Badumbau-Zuschuss berechnen: So rechnen Sie Ihre Förderung selbst durch (2026)

„Wie viel Zuschuss bekomme ich für meinen Badumbau?“ – die Antwort hängt von drei Zahlen ab: den Kosten der Maßnahme, dem Anteil, den die Fördergeber anerkennen, und Ihrer persönlichen Situation (Pflegegrad oder nicht, Bundesland, Steuersituation). Genau diese drei Zahlen lassen sich in fünf Schritten selbst durchrechnen – ohne Berater, mit Stift und Angebot in der Hand. Dieser Ratgeber liefert die Formeln der vier wichtigsten Töpfe (Pflegekasse nach § 40 SGB XI, Zuschüsse nach dem KfW-Modell 455-B, Kredite als Finanzierungsbaustein und die Steuerermäßigung nach § 35a EStG), rechnet vier typische Konstellationen vollständig durch und endet mit einer Tabelle, die Sie für Ihr eigenes Vorhaben ausfüllen können. Alle Beispiele sind Richtwerte auf Basis der veröffentlichten Konditionen (Stand September 2026); ein Rechenbeispiel ersetzt nie die verbindliche Auskunft des Fördergebers.
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Die vier Formeln im Überblick
| Förderung | Formel | Deckel | Voraussetzung |
|---|---|---|---|
| Pflegekasse (§ 40 Abs. 4 SGB XI) | bis zu 4.180 € je Maßnahme[1] | 4.180 € (16.720 € bei mehreren Pflegebedürftigen) | Pflegegrad 1–5, Antrag möglichst vor Baubeginn stellen und Zusage abwarten; nachträgliche Einzelfallprüfung ohne Fördergarantie möglich |
| Zuschuss Barrierereduzierung (KfW 455-B, über die NRW.BANK gelistet) | 10 % der förderfähigen Kosten | max. 2.500 €[2] (Bemessung bis 25.000 €) | seit 31.07.2026 gestoppt[3] – keine neuen Anträge (Stand: September 2026) |
| Standard „Altersgerechtes Haus“ (KfW 455-B) | 12,5 % der förderfähigen Kosten | max. 6.250 €[2] (Bemessung bis 50.000 €) | Sachverständiger; seit 31.07.2026 gestoppt[3] (Stand: September 2026) |
| Steuerermäßigung (§ 35a EStG) | 20 % des Lohnanteils | max. 1.200 €[4] pro Jahr | Zahlung per Überweisung, Lohn separat ausgewiesen |
Wer einen Pflegegrad hat, startet mit der Pflegekasse; wer keinen hat, prüft Steuerermäßigung oder günstige Kredite; § 35a EStG ist für dieselbe mit zinsverbilligtem Darlehen öffentlich geförderte Einzelmaßnahme ausgeschlossen – der KfW-Zuschuss 455-B ist seit dem 31.07.2026 gestoppt[3] (2026er-Mittel ausgeschöpft; Stand: September 2026) und nur nach einer Wiedereröffnung eine Option. In jedem Fall gilt: Antrag vor Baubeginn – die Pflegekasse kann einen nachträglichen Antrag im Einzelfall prüfen; für KfW und Landesprogramme gelten eigene Bedingungen. Einen Überblick über alle Programme gibt es auf Förderung & Zuschüsse. (Siehe AOK Niedersachsen.)
Schritt 1: Ihre förderfähigen Kosten bestimmen
Nicht jeder Euro auf der Handwerkerrechnung zählt für die Förderung. Fördern lassen sich beim Badumbau in der Regel:
- Ausbau der Badewanne und Einbau einer bodengleichen Dusche (inklusive Abdichtung, Duschrinne, Fliesenarbeiten im Duschbereich)
- Entfernen von Schwellen und Stolperkanten im Zugangsbereich
- Verbreiterung von Türen
- Haltegriffe, Stützklappgriffe, unterfahrbarer Waschtisch, angepasstes WC
- Rutschhemmende Bodenbeläge im Nassbereich
- Angepasste Armaturen (Einhebelmischer, Verbrühschutz) und Beleuchtung
Nicht förderfähig sind rein optische Modernisierungen: neue Fliesen „weil sie schöner sind“, eine neue Badewanne in gleicher Ausführung, dekorative Sanierungen. Lassen Sie sich das Angebot mit getrennter Ausweisung stellen – Position „Barrierereduzierung“ und Position „Modernisierung“ getrennt, Material und Lohn getrennt. Das ist die Grundlage für jede Berechnung in diesem Artikel. Übrigens: Die Krankenkasse fördert den Badumbau nicht – sie zahlt nur Hilfsmittel nach § 33 SGB V (etwa einen Duschhocker), keine baulichen Maßnahmen[5].
Zur Einordnung der Größenordnung (Richtwerte): eine Systemlösung mit Duschtasse und Wandpaneelen kostet etwa 3.000–5.000 €, eine bodengleiche, geflieste Dusche etwa 5.000–8.000 €, ein kompletter Badumbau inklusive Waschtisch, WC und Fliesen etwa 12.000–20.000 €.
Schritt 2: Die Pflegekasse durchrechnen (Formel: Kosten, gedeckelt auf 4.180 €)
Die Pflegekasse bezuschusst wohnumfeldverbessernde Maßnahmen nach § 40 Abs. 4 SGB XI mit bis zu 4.180 € je Maßnahme[1] – vorausgesetzt, Sie haben einen anerkannten Pflegegrad (1–5). Der Antrag sollte grundsätzlich vor dem Baubeginn gestellt werden. Die Rechnung ist einfach:
Zuschuss = Maßnahmekosten, höchstens 4.180 €.
- Beispiel 1: Systemlösung für 3.500 € → Zuschuss 3.500 € (liegt unter dem Deckel, wird voll übernommen)
- Beispiel 2: bodengleiche, geflieste Dusche für 7.800 € → Zuschuss 4.180 € (Deckel erreicht), Eigenanteil 3.620 €
Zwei Besonderheiten, die die Rechnung verändern: Leben mehrere Pflegebedürftige in einer gemeinsamen Wohnung, sind je Person bis zu 4.180 € möglich – insgesamt bis zu 16.720 €[1] (z. B. pflegebedürftiges Paar: 2 × 4.180 € = 8.360 € für dieselbe Maßnahme, die beiden zugutekommt). Und: Der Zuschuss gilt je Maßnahme – wer in einem Jahr das Bad umbaut und im nächsten die Tür verbreitert, kann für die zweite Maßnahme erneut bis zu 4.180 € beantragen. Jeder Antrag braucht eine Begründung, warum die Maßnahme die Pflege erleichtert oder die selbstständige Lebensführung unterstützt; grundsätzlich vor Baubeginn beantragen und die schriftliche Bewilligung abwarten.
Schritt 3: Zuschuss nach KfW-Modell rechnen (Formel: 10 % bzw. 12,5 %)
Der Zuschuss zur Barrierereduzierung ist ein KfW-Programm (455-B): die NRW.BANK listet es in ihrer Förderübersicht, der Antrag läuft über die KfW. Gerechnet wird nach Prozenten:
- Einzelmaßnahme: Zuschuss = 10 % der förderfähigen Kosten, bemessen auf maximal 25.000 € → höchstens 2.500 €[2]. Beispiel: 9.000 € förderfähige Kosten × 10 % = 900 €.
- Standard „Altersgerechtes Haus“: Zuschuss = 12,5 % der förderfähigen Kosten, bemessen auf maximal 50.000 € → höchstens 6.250 €[2]. Beispiel: 45.000 € × 12,5 % = 5.625 € (unter dem Deckel); ab 50.000 € gilt der Deckel von 6.250 €.
Der Haken: Das Programm ist seit dem 31.07.2026 gestoppt[3] – die 2026er-Mittel sind ausgeschöpft, neue Anträge werden nicht mehr angenommen (Stand: September 2026); eine Wiederaufnahme ist nur bei neuen Bundesmitteln möglich (frühestens 2027). Die Rechnung oben ist daher eine Planungsrechnung auf Basis der Konditionen des ausgesetzten Programms. Für Haushalte ohne Pflegegrad war dieser Zuschuss der einzige reine Zuschussweg; wer heute ohne Pflegegrad umbaut, prüft den KfW-Kredit 159 oder alternativ den Steuerbonus ohne öffentliche Förderung derselben Maßnahme.
Schritt 4: Den Steuerbonus rechnen (Formel: 20 % vom Lohn, Deckel 1.200 €)
Die am häufigsten vergessene „Förderung“ kommt vom Finanzamt: Handwerkerleistungen im Haushalt mindern nach § 35a EStG die Einkommensteuer um 20 % des Lohnanteils[4] – Materialkosten zählen nicht. Formel:
Steuerermäßigung = 20 % × Lohnanteil, höchstens 1.200 €[4] pro Jahr.
- Lohnanteil 2.000 € → 400 € Ermäßigung
- Lohnanteil 4.500 € → 900 € Ermäßigung
- Lohnanteil 6.000 € → 1.200 € (Deckel exakt erreicht); ab 6.000 € Lohn wird der Bonus nicht mehr größer
Der Deckel ist der wichtigste Hebel der Rechnung: Bei 8.000 € begünstigten, selbst getragenen Arbeitskosten beträgt die Ermäßigung in einem Zahlungsjahr höchstens 1.200 €. Werden die Zahlungen auf zwei Kalenderjahre verteilt, sind bei erfüllten Voraussetzungen insgesamt höchstens 1.600 € möglich (20 % von 8.000 €); die Jahresgrenze von jeweils 1.200 € bleibt bestehen. Voraussetzungen: Rechnung weist den Lohnanteil separat aus, Zahlung per Überweisung (Barzahlung wird nicht anerkannt), Angabe in der Steuererklärung. Wichtig für die Kombination: Für dieselbe öffentlich mit zinsverbilligtem Darlehen oder steuerfreiem Zuschuss geförderte Einzelmaßnahme ist § 35a EStG ausgeschlossen – auch für den Eigenanteil. Für getrennte, nicht geförderte Einzelmaßnahmen kann die Ermäßigung in Betracht kommen. Ob nach dem Pflegekassen-Zuschuss eine Steuerermäßigung möglich ist, muss gesondert mit Steuerberatung oder Finanzamt geprüft werden; sie ist hier nicht pauschal zugesagt.
Schritt 5: Alles zusammenführen – vier Konstellationen durchgerechnet (Richtwerte)
Konstellation A: Pflegegrad 3, Systemlösung für 4.500 € (Lohnanteil 2.200 €)
- Pflegekasse: min(4.500, 4.180) = 4.180 €
- § 35a EStG: nach dem Pflegekassen-Zuschuss steuerlich gesondert zu prüfen; kein Steuervorteil eingerechnet.
- Ergebnis: Zuschuss deckt fast die gesamte Maßnahme; der Eigenanteil beträgt 320 €, ohne einen zusätzlichen Steuervorteil einzurechnen. Ein Kredit ist nicht nötig.
Konstellation B: Pflegegrad 2, bodengleiche geflieste Dusche für 7.800 € (Lohnanteil 3.600 €)
- Pflegekasse: 4.180 € (Deckel), Eigenanteil 3.620 €
- § 35a EStG: nach dem Pflegekassen-Zuschuss steuerlich gesondert zu prüfen; kein Steuervorteil eingerechnet.
- Ergebnis: 4.180 € Zuschuss; der Eigenanteil beträgt 3.620 €. Wer nicht aus der Reserve zahlen will, prüft die Finanzierung über den KfW-Kredit 159 oder den NRW.BANK-Kredit. Bei einem öffentlich zinsverbilligten Darlehen ist § 35a für die gesamte geförderte Einzelmaßnahme ausgeschlossen.
Konstellation C: kein Pflegegrad, Wanne-zu-Dusche für 9.000 € (Lohnanteil 4.500 €), NRW
- Pflegekasse: entfällt (kein Pflegegrad)
- Zuschuss Barrierereduzierung: 10 % × 9.000 € = 900 € – nur bei Wiedereröffnung des Programms (seit 31.07.2026 gestoppt[3]; 2026er-Mittel ausgeschöpft, Stand: September 2026)
- § 35a EStG: 4.500 € × 20 % = 900 € nur als Alternative bei erfüllten Voraussetzungen ohne steuerfreien öffentlichen Zuschuss oder zinsverbilligtes öffentliches Darlehen für dieselbe Einzelmaßnahme; auch der selbst getragene Rest einer so geförderten Maßnahme ist ausgeschlossen.
- Ergebnis: Für dieselbe Maßnahme sind steuerfreier öffentlicher Zuschuss und §-35a-Steuervorteil nicht addierbar. Auch ein zinsverbilligter Förderkredit schließt § 35a aus. Der Restbetrag ist erst nach Prüfung der gewählten Förderalternative und ihrer Voraussetzungen zu berechnen.
Konstellation D: Komplettumbau zum Standard für 45.000 € (Zukunftsplanung)
- Zuschuss „Altersgerechtes Haus“: 12,5 % × 45.000 € = 5.625 € (unter dem Deckel von 6.250 €[2]) – nur bei Wiedereröffnung des Programms, mit Sachverständigem
- Pflegekasse: bei Pflegegrad zusätzlich bis zu 4.180 € (Kombination prüfen)
- Ergebnis: 5.625 € + 4.180 € = 9.805 € Zuschüsse im günstigsten Fall – die stärkste Konstellation, die das System aktuell hergibt, und zugleich die mit den meisten Auflagen (Sachverständiger, Standard-Kriterien, Kombinationsprüfung).
Ihr persönlicher Zuschuss-Rechner: So füllen Sie die Tabelle aus
Schreiben Sie die Zahlen aus Ihrem Angebot in die erste Spalte und rechnen Sie Spalte für Spalte:
| Zeile | Ihre Zahl | Rechenweg | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 1. Gesamtkosten laut Angebot | ____ € | aus dem Angebot | ____ € |
| 2. Förderfähige Kosten (barrierebezogen) | ____ € | Positionen laut Angebot | ____ € |
| 3. Lohnanteil (separat ausgewiesen) | ____ € | aus dem Angebot | ____ € |
| 4. Pflegekassen-Zuschuss | ____ € | min(Zeile 2, 4.180 €) – nur mit Pflegegrad, Antrag grundsätzlich vor Baubeginn empfohlen; nachträglich Einzelfallprüfung möglich | ____ € |
| 5. Zuschuss Barrierereduzierung | ____ € | Zeile 2 × 10 % (max. 2.500 €) – nur wenn Programm offen | ____ € |
| 6. Steuerermäßigung § 35a | ____ € | Nur nach gesonderter Prüfung: 20 % der begünstigten Arbeitskosten, max. 1.200 €/Jahr; keine Ermäßigung für öffentlich geförderte Einzelmaßnahmen nach Abs. 3 Satz 2, bei Pflegekassen-Zuschuss Einordnung klären | ____ € |
| 7. Eigenanteil nach Zuschüssen | ____ € | Zeile 1 − Zeile 4 − Zeile 5 | ____ € |
| 8. Effektiver Aufwand nach Steuer | ____ € | Zeile 7 − Zeile 6 | ____ € |
Zwei Kontrollfragen zum Schluss: Ist der Antrag gestellt, bevor die Firma beauftragt wurde? Und sind die Rechnungen per Überweisung bezahlt und für die Steuererklärung abgeheftet? Für die Pflegekasse bleibt bei einem späteren Antrag eine Einzelfallprüfung ohne Fördergarantie möglich; bei KfW- und Landesprogrammen sind die jeweiligen verbindlichen Vorabfristen zu beachten.
Was bei der Berechnung nicht zählt
- Die Krankenkasse: Sie zahlt keine Badumbauten – nur Hilfsmittel nach § 33 SGB V (Duschhocker, Badewannenlifter)[5]. Nicht in die Rechnung einplanen.
- Eigenleistung: Zuschussprogramme fördern nur Leistungen von Fachunternehmen. Wer selbst fliesen will, spart zwar Handwerkerkosten, bekommt dafür aber auf diesen Teil keinen Zuschuss – und der Lohnanteil fehlt für § 35a.
- Materialkosten beim Steuerbonus: § 35a rechnet nur mit dem Lohnanteil. Eine Rechnung ohne getrennten Lohnausweis ist für die Steuer wertlos.
- Barzahlung: Für § 35a zählt nur die Überweisung.
- Modernisierung ohne Barrierebezug: Optische Aufwertungen erhöhen die Rechnung, aber nicht den Zuschuss – im Angebot sauber trennen lassen.
- Nachträgliche Anträge: Rückwirkend entscheidet die Pflegekasse im Einzelfall. Der Antrag gehört vor den Baubeginn, nicht danach.[6]
Häufige Rechenfehler
- Mit dem Deckel statt mit den Kosten gerechnet – 4.180 € sind ein Höchstbetrag, kein Automatismus: Liegt die Maßnahme darunter, wird nur der tatsächliche Betrag erstattet.
- 10 % von der Gesamtrechnung – der Zuschuss bezieht sich auf die förderfähigen Kosten; rein optische Positionen gehören nicht hinein.
- 20 % vom Material – § 35a gilt nur für den Lohnanteil; wer Material mitrechnet, überschätzt den Bonus massiv.
- Zuschuss und Steuer doppelt kassiert – für dieselbe durch zinsverbilligte Darlehen oder steuerfreie Zuschüsse aus öffentlichen Förderprogrammen geförderte Einzelmaßnahme ausgeschlossen, auch für den Eigenanteil. Die steuerliche Einordnung eines Pflegekassenzuschusses ist gesondert zu prüfen.
- Den Steuerdeckel ignoriert – über 6.000 € Lohnanteil im selben Jahr wächst der Bonus nicht mehr; Zahlungen auf zwei Jahre verteilen, wenn möglich.
- Antrag nach Baubeginn – bei der Pflegekasse bleibt eine nachträgliche Einzelfallprüfung anhand der Nachweise ohne Bewilligungsgarantie möglich. Für KfW und Landesprogramme gelten die jeweiligen verbindlichen Vorabbedingungen; die Steuerermäßigung ist gesondert zu prüfen.
Die häufigsten Fragen
Wie viel Zuschuss bekomme ich bei Pflegegrad 2 für eine bodengleiche Dusche?
Bei förderfähigen Kosten bis 4.180 € übernimmt die Pflegekasse die Kosten voll; darüber gilt der Deckel von 4.180 €[1]. Beispiel: 7.800 € Umbau → 4.180 € Zuschuss, 3.620 € Eigenanteil. Ob nach dem Pflegekassen-Zuschuss ein zusätzlicher Steuerbonus nach § 35a EStG[4] möglich ist, muss gesondert geprüft werden; er wird nicht zugesagt.
Kann ich mehrere Zuschüsse addieren?
Ja, mit Grenzen: Pflegekassen-Zuschuss (bis 4.180 €[1]) plus Kredit lassen sich kombinieren; zwei Zuschüsse auf dieselbe Rechnung nur begrenzt (Anrechnungsregeln). Eine pauschale Dreifachkombination ist nicht zulässig: Öffentlich zinsverbilligte Förderdarlehen schließen § 35a EStG für dieselbe Maßnahme aus, auch für einen selbst getragenen Rest.
Was bekomme ich ohne Pflegegrad?
Keinen Pflegekassen-Zuschuss. Als Alternative kommt bei erfüllten Voraussetzungen der Steuerbonus nach § 35a (bis 1.200 €[4]/Jahr) in Betracht. Der Zuschuss zur Barrierereduzierung (10 %[2], max. 2.500 €) ist seit 31.07.2026 gestoppt[3]; neue Anträge sind nicht möglich (Stand: September 2026). Bei Wiederöffnung wären seine Förderbedingungen zu prüfen. Ein zinsverbilligter KfW-159- oder Landesbank-Kredit kann die Finanzierung ermöglichen, schließt § 35a für dieselbe Einzelmaßnahme aber einschließlich des Eigenanteils aus.
Warum ist der Lohnanteil auf der Rechnung so wichtig?
Weil der Steuerbonus nur vom Lohnanteil berechnet wird (20 %[4], max. 1.200 €/Jahr) und die Fördergeber förderfähige Positionen nur bei getrennter Ausweisung sauber prüfen können. Die Trennung ist für die jeweilige Prüfung wichtig, begründet aber keine Kombination beider Vorteile für dieselbe öffentlich geförderte Einzelmaßnahme. Für dieselbe mit zinsverbilligtem Darlehen oder steuerfreiem Zuschuss öffentlich geförderte Einzelmaßnahme entfällt § 35a EStG vollständig, auch für den Eigenanteil. Nur getrennte, nicht geförderte Einzelmaßnahmen können begünstigt sein.
Sind die Beispiele verbindlich?
Nein. Alle Beträge sind Richtwerte auf Basis veröffentlichter Konditionen (Stand September 2026). Die verbindliche Auskunft geben Pflegekasse, KfW, NRW.BANK und Finanzamt im Einzelfall – holen Sie sie vor dem Baubeginn ein.
Fazit
Den Zuschuss für den Badumbau selbst zu berechnen ist keine Hexerei: förderfähige Kosten bestimmen (Schritt 1), Pflegekassen-Deckel anwenden (Schritt 2), Prozent-Zuschuss prüfen – sofern das Programm offen ist (Schritt 3) – und die steuerliche Berücksichtigung gesondert prüfen (Schritt 4). Für dieselbe mit zinsverbilligtem öffentlichem Kredit oder steuerfreiem öffentlichem Zuschuss geförderte Maßnahme ist § 35a EStG insgesamt ausgeschlossen, auch für den selbst bezahlten Rest. Getrennte, nicht geförderte Einzelmaßnahmen können begünstigt sein. Bei Pflegegrad kann die Pflegekasse einen großen Teil des Standardumbaus decken; der Prozent-Zuschuss bleibt eine Planungsoption für die Zukunft. Wer die Zahlen aus dem eigenen Angebot in die Tabelle einträgt, weiß vor der ersten Unterschrift, was wirklich auf dem Spiel steht – und rechnet mit echten Zahlen statt mit Hoffnungen. Die aktuellen Konditionen aller Programme: Förderung & Zuschüsse.
Quellen
- § 40 Abs. 4 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, bis 4.180 €/16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
- § 35a EStG (Steuerermäßigung Handwerkerleistungen, 20 % bis max. 1.200 €/Jahr): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html
- § 33 SGB V (Hilfsmittel der Krankenkasse): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__33.html
- KfW, Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026 (2026er-Mittel ausgeschöpft, keine neuen Anträge; Stand: September 2026): https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
- KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
- NRW.BANK, Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss (15730) und Kredit (15208): https://www.nrwbank.de/de/foerderung/foerderprodukte/index.html
Stand: September 2026. Alle Rechenbeispiele sind Richtwerte auf Basis veröffentlichter Konditionen und ersetzen keine verbindliche Auskunft. Förderprogramme können sich ändern; vor Antragstellung aktuelle Konditionen prüfen. Alle Angaben ohne Gewähr.
Quellennachweise
- § 40 Abs. 4 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen; bis 4.180 € je Maßnahme, bei mehreren Pflegebedürftigen in einer gemeinsamen Wohnung bis 16.720 € je Maßnahme): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html ↩
- KfW-Zuschuss 455-B „Altersgerecht Umbauen – Barrierereduzierung“ (Fördergeber: KfW; die NRW.BANK listet das Programm in ihrer Förderübersicht, der Antrag läuft über die KfW – Konditionen des seit 31.07.2026 ausgesetzten Programms; Stand: September 2026): https://www.nrwbank.de/de/foerderung/foerderprodukte/index.html ↩
- KfW, Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026 (2026er-Mittel ausgeschöpft, keine neuen Anträge; Stand: September 2026): https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html ↩
- § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen, 20 % der Arbeitskosten, höchstens 1.200 €/Jahr): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html ↩
- § 33 SGB V (Hilfsmittel der Krankenkasse; bauliche Maßnahmen übernimmt die Krankenkasse nicht): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__33.html ↩
- AOK Niedersachsen: Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen: Grundsätzlich vor Beginn beantragen. Auch nach Durchführung ist ein Antrag möglich; Rechnungen, Kostenvoranschläge oder weitere Unterlagen nachreichen. Die Pflegekasse entscheidet im Einzelfall über die Kostenübernahme. Dies ist keine Bewilligungsgarantie und gilt nicht automatisch für KfW- oder Landesprogramme. ↩
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