Anschlüsse enthalten?
  • [ ] Zuschussantrag nach § 40 Abs. 4 SGB XI vor Baubeginn gestellt
  • [ ] Schriftliche Zusage der Pflegekasse abgewartet
  • [ ] KfW-Status geprüft (455-B gestoppt; Kredit 159 über Hausbank)
  • [ ] Bei Mietwohnung: schriftliche Zustimmung des Vermieters eingeholt
  • [ ] Ausstattung festgelegt (Duschsitz, Haltegriffe, rutschhemmender Belag)
  • [ ] Rechnungen und Zahlungsnachweise gesammelt
  • [ ] Nach Abschluss: Rechnungen bei der Pflegekasse eingereicht

Häufig gestellte Fragen

Muss ich einen Pflegegrad haben, um den Zuschuss zu bekommen?

Ja. Der Zuschuss nach § 40 Abs. 4 SGB XI setzt einen anerkannten Pflegegrad voraus. Wer keinen Pflegegrad hat, kann prüfen lassen, ob ein Antrag auf Pflegegrad sinnvoll ist.

Übernimmt die Krankenkasse den Umbau?

Nein. Die Krankenkasse übernimmt keine kompletten Badumbauten, sondern nur Hilfsmittel nach § 33 SGB V (zum Beispiel Duschstühle oder Haltegriffe). Für den Umbau selbst ist die Pflegekasse zuständig.

Wie lange dauert der Umbau?

Eine Systemlösung ist oft in einem Tag montiert. Für eine bodengleiche Dusche mit Fliesenarbeiten sollten Sie mehrere Tage bis zwei Wochen einplanen, je nach Trocknungszeiten des Estrichs und der Fugen.

Kann ich in einer Mietwohnung umbauen?

Grundsätzlich ja. Der Zuschuss ist an die pflegebedürftige Person gebunden, nicht an das Eigentum. Für bauliche Veränderungen in der Mietwohnung brauchen Sie jedoch die Zustimmung des Vermieters. Ob beim Auszug zurückgebaut werden muss, hängt von der Vereinbarung ab – manche Vermieter begrüßen eine barrierefreie Dusche als Wertsteigerung. Mehr dazu unter Badumbau in der Mietwohnung: Vermieter-Zustimmung, Musterbrief und Fristen (2026).

Wird der Zuschuss rückwirkend gezahlt, wenn ich schon umgebaut habe?

Nein. Maßnahmen, die vor der Antragstellung begonnen wurden, sind nicht förderfähig.

Kann ich Pflegekassen-Zuschuss und KfW-Förderung kombinieren?

Grundsätzlich ja, es gelten jedoch Kumulierungsregeln. Der KfW-Zuschuss 455-B ist aktuell gestoppt; der Kredit 159 kann über die Hausbank beantragt werden. Lassen Sie sich die Kombination im Einzelfall schriftlich bestätigen.

Was kostet der Umbau, wenn ich keine Förderung bekomme?

Ohne Pflegegrad und ohne KfW-Zuschuss tragen Sie die vollen Kosten: Richtwerte sind ca. 3.000–5.000 € für eine Systemlösung und ca. 5.000–8.000 € für eine bodengleiche, geflieste Dusche. Steuerlich können Handwerkerleistungen nach § 35a EStG mit bis zu 1.200 € pro Jahr entlasten.

Brauche ich für den Umbau eine Baugenehmigung?

Für den reinen Austausch der Badewanne durch eine Dusche ist in der Regel keine Baugenehmigung erforderlich. Anders kann es liegen, wenn tragende Wände verändert oder Flächen erweitert werden sollen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde oder lassen Sie sich das von der Fachfirma schriftlich bestätigen.

Kann ich den Umbau selbst durchführen?

Von der Eigenmontage ist abzuraten. Wasser- und Elektroinstallationen dürfen nur von Fachbetrieben ausgeführt werden – das ist nicht nur eine Frage der Gewährleistung, sondern auch der Versicherung bei Wasserschäden. Auch die Abdichtung des Nassbereichs gehört in erfahrene Hände.

Fazit

Der Umbau von der Badewanne zur Dusche ist eine Investition in Sicherheit und Selbstständigkeit. Je nach Ausführung liegen die Kosten zwischen etwa 3.000 und 8.000 €. Mit einem anerkannten Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse bis zu 4.180 € – vorausgesetzt, der Antrag kommt vor dem Baubeginn. Lassen Sie sich mehrere Festpreisangebote geben und klären Sie die Förderung frühzeitig, dann lässt sich der Umbau gut planen. Weitere Informationen und Checklisten finden Sie unter Wanne zur Dusche umbauen. Erfahrungsberichte anderer Haushalte, die den Schritt bereits gemacht haben, finden Sie unter Dusche statt Badewanne: Erfahrungen aus dem Alltag nach dem Umbau (2026).

Quellen

  • § 40 Abs. 4 SGB XI (Zuschuss wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, 4.180 € / 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  • § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen, bis 1.200 €): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html
  • § 554 BGB (Zustimmung des Vermieters zu baulichen Veränderungen): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html
  • KfW, Meldung zum Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026: https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  • KfW, Produktseite Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen": https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
  • pflege.de, „Wanne raus, Dusche rein" (Kosten 4.000–6.000 €, Zuschuss): https://www.pflege.de/barrierefreies-wohnen/badezimmer/wanne-zur-dusche/
  • altersgerecht-modernisieren.de, „Umbau Badewanne zur Dusche" (Kosten 2026, inkl. Hinweis Antragsstopp KfW 455-B): https://altersgerecht-modernisieren.de/bad/badewanne-in-dusche-umbauen/
  • profidusch.de, „Wanne zu Dusche umbauen – Kosten im Überblick" (3.000–6.500 €): https://profidusch.de/wanne-zu-dusche-umbauen-kosten
  • DIN 18040-2 (Barrierefreies Bauen – Wohnungen), Übersicht: https://de.wikipedia.org/wiki/DIN_18040

Stand: September 2026. Alle Angaben ohne Gewähr; Förderbedingungen können sich ändern. Vor Antragstellung die aktuellen Konditionen bei Pflegekasse und KfW prüfen.

Jetzt Angebot anfragen

Von der Beratung bis zur Abnahme: der Umbau zur bodengleichen Dusche – mit Förderung bis 4.180 €. Zur Seite ›