Badewanne durch Duschwanne ersetzen: Ablauf, Kosten und Unterschiede (2026)

Von Rainer Brettner, Beratung & Redaktion·Stand: September 2026·ca. 10 Min. Lesezeit

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Sicher und bequem duschen – ohne hohen Wannenrand.

Die Badewanne wird ausgebaut, an derselben Stelle kommt eine Dusche hin – und zwar eine mit Duschwanne, nicht eine bodengleiche. Diese Variante ist der pragmatischste Weg, ein Bad seniorengerecht zu machen: Sie ist schneller und günstiger als die bodengleiche Lösung, der Ablauf der alten Wanne lässt sich oft weiterverwenden, und die Dusche ist meist schon nach ein bis zwei Tagen nutzbar. Wer den vollen Umbau mit bodengleicher Dusche plant, findet die Grundlagen im Beitrag „Badewanne zur Dusche umbauen“. Dieser Ratgeber konzentriert sich auf die Duschwanne: den Ablauf des Ersatzes, die Kosten, die Unterschiede zur bodengleichen Dusche und die Frage, für wen sich welche Lösung lohnt.

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Duschwanne oder bodengleiche Dusche: Die Unterschiede

Der entscheidende Unterschied liegt im Einstieg. Eine Duschwanne steht auf dem vorhandenen Boden; der Einstieg liegt je nach Bauhöhe 6 bis 12 cm über dem Badboden. Eine bodengleiche Dusche liegt auf dem Niveau des umgebenden Bodens, der Einstieg ist schwellenlos. Daraus ergeben sich praktische Folgen:

Kriterium Duschwanne (Tasse) Bodengleiche Dusche
Einstieg6–12 cm über Boden0 cm (max. 2 cm nach DIN 18040-2)
Bauzeit1–2 Tagemehrere Tage (Estrich, Abdichtung, Fliesen)
Kostenca. 1.500–4.000 €ca. 5.000–8.000 €
Bodenaufbauunverändert, Tasse wird aufgesetztAbsenkung oder Aufstockung nötig
Ablaufalte Wannenposition meist nutzbarPosition oft neu zu planen
Barrierefrei nach DIN 18040-2neinja (bei Ausführung mit max. 2 cm Schwelle)
Pflege von außenschwierigerdeutlich leichter

Die Spannen sind Richtwerte 2026 ohne Quellenbindung, zusammengefasst aus Fachquellen (pflege.de, altersgerecht-modernisieren.de, profidusch.de); verbindlich ist das Angebot vor Ort.

Für wen die Duschwanne die richtige Wahl ist: Wer eine Dusche sucht, die schnell, günstig und ohne größere Eingriffe in den Bodenaufbau realisiert werden kann – und wer keine dauerhafte Rollstuhl- oder Pflegenutzung plant. Auch in Mietwohnungen ist die Tassen-Lösung der einfachere Weg, weil sie später leichter rückbaubar ist.

Für wen die bodengleiche Dusche besser ist: Wer dauerhaft auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen ist, wer von einer Pflegeperson unterstützt wird oder wer ein Bad für das Alter plant, in dem eine Schwelle zum Sturzrisiko werden kann. Nach DIN 18040-2 gilt eine Dusche erst ab einer Schwelle von maximal 2 cm als barrierefrei – die Duschwanne erfüllt diese Anforderung nicht. Die Details zur Norm finden Sie unter Barrierefreies Bad nach DIN 18040.

Der Ablauf: So wird die Wanne zur Dusche mit Tasse

Der Ersatz der Badewanne durch eine Duschwanne folgt einem festen Ablauf. Bei einer Systemlösung – Tasse, Wandpaneele und Glasabtrennung aus einer Hand – ist die Dusche oft an einem Tag montiert:

  1. Aufmaß und Planung: Die Fachfirma misst die Nische, prüft Wände und Anschlüsse und erstellt das Festpreisangebot. Geklärt wird vor allem: Wo liegt der Ablauf, und passt die neue Tasse auf die vorhandene Position?
  2. Demontage: Die Badewanne wird ausgebaut und entsorgt, Armaturen werden abgeklemmt. Der Ablauf bleibt vorerst liegen – er wird gleich weiterverwendet.
  3. Anschlüsse prüfen: Wasseranschlüsse und Ablauf werden auf Funktion geprüft. Sitzt der Ablauf der Tasse nicht an der alten Position, wird der Anschluss versetzt oder verlängert – das ist der häufigste Zusatzposten.
  4. Duschwanne einsetzen: Die Tasse wird auf den vorhandenen Boden gesetzt, ausgerichtet und mit den Anschlüssen verbunden. Bei flachen Tassen (6–7 cm) ist der Einstieg niedriger als bei Standardtassen.
  5. Wände und Abdichtung: Im Duschbereich werden Wandpaneele montiert oder Fliesen verlegt. Der Übergang zwischen Tasse und Wand wird mit Verbundabdichtung und Silikonfugen wasserdicht gemacht.
  6. Glasabtrennung montieren: Glaswand oder Kabine werden eingesetzt und ausgerichtet.
  7. Armaturen anschließen: Duscharmatur, Brause und Ablauf werden montiert und auf Dichtheit geprüft.
  8. Abnahme: Funktion, Dichtheit und Verarbeitung werden geprüft; der Fachbetrieb übergibt die Gewährleistungsunterlagen.

Wer die Tasse später durch eine bodengleiche Lösung ersetzen will, sollte sich schon jetzt die Abdichtung und den Untergrund gut machen lassen – dann ist der spätere Umbau deutlich günstiger.

Kosten: Was der Ersatz durch eine Duschwanne kostet

Die Gesamtkosten setzen sich aus mehreren Positionen zusammen. Die folgende Aufstellung ist eine Orientierung und ersetzt kein Angebot:

Kostenposition Richtwert (2026)
Demontage und Entsorgung der Badewanneca. 300–600 €
Duschwanne (Material, je nach Größe und Form)ca. 150–600 €
Sanitärinstallation (Anschlüsse, Ablauf, Armaturen)ca. 500–1.200 €
Abdichtung des Duschbereichsca. 300–800 €
Wandpaneele oder Fliesenarbeitenca. 600–2.000 €
Glasabtrennung / Duschkabineca. 400–1.200 €
Duscharmatur und Brauseca. 150–600 €
Montage und Arbeitszeitca. 800–1.500 €

Die Einzelpositionen sind ausdrücklich Richtwerte ohne Quellenbindung – sie helfen beim Vergleich von Angeboten. Für die Gesamtkosten gilt:

Ausführung Kostenrahmen
Systemlösung mit Duschwanne, Wandpaneelen und Glas (komplett)ca. 3.000–5.000 €
Günstige Variante mit Standardtasse und einfacher Glaswandab ca. 1.500–2.500 €
Duschwanne mit zusätzlichem Aufwand (Ablauf versetzen, schiefe Wände)ca. 4.000–6.000 €

Quellen: altersgerecht-modernisieren.de (Kostenübersicht 2026), pflege.de (Wanne zur Dusche), profidusch.de (3.000–6.500 €) und duschmax.de (Systemlösung ab ca. 3.650 €).

Achten Sie bei Angeboten darauf, was im Preis enthalten ist – idealerweise inklusive Demontage, Entsorgung, Abdichtung, Anschlüssen und Montage. Der häufigste Zusatzposten ist das Versetzen des Ablaufs: Sitzt die neue Tasse nicht über dem alten Abfluss, kommen 200–600 € dazu. Auch schiefe Wände oder ein schwieriger Zugang ins Haus können den Preis erhöhen.

Was mit der alten Badewanne passiert

Die Demontage ist bei Fachfirmen meist im Angebot enthalten. Die Wanne selbst hat in der Regel keinen nennenswerten Wiederverkaufswert; wer sie privat verkaufen will, muss den Abtransport und die Logistik selbst organisieren – für ein paar hundert Euro lohnt das selten. Üblich ist die Entsorgung über den Fachbetrieb. Ein ausführlicher Ratgeber zum Verkauf und zur Entsorgung findet sich im Beitrag „Badewanne verkaufen“. Wer Wert darauf legt, die Wanne zu spenden oder weiterzugeben, sollte sich frühzeitig um Abholer kümmern – der Ausbau selbst dauert nur wenige Stunden.

Wann sich der Ersatz besonders lohnt

Der Ersatz der Wanne durch eine Duschwanne lohnt sich in drei typischen Situationen:

  • Sicherheit: Der Einstieg über den Wannenrand ist bei eingeschränkter Beweglichkeit das größte Sturzrisiko im Bad. Eine Tasse mit 6–7 cm Einstiegshöhe senkt dieses Risiko deutlich – ohne den Aufwand einer bodengleichen Lösung.
  • Pflege zu Hause: Angehörige und Pflegedienste können in einer offenen Duschwanne besser helfen als in der Wanne. Bei dauerhafter Pflege durch eine zweite Person ist die bodengleiche Dusche die bessere Wahl.
  • Mietwohnung: In Mietwohnungen ist die Tassen-Lösung der unkompliziertere Weg, weil sie ohne Eingriffe in den Boden auskommt und sich leichter zurückbauen lässt. Die Zustimmung des Vermieters ist dennoch erforderlich – mehr dazu im Beitrag „Barrierefreies Bad in der Mietwohnung“.

Förderung: Bis zu 4.180 € von der Pflegekasse

Auch der Ersatz durch eine Duschwanne ist förderfähig, wenn er die häusliche Pflege erleichtert. Die Pflegekasse bezuschusst wohnumfeldverbessernde Maßnahmen nach § 40 Abs. 4 SGB XI mit bis zu 4.180 € je Maßnahme[1]. Voraussetzungen:

  • Es liegt ein anerkannter Pflegegrad 1 bis 5 vor.
  • Der Umbau erleichtert die häusliche Pflege oder ermöglicht eine möglichst selbstständige Lebensführung.
  • Der Antrag wird vor Baubeginn gestellt – Maßnahmen, die vor der Antragstellung begonnen wurden, sind nicht förderfähig.

Leben mehrere Pflegebedürftige in einem Haushalt, kann der Zuschuss auf bis zu 16.720 €[1] je Maßnahme steigen. Quelle: § 40 Abs. 4 SGB XI, gesetze-im-internet.de.

Zusätzlich gab es bis Mitte 2026 den KfW-Zuschuss 455-B (Barrierereduzierung). Die KfW hat den Antragsstopp am 31.07.2026 bekannt gegeben, weil die 2026er-Mittel ausgeschöpft sind; neue Anträge werden nicht mehr angenommen, eine Wiederaufnahme ist frühestens 2027 möglich (Stand: September 2026)[2]. Prüfen Sie den Status des Programms vor jeder Planung direkt bei der KfW. Als Alternative bietet die KfW den zinsgünstigen Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“. Quelle: kfw.de. Beide Wege erklärt unser Beitrag „KfW-Förderung für den Badumbau“.

Häufige Fehler beim Ersatz Wanne zu Duschwanne

  1. Den Ablauf nicht prüfen lassen: Die neue Tasse muss über dem alten Ablauf sitzen oder der Ablauf muss versetzt werden. Wer das erst auf der Baustelle merkt, zahlt Nachträge.
  2. Antrag nach Baubeginn: Der Zuschuss der Pflegekasse setzt voraus, dass der Antrag vor Baubeginn eingegangen ist. Die Reihenfolge ist nicht verhandelbar.
  3. Nur Endpreise verglichen: Zwei Angebote mit demselben Preis können ganz unterschiedliche Leistungen enthalten – Demontage, Entsorgung und Abdichtung sind nicht überall inklusive.
  4. Auf die flache Tasse verzichtet: Wer heute eine Standardtasse mit 12 cm Einstieg wählt, steht morgen vor derselben Frage. Flache Tassen mit 6–7 cm Einstieg kosten kaum mehr und sind deutlich komfortabler.
  5. KfW 455-B als sichere Finanzierung eingeplant: Das Programm ist seit dem 31.07.2026 gestoppt. Planen Sie keine Mittel ein, deren Status Sie nicht aktuell geprüft haben.

Checkliste: Badewanne durch Duschwanne ersetzen

  • [ ] Zwei bis drei Festpreisangebote mit detaillierter Leistungsbeschreibung eingeholt
  • [ ] Vor-Ort-Termin wahrgenommen (Ablaufposition, Wände, Zugang)
  • [ ] Leistungsumfang verglichen: Demontage, Entsorgung, Abdichtung, Anschlüsse enthalten?
  • [ ] Tassenhöhe festgelegt (flache Tasse 6–7 cm bevorzugt)
  • [ ] Ablaufposition geprüft (weiterverwendbar oder versetzen?)
  • [ ] Zuschussantrag nach § 40 Abs. 4 SGB XI vor Baubeginn gestellt
  • [ ] Schriftliche Zusage der Pflegekasse abgewartet
  • [ ] KfW-Status geprüft (455-B gestoppt; Kredit 159 über Hausbank)
  • [ ] Rechnungen und Zahlungsnachweise gesammelt und nach Abschluss eingereicht

Fragen und Antworten

Kann ich den Ablauf der Badewanne weiterverwenden?

Häufig ja. Duschwannen haben standardisierte Ablaufpositionen, die sich mit der Wannenposition überschneiden können. Ob es passt, hängt von der genauen Position ab – prüfen Sie das vor der Auftragsvergabe, sonst drohen Zusatzkosten für das Versetzen.

Wie hoch ist der Einstieg bei einer Duschwanne?

Je nach Bauhöhe 6 bis 12 cm. Flache Tassen liegen bei 6–7 cm, Standardtassen bei 10–12 cm. Für Senioren ist die flache Variante deutlich sicherer; barrierefrei nach DIN 18040-2 ist aber nur die bodengleiche Lösung mit maximal 2 cm Schwelle.

Wie lange dauert der Ersatz?

Bei einer Systemlösung mit Tasse, Wandpaneelen und Glas meist ein bis zwei Tage. Dauert das Versetzen des Ablaufs oder brauchen Fliesenarbeiten Trocknungszeit, sind mehrere Tage realistisch.

Was kostet der Ersatz insgesamt?

Richtwert 2026: 3.000–5.000 € für die Komplettlösung inklusive Montage; günstige Varianten beginnen bei etwa 1.500–2.500 €. Mit anerkanntem Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse bis zu 4.180 €[1].

Ist die Duschwanne in der Mietwohnung erlaubt?

Grundsätzlich ja, mit Zustimmung des Vermieters. Die Tassen-Lösung kommt ohne Eingriffe in den Boden aus und ist leichter rückbaubar als eine bodengleiche Dusche – das erleichtert die Zustimmung.

Kann ich später auf bodengleich umrüsten?

Ja, aber das bedeutet den Ausbau der Tasse, Bodenarbeiten und neue Abdichtung – im Grunde ein zweiter Umbau. Wer einen späteren Umbau absehen kann, sollte gleich bodengleich bauen.

Fazit

Die Badewanne durch eine Duschwanne zu ersetzen ist die schnellste und günstigste Art, ein Bad sicherer zu machen. Die Tasse kommt ohne Eingriffe in den Boden aus, der alte Ablauf lässt sich oft weiterverwenden, und die Dusche ist meist in ein bis zwei Tagen nutzbar. Der Preis dafür: Der Einstieg bleibt 6 bis 12 cm hoch – wer dauerhaft auf Barrierefreiheit angewiesen ist, braucht die bodengleiche Lösung. Mit einem anerkannten Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse bis zu 4.180 €[1], wenn der Antrag vor Baubeginn eingeht. Lassen Sie sich mehrere Festpreisangebote geben und klären Sie die Förderung frühzeitig. Weitere Informationen finden Sie unter Wanne zur Dusche umbauen.

Quellen

  • § 40 Abs. 4 SGB XI (Zuschuss wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, 4.180 € / 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  • KfW, Meldung zum Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026: https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  • KfW, Produktseite Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
  • pflege.de, „Wanne raus, Dusche rein“ (Kosten 4.000–6.000 €, Zuschuss): https://www.pflege.de/barrierefreies-wohnen/badezimmer/wanne-zur-dusche/
  • altersgerecht-modernisieren.de, „Umbau Badewanne zur Dusche“ (Kosten 2026, inkl. Hinweis Antragsstopp KfW 455-B): https://altersgerecht-modernisieren.de/bad/badewanne-in-dusche-umbauen/
  • profidusch.de, „Wanne zu Dusche umbauen – Kosten im Überblick“ (3.000–6.500 €): https://profidusch.de/wanne-zu-dusche-umbauen-kosten

Stand: September 2026. Alle Angaben ohne Gewähr; Förderbedingungen können sich ändern. Vor Antragstellung die aktuellen Konditionen bei Pflegekasse und KfW prüfen.

Quellennachweise

  1. § 40 Abs. 4 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Zuschuss bis 4.180 € bzw. 16.720 € je Maßnahme): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  2. KfW, Antragsstopp des Zuschusses 455-B vom 31.07.2026 (Stand: September 2026): https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html

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