Bodengleiche Dusche im Altbau nachrüsten: Aufwand, Grenzen und Kosten (2026)

Wer im Altbau wohnt und eine bestehende Dusche ebenerdig machen möchte, muss nicht das ganze Bad kernsanieren – aber er muss wissen, was die Nachrüstung im Bestand konkret bedeutet. Anders als beim Neubau der Duschfläche ist der Bestand durch Deckenkonstruktion, vorhandene Anschlüsse und Raumzuschnitt vorgegeben. Dieser Ratgeber erklärt den Aufwand, die Grenzen und die Kosten der bodengleichen Nachrüstung im Altbau. Er ergänzt die beiden Schwesterartikel „Bodengleiche Dusche im Altbau" (Aufbausysteme) und „Bodengleiche Dusche nachrüsten" (Nachrüst-Systeme im Allgemeinen) um die spezifische Situation des Altbaus.
→ Direkt anfragen: Wanne zur Dusche zum Festpreis – unverbindlich und kostenlos.
Was „nachrüsten" im Altbau konkret bedeutet
Nachrüsten heißt: Die Duschfläche wird in einem bestehenden Bad ebenerdig – ohne Schwelle oder mit höchstens 2 cm (DIN 18040-2) – und die Dusche bleibt während der Arbeiten weitgehend nutzbar. Drei Ausgangslagen sind zu unterscheiden:
- Duschkabine mit Duschtasse: Die Tasse wird entfernt, die Duschfläche auf Bodenniveau gebracht. Aufwand: mittel. Die Entwässerung sitzt meist schon an der richtigen Stelle.
- Badewanne: Die Wanne weicht einer Dusche – das ist der klassische Wanne-zur-Dusche-Umbau (siehe Wanne zur Dusche umbauen). Aufwand: hoch, dafür förderfähig.
- Duschbereich ohne Ablauf: Es gibt eine Duschfläche, aber keinen passenden Bodenablauf. Dann muss eine neue Entwässerung gelegt werden – der aufwendigste Fall.
In allen drei Fällen gilt: Der Boden im Duschbereich wird abgesenkt oder aufgestockt, damit Gefälle und Abdichtung Platz finden.
Der Aufwand im Detail
Die Nachrüstung läuft in sechs Schritten ab – der Aufwand pro Schritt hängt von der Bestandssituation ab:
- Bestandsaufnahme: Die Fachfirma misst Aufbauhöhe (Estrich oder Holzbalken), Deckenkonstruktion und Abflusslage. Ohne diese Messung ist kein belastbares Angebot möglich.
- Demontage: Duschtasse oder Wanne raus, alte Fliesen im Duschbereich entfernen. Bei alten Verfugungen ist mit Nacharbeiten an den Wänden zu rechnen.
- Entwässerung: Duschrinne setzen oder Anschluss anpassen. Liegt der Abfluss zu hoch, hilft nur eine Ablaufpumpe (Aufbauhöhe ab ca. 75 mm, Richtwert inkl. Einbau 700–1.500 €).
- Abdichtung: Verbundabdichtung nach DIN 18534 – der wichtigste Schritt, besonders bei Holzbalkendecken. Fehlende Abdichtung führt später zu teuren Feuchteschäden.
- Bodenarbeiten: Ausgleichsestrich, Gefälle, gegebenenfalls Duschfertigelement statt Estrichaushub – je nach gewähltem System.
- Fliesen und Anschlüsse: Neue Fliesen, Duschrinne mit Geruchsverschluss, Armatur und Abtrennung.
Die Bauzeit liegt je nach Umfang bei drei bis fünf Arbeitstagen; in bewohnten Bädern ist der Bereich während der Arbeiten nur eingeschränkt nutzbar – planen Sie eine Ausweichmöglichkeit zum Duschen ein.
Fallbeispiel: Nachrüstung bei Holzbalkendecke
Ein Ehepaar (76 und 78) bewohnt eine Mietwohnung in einem Haus von 1963 mit Holzbalkendecke. Die bestehende Duschkabine mit hoher Duschtasse soll ebenerdig werden, damit der Einstieg ohne Stolperkante gelingt. Die Fachfirma misst vor Ort: Der Abwasseranschluss liegt etwa 12 cm über dem geplanten Duschbodenniveau – ein Gefälle zur Rinne ist ohne Absenkung nicht möglich, und die Decke darf nicht geöffnet werden, weil darunter die Nachbarwohnung liegt.
Die Lösung: ein Duschfertigelement mit integriertem Gefälle (Aufbauhöhe rund 80 mm) in Kombination mit einer Ablaufpumpe mit rund 75 mm Bauhöhe (Quelle: haustec.de, dallmer.de). Ergebnis: ebenerdiger Einstieg mit weniger als 2 cm Schwelle, kein Estrichaushub, keine Stufe. Die Zusatzkosten für die Pumpe samt Anschluss lagen bei etwa 700–1.500 € (Richtwert je nach Modell); die Bauzeit betrug fünf Arbeitstage inklusive Abdichtung nach DIN 18534 und neuer Fliesen. Die Statik war unkritisch, weil das Fertigelement leichter ist als ein dicker Aufbauestrich – geprüft hat das der Betrieb im Rahmen der Bestandsaufnahme.
Die Lehre aus dem Fall: Erst messen, dann entscheiden. Ob Rinne mit Gefälle, Fertigelement oder Pumpe infrage kommt, hängt von Aufbauhöhe, Deckenkonstruktion und Abflusslage ab – ein Angebot ohne Vor-Ort-Termin ist nicht belastbar.
Die Systeme für die Nachrüstung im Altbau
| System | Funktionsweise | Aufbauhöhe | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Duschrinne mit Gefälle | Boden wird geneigt, Wasser läuft in Linienrinne | ab ca. 40–45 mm | Estrichböden mit etwas Spielraum |
| Duschfertigelement (Duschboard) | Fertiges Element mit Gefälle und Abdichtung, wird auf den Boden gesetzt | ca. 50–100 mm | Holzbalkendecken, schnelle Sanierung |
| Duschrinne mit Ablaufpumpe | Pumpe befördert das Wasser, kein Gefälle nötig | ab ca. 75 mm | Sehr flache Aufbauten, hoher Abflussanschluss |
Quelle der Aufbauhöhen: emax-haustechnik.de (Duschrinne 40–45 mm, üblich 50–100 mm), haustec.de/dallmer.de (Ablaufpumpe ab 75 mm).
Wo die Grenzen liegen
- Zu geringe Aufbauhöhe: Liegt weniger Platz vor, als das System braucht, und lässt sich der Boden nicht absenken, ist eine vollständig bodengleiche Ausführung nicht möglich. Dann bleiben eine sehr flache Tasse mit minimaler Schwelle oder eine Ablaufpumpe.
- Holzbalkendecke und Statik: Schwere Aufbauten können die Tragfähigkeit überschreiten; bei Zweifeln prüft ein Statiker. Feuchtigkeit ist bei Holzbalken das größte Risiko – die Abdichtung ist keine Sparstelle.
- Abfluss zu hoch: Ohne Gefälle und ohne Platz für die Pumpe scheitert die bodengleiche Lösung. Ein neuer Abfluss ist dann ein größeres Projekt.
- Denkmalschutz: Eingriffe in Boden und Substanz sind genehmigungspflichtig; eingriffsarme Systeme (Fertigelement statt Estrichaushub) haben bessere Chancen auf eine Genehmigung.
- Mietwohnung: Bauliche Veränderungen brauchen die schriftliche Zustimmung des Vermieters.
Eigenleistung: Wo sparen möglich ist – und wo nicht
Bei der Nachrüstung lässt sich an einigen Stellen Geld sparen, ohne die Qualität zu gefährden. Sinnvolle Eigenleistungen sind die Demontage der alten Tasse oder Wanne (sofern die Anschlüsse fachgerecht gekappt werden) und die Entsorgung des Bauschutts – das spart die Demontageposition (Richtwert 150–400 €) und Teile der Entsorgungskosten. Wer handwerklich versiert ist, kann auch den alten Fliesenbelag im Duschbereich selbst entfernen.
Dagegen gehören Gefälle, Abdichtung und die Montage der Entwässerung zwingend in Fachhände: Fehler beim Gefälle führen zu stehendem Wasser, Fehler bei der Abdichtung zu Feuchteschäden in Estrich und Holzbalken, die deutlich teurer werden als der fachgerechte Einbau. Auch die Ablaufpumpe sollte ein Fachbetrieb anschließen – sie braucht einen Wartungszugang und eine korrekte Elektro- und Abwasseranbindung. Wer Eigenleistung plant, sollte das im Angebot festhalten: Viele Betriebe gewähren einen Nachlass, wenn bestimmte Positionen vom Auftraggeber übernommen werden – die Gewährleistung für die Facharbeiten bleibt davon unberührt. Mehr zum Thema: Badumbau mit Eigenleistung.
Kosten für die Nachrüstung
| Position | Richtwert (2026) |
|---|---|
| Demontage der alten Tasse/Wanne | 150–400 € |
| Duschrinne (Material) | 150–400 € |
| Duschfertigelement (Material) | 400–1.200 € |
| Ablaufpumpe (Material und Einbau) | 700–1.500 € |
| Abdichtung nach DIN 18534 | 400–800 € |
| Fliesenarbeiten im Duschbereich | 600–2.000 € |
| Estrich- und Ausgleichsarbeiten | 500–2.000 € |
| Gesamt: einfache Nachrüstung | 2.500–4.000 € |
| Gesamt: Altbau mit Ausgleichsmaßnahmen | 3.500–8.000 € |
| Gesamt: mit Ablaufpumpe | 4.500–9.500 € |
Quellen: emax-haustechnik.de (ebenerdige Dusche ab ca. 1.500 €, mit Fliesen und Glas 2.500–4.000 €), gira.de (Altbau 3.500–8.000 €). Verbindlich ist das Festpreisangebot nach Vor-Ort-Besichtigung – gerade im Altbau weichen die tatsächlichen Aufwendungen von jeder Pauschalangabe ab.
Förderung: Nachrüstung bezuschussen lassen
- Pflegekassen-Zuschuss: Bei anerkanntem Pflegegrad 1–5 bezuschusst die Pflegekasse wohnumfeldverbessernde Maßnahmen mit bis zu 4.180 €[1] je Maßnahme (§ 40 Abs. 4 SGB XI); der Antrag muss vor Baubeginn gestellt werden. Quelle: gesetze-im-internet.de.
- KfW-Kredit 159: Zinsgünstiger Kredit bis 50.000 €[2] je Wohneinheit, unabhängig vom Pflegegrad (Quelle: KfW).
- KfW-Zuschuss 455-B: Seit dem 31.07.2026 gestoppt[3] (2026er-Mittel ausgeschöpft; Stand: September 2026) – neue Anträge werden nicht mehr angenommen; offene Alternative: der zinsgünstige KfW-Kredit 159.
Den Überblick aller Förderwege gibt Förderung & Zuschüsse.
Checkliste: Bodengleiche Nachrüstung im Altbau
- [ ] Aufbauhöhe und Deckenkonstruktion vor Ort gemessen
- [ ] Abflusslage geprüft (Gefälle möglich oder Pumpe nötig?)
- [ ] Statik bei Holzbalkendecken geklärt
- [ ] Fachbetrieb mit Altbau-Erfahrung beauftragt
- [ ] 2–3 Festpreisangebote mit identischem Leistungsverzeichnis
- [ ] Abdichtung nach DIN 18534 schriftlich im Angebot
- [ ] Bei Mietwohnung: Vermieter-Zustimmung eingeholt
- [ ] Förderantrag (Pflegekasse/KfW) vor Baubeginn gestellt
- [ ] Ausweich-Duschmöglichkeit während der Bauzeit organisiert
Die meistgestellten Fragen
Kann ich eine bestehende Dusche im Altbau bodengleich nachrüsten?
In den meisten Fällen ja – mit Duschrinne, Fertigelement oder Ablaufpumpe. Entscheidend sind Aufbauhöhe, Deckenkonstruktion und Abflusslage, die vor Ort gemessen werden müssen.
Wie lange dauert die Nachrüstung?
Je nach Umfang drei bis fünf Arbeitstage. Bei Estrich- und Pumpenlösungen planen Sie mehr Zeit ein; der Duschbereich ist währenddessen nicht nutzbar.
Muss der ganze Badboden erneuert werden?
Nein. In der Regel reicht der Duschbereich; der Rest des Bodens kann bleiben, wenn er tragfähig ist und sich Höhenunterschiede sauber ausgleichen lassen.
Was kostet die Nachrüstung im Altbau?
Einfache Nachrüstungen ab ca. 2.500 €, mit Ausgleichsmaßnahmen im Altbau 3.500–8.000 €, mit Ablaufpumpe 4.500–9.500 € (Richtwerte aus Fachquellen).
Brauche ich eine Ablaufpumpe?
Nur, wenn der Abwasseranschluss zu hoch liegt und kein Gefälle möglich ist. Die Pumpe (Richtwert 700–1.500 € inkl. Einbau) braucht einen Wartungszugang für die regelmäßige Reinigung.
Übernimmt die Pflegekasse die Nachrüstung?
Mit anerkanntem Pflegegrad bezuschusst sie die Maßnahme mit bis zu 4.180 €[1] nach § 40 Abs. 4 SGB XI – der Antrag muss vor Baubeginn gestellt werden.
Fazit
Die bodengleiche Nachrüstung im Altbau ist meist machbar, verlangt aber eine sorgfältige Bestandsaufnahme: Aufbauhöhe, Abflusslage und Deckenkonstruktion entscheiden über System und Kosten. Rechnen Sie mit 2.500 bis 8.000 € (mit Pumpe mehr), drei bis fünf Tagen Bauzeit und einer fachgerechten Abdichtung nach DIN 18534. Mit Pflegekassen-Zuschuss und KfW-Kredit lässt sich ein Teil finanzieren. Weitere Details zu Aufbausystemen finden Sie auf mehr dazu.
Quellen
- emax-haustechnik.de, „Ebenerdige Dusche: Kosten & Arten" (Aufbauhöhen, Kosten 1.500–5.000 €): https://www.emax-haustechnik.de/magazin/ebenerdige-dusche/
- gira.de, „Ebenerdige Dusche einbauen: Kosten" (Altbau 3.500–8.000 €): https://www.gira.de/g-pulse-magazin/bauplanung/ebenerdige-dusche-einbauen-kosten
- haustec.de / dallmer.de (Ablaufpumpe mit 75 mm Aufbauhöhe): https://www.haustec.de, https://www.dallmer.de
- § 40 Abs. 4 SGB XI (Zuschuss bis 4.180 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
- KfW, Newsroom-Meldung zum Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026: https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
- KfW, Produktseite Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen": https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
Stand: September 2026. Alle Angaben ohne Gewähr; Preise sind Richtwerte. Förderbedingungen können sich ändern – vor Antragstellung aktuellen Status bei Pflegekasse und KfW prüfen.
Quellennachweise
- § 40 Abs. 4 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen; Zuschuss bis 4.180 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html ↩
- KfW, Produktseite Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (zinsgünstiges Darlehen bis 50.000 € je Wohneinheit): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/ ↩
- KfW, Newsroom-Meldung zum Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026 (Stand: September 2026): https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html ↩
Jetzt Angebot anfragen
Von der Beratung bis zur Abnahme: der Umbau zur bodengleichen Dusche – mit Förderung bis 4.180 €. Zur Seite ›