Badumbau in Zerbst/Anhalt: Wanne zur Dusche – Förderung, Kosten und Ablauf (2026)

Von Rainer Brettner, Beratung & Redaktion·Stand: September 2026·ca. 16 Min. Lesezeit

VorherBadumbau in Zerbst/Anhalt: Wanne zur Dusche – Förderung, Kosten und Ablauf (2026) – Vorher: Badewanne mit hohem Rand
NachherBadumbau in Zerbst/Anhalt: Wanne zur Dusche – Förderung, Kosten und Ablauf (2026) – Nachher: bodengleiche Dusche
Wanne raus, bodengleiche Dusche rein: Der ebenerdige Einstieg senkt die Sturzgefahr deutlich.

Zerbst/Anhalt ist flächenmäßig eine der größten Gemeinden Deutschlands: Rund 20.800 Einwohner verteilen sich auf 468 Quadratkilometer im Landkreis Anhalt-Bitterfeld – vom historischen Kern an der Nuthe bis zu den Ortschaften an Elbe und Elbniederung, die seit der Gemeindereform 2010 zur Stadt gehören. Die einstige Residenz der Fürsten von Anhalt-Zerbst, in der 1729 Katharina die Große geboren wurde, trägt ihre Geschichte sichtbar: Nach der Zerstörung von April 1945, bei der rund 80 Prozent der Stadt und von 7.100 Wohnungen mehr als die Hälfte verloren gingen, entstand die Bebauung überwiegend ab den 1950er-Jahren neu. Wer heute in Zerbst oder in einem der 56 Ortsteile wohnt, lebt deshalb häufig in einem Haus mit Bad aus der Nachkriegs- oder DDR-Zeit – mit Badewanne, die im Alter zum Sturzrisiko wird. Der Einstieg über den Wannenrand gehört zu den häufigsten Unfallquellen im Haushalt. Der Umbau zur ebenerdigen Dusche ist der bewährte Weg, das Bad sicher zu machen, ohne ausziehen zu müssen. Dieser Ratgeber zeigt, welche Zuschüsse und Kredite in Zerbst/Anhalt in Frage kommen, was der Umbau in der Region kostet und worauf Sie bei der Auswahl der Fachfirma achten sollten – ob in der Kernstadt oder in einer Ortschaft wie Steutz, Nedlitz oder Güterglück.

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Förderung für den Badumbau: Diese Bausteine gibt es in Zerbst/Anhalt

Wer in Sachsen-Anhalt wohnt, kann für den Badumbau mehrere Fördertöpfe nutzen – den Zuschuss der Pflegekasse, die Wohnraumförderung des Landes, zinsgünstige Darlehen der Investitionsbank Sachsen-Anhalt (IB) sowie die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen. Die Förderung hängt nicht am Wohnort innerhalb der Stadt: Ob Kernstadt oder Ortschaft, ob Eigenheim oder Mietwohnung – die Programme gelten überall in Zerbst/Anhalt gleichermaßen. Die Übersicht:

Förderweg Art Höhe Voraussetzung
Pflegekasse (§ 40 Abs. 4 SGB XI)Zuschussbis 4.180 €, bei mehreren Pflegebedürftigen bis 16.720 €Pflegegrad 1–5, Antrag vor Baubeginn
Land Sachsen-Anhalt (Wohnraumförderung)Zuschuss50 % der förderfähigen Kosten, max. 10.000 € je Wohneinheitbarrierefreier Umbau von Wohneigentum
IB „Sachsen-Anhalt MODERN“Darlehenzinsgünstig, bis 50.000 € je Wohneinheitaltersgerechte Modernisierung von Wohngebäuden
KfW-Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“Darlehenbis 50.000 € je WohneinheitBarrierereduzierung, Antrag über die Hausbank
§ 35a EStGSteuerermäßigung20 % des Lohnanteils, max. 1.200 € pro JahrLohnanteil separat ausgewiesen

Ein Hinweis vorab, der für alle Programme gilt: Der Antrag gehört an den Anfang, nicht ans Ende. Wer zuerst umbaut und die Zuschüsse danach beantragt, geht in der Regel leer aus. Die Reihenfolge „erst Zusage, dann Auftrag“ entscheidet darüber, ob die Förderung tatsächlich fließt.

Der Zuschuss der Pflegekasse: Bis zu 4.180 € für den Umbau

Der wichtigste Baustein ist der Zuschuss nach § 40 Abs. 4 SGB XI[1] für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Die Pflegekasse übernimmt damit bis zu 4.180 € der Umbaukosten, wenn ein anerkannter Pflegegrad 1 bis 5 vorliegt. Leben mehrere Pflegebedürftige in einem Haushalt – etwa ein Ehepaar, das gemeinsam versorgt wird –, sind bis zu 16.720 €[1] möglich, je 4.180 € pro Person für höchstens vier Anspruchsberechtigte. Förderfähig ist unter anderem der Austausch der Wanne durch eine bodengleiche oder barrierearm begehbare Dusche samt nötiger Nebenarbeiten wie Abdichtung, Armaturen und Haltegriffen.

So läuft der Antrag ab:

  1. Pflegegrad klären: Liegt noch keine Einstufung vor, stellen Sie bei der Pflegekasse einen Antrag auf Pflegegrad. Die Begutachtung übernimmt der Medizinische Dienst; die Pflegeberatung Ihrer Kasse nach § 7a SGB XI hilft kostenlos bei der Einschätzung, ob ein Pflegegrad in Frage kommt.
  2. Kostenvoranschlag einholen: Eine Fachfirma besichtigt das Bad und erstellt einen Voranschlag, der die Maßnahmen eindeutig beschreibt – Grundlage für den Antrag.
  3. Antrag vor Baubeginn stellen: Die Pflegekasse prüft, bevor die Handwerker anrücken. Wer den Antrag nach dem Umbau einreicht, verliert den Anspruch.
  4. Rechnungen einreichen: Nach Abschluss der Arbeiten reichen Sie die Rechnungen ein; die Pflegekasse zahlt den Zuschuss anschließend aus.

Ein Rechenbeispiel als Richtwert: Eine Systemlösung mit Duschtasse, Wandpaneelen, Demontage der alten Wanne und Entsorgung kostet inklusive Nebenarbeiten etwa 4.000 bis 4.500 €. Der Zuschuss von 4.180 €[1] deckt diesen Standardfall nahezu vollständig – der Eigenanteil schrumpft auf einen niedrigen dreistelligen Betrag. Bei einer gefliesten bodengleichen Dusche für rund 6.500 bis 7.000 € bleibt nach dem Zuschuss ein Eigenanteil von etwa 2.500 bis 3.000 €, den die Landesförderung und die Steuerermäßigung weiter senken können.

Land, IB, KfW und Steuer: Die weiteren Wege zur Finanzierung

Neben der Pflegekasse gibt es in Sachsen-Anhalt weitere Programme, die auch ohne Pflegegrad nutzbar sind:

  • Land Sachsen-Anhalt: Die Wohnraumförderung des Landes bezuschusst den barrierefreien Umbau von bestehendem Wohneigentum mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 10.000 € je Wohneinheit. Bearbeitet wird der Zuschuss von der Investitionsbank Sachsen-Anhalt; zentrale Anlaufstelle für Beratung und Antrag ist das Förderberatungszentrum der IB in Magdeburg. Da sich Konditionen und verfügbare Haushaltsmittel ändern, lohnt die Nachfrage vor der Antragstellung.
  • IB „Sachsen-Anhalt MODERN“: Aus Landesmitteln des Fonds Wohnraumförderung vergibt die IB zinsgünstige Darlehen für die altersgerechte Modernisierung selbst genutzter oder vermieteter Wohngebäude – je nach Programmteil bis 50.000 € je Wohneinheit, mit Zinsfestschreibungen von 10 oder 20 Jahren und Laufzeiten bis 30 Jahre. Das Programm steht Selbstnutzern wie Vermietern offen.
  • KfW: Der Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ läuft weiter – zinsgünstig, bis 50.000 € je Wohneinheit[2], ohne Pflegegrad, Antrag über die Hausbank. Der KfW-Zuschuss 455-B ist dagegen seit dem 31.07.2026 gestoppt[3] (2026er-Mittel ausgeschöpft; Stand: September 2026) – neue Anträge werden nicht mehr angenommen; offene Alternative: der KfW-Kredit 159.
  • Steuer: Der Lohnanteil der Handwerkerrechnung ist nach § 35a EStG zu 20 Prozent absetzbar, maximal 1.200 € pro Jahr[4] – vorausgesetzt, er ist auf der Rechnung separat ausgewiesen.
  • Krankenkasse: Reine Hilfsmittel wie Duschhocker oder Haltegriffe übernimmt die Krankenkasse im Regelfall mit ärztlicher Verordnung nach § 33 SGB V[5]; eine generelle Verordnungspflicht besteht nicht, die Krankenkasse verlangt häufig eine Genehmigung. Das entlastet, ersetzt aber keinen Umbau.

Pflegekassen-Zuschuss, Landes-Zuschuss und Darlehen lassen sich grundsätzlich kombinieren – weil die Fördergeber unterschiedlich rechnen, lassen Sie sich die Kombination im Einzelfall schriftlich bestätigen. Alle Wege im Überblick: Förderung & Zuschüsse.

Die Kernstadt: Nachkriegs- und DDR-Bausubstanz mit Altbau-Erbe

Zerbsts Stadtbild erzählt die Geschichte des Wiederaufbaus. Um den historischen Kern mit der Bartholomäikirche, deren romanischer Bau um 1215 geweiht wurde und deren Chor und Querschiff nach 1945 wiederhergestellt wurden, dem Francisceum – dem ältesten Gymnasium Sachsen-Anhalts – und der sandsteinernen Rolandstatue gruppieren sich Wohngebäude, die überwiegend ab den 1950er-Jahren entstanden sind. Dazu kommen einzelne sanierte Altbauten, die restaurierten barocken Kavaliershäuser an der Schlossfreiheit und die gesicherte Ruine des 1681 begonnenen Residenzschlosses, dessen Ostflügel bis heute erhalten ist. Ein Alten- und Pflegeheim in der Stadt nutzt die Reste des früheren Augustinerklosters, in dem einst Martin Luther predigte.

Für den Badumbau bedeutet diese Mischung dreierlei. Erstens: Viele Bäder stammen aus der Errichtungszeit der Häuser – serielle Wannenbäder der 1950er- bis 1980er-Jahre, deren Installationen inzwischen 40 Jahre und älter sind. Zweitens: Die Raumzuschnitte sind meist klar und kompakt, sodass der Umbau selten an der Geometrie scheitert. Drittens: In Wohnungen und Häusern mit geringem Bodenaufbau über Fertigteildecken ist die Systemlösung mit flacher Duschtasse die bewährte Alternative zur gefliesten bodengleichen Dusche – welche Lösung möglich ist, entscheidet der Vor-Ort-Termin. Wer in einer der Wohnsiedlungen am Rand der Kernstadt – etwa Richtung Zerbst-Nord – oder in einem der sanierten Mehrfamilienhäuser wohnt, sollte außerdem klären, ob die Wasserleitungen im Strang oder in der Wand den Anforderungen genügen; oft ist der Umbau die richtige Gelegenheit, veraltete Leitungen gleich mitzuerneuern.

Die Ortschaften: Vom Elbdorf bis zur einstigen Landstadt

Seit dem 1. Januar 2010 gehört die Fläche der früheren Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Ehle-Nuthe zur Stadt: 21 Gemeinden wurden eingegliedert, heute gliedert sich Zerbst/Anhalt in 26 Ortschaften mit 56 Ortsteilen. Für viele Bewohner ist das Alltag – für den Badumbau heißt es: Die Ausgangslagen unterscheiden sich von Dorf zu Dorf.

In den Orten im Westen und Süden des Stadtgebiets liegt alter Baubestand in besonderer Lage: Steutz und sein Ortsteil Steckby (zusammen rund 835 Einwohner) liegen an der mittleren Elbe, gegenüber von Aken; Teile der Umgebung gehören zum Biosphärenreservat Flusslandschaft Mittlere Elbe. Walternienburg (rund 445 Einwohner) liegt an der Nuthe, die nahe dem Ort in die Elbe mündet – namensgebend für die jungsteinzeitliche Walternienburger Kultur. In diesen und den übrigen Ortschaften wie Deetz, Dobritz, Grimme, Güterglück, Jütrichau, Lindau, Luso, Nedlitz, Polenzko, Reuden/Anhalt oder Straguth dominieren Ein- und Zweifamilienhäuser, Hofanlagen und Siedlungshäuser der Nachkriegszeit. Lindau führt bis heute die Bezeichnung Stadt; Güterglück besitzt einen Bahnhof an der Strecke Magdeburg–Dessau–Leipzig.

Typisch für die Dörfer: Wer hier wohnt, ist oft schon lange ansässig und möchte im Alter im eigenen Haus bleiben. Viele Bäder in den Gehöften und Siedlungshäusern sind klein und wurden nachträglich eingebaut; die Wanne steht in einer Ecke, der Raumgewinn nach dem Ausbau ist spürbar. In Eigenheimen mit ausreichendem Bodenaufbau ist die bodengleiche Dusche meist direkt umsetzbar; in alten Hofgebäuden mit Holzbalken- oder Lehmdecken entscheidet der Blick auf die Konstruktion, ob eine flache Duschtasse oder eine geflieste Lösung in Frage kommt. Ein Aspekt, den Bewohner der Ortschaften bei der Planung nicht unterschätzen sollten: Die wenigsten Dörfer haben eigenes Sanitärhandwerk vor Ort – die Anfahrtswege der Betriebe sind deshalb Teil des Angebotsvergleichs.

Warum der Vor-Ort-Termin in Zerbst/Anhalt besonders wichtig ist

Auf einer Gemarkung von 468 Quadratkilometern sitzt kaum ein Handwerksbetrieb nebenan: Fachfirmen für den Badumbau kommen in der Regel aus Zerbst selbst oder aus dem Umland – aus Dessau-Roßlau, Köthen (Anhalt), Bernburg oder Magdeburg. Umso wichtiger ist, dass ein Betrieb das Bad auch wirklich besichtigt, bevor er einen Preis nennt. Angebote, die nur auf Fotos und Telefonaten basieren, können weder Untergrund noch Leitungsverlauf noch Raummaße seriös beurteilen – gerade bei Nachkriegsbauten mit unbekannter Installationshistorie und bei alten Hofgebäuden in den Ortschaften nicht. Ein seriöser Vor-Ort-Termin dauert 30 bis 60 Minuten und endet mit einem Festpreisangebot, das Demontage, Entsorgung, Abdichtung und Armaturen enthält.

Prüfen Sie im Angebot, wie die Anfahrt kalkuliert ist. Fahrzeiten von 30 bis 60 Minuten je Richtung sind in der Flächengemeinde normal und dürfen berechnet werden – aber sie gehören transparent in den Kostenvoranschlag, nicht versteckt in einen pauschalen Zuschlag. Betriebe, die das Umland regelmäßig bedienen, haben oft gebündelte Termine in einer Region, was die Anfahrtskosten für Sie senkt.

Der Ablauf in sechs Schritten

Schritt Was passiert Zeitbedarf
1. Angebote einholen2–3 Fachbetriebe mit Vor-Ort-Termin vergleichen, Festpreise verlangen1–3 Werktage
2. Förderstatus klärenPflegegrad prüfen, Konditionen von Pflegekasse, IB und KfW erfragenvor dem Umbau
3. Anträge stellenPflegekassen-Antrag mit Kostenvoranschlag, ggf. Landesförderung – vor Baubeginneinige Wochen Vorlauf
4. Zustimmungen regelnAls Mieter: Vermieterzustimmung; Eigentumswohnung: Teilungserklärung prüfenparallel
5. UmbauSystemlösung meist an einem Tag, geflieste Dusche in mehreren Tagen1–5 Tage
6. Belege einreichenRechnungen bei Pflegekasse und IB einreichen, Zuschüsse werden ausgezahltnach dem Umbau

Der häufigste Fehler in der Praxis ist der verspätete Antrag. Planen Sie deshalb vom Wunschtermin rückwärts: Die Pflegekasse benötigt für die Zusage mehrere Wochen, und gute Handwerkertermine sind in der Region zwischen Magdeburg, Dessau-Roßlau und Köthen früh vergeben – gerade im Frühjahr und Sommer.

Kosten: Orientierungswerte für den Umbau

Ausführung Kostenrahmen
Systemlösung mit Duschtasse und Wandpaneelenca. 3.000–5.000 €
Bodengleiche, geflieste Duscheca. 5.000–8.000 €
Komplettsanierung inklusive neuer Leitungenab ca. 8.000 €
Typischer Standardfall (Systemlösung inkl. Nebenarbeiten)ca. 4.000–6.000 €

Die Angaben sind bundesweit übliche Richtwerte; die tatsächlichen Kosten hängen von Raumgröße, Untergrund, Materialwahl und Nebenarbeiten ab. Achten Sie darauf, dass im Festpreis Demontage, Entsorgung, Abdichtung nach DIN 18534 und Armaturen enthalten sind – sonst drohen Nachträge. Der Lohnanteil der Rechnung ist nach § 35a EStG zu 20 Prozent absetzbar (maximal 1.200 € pro Jahr)[4], wenn er separat ausgewiesen wird.

Worauf Sie in Zerbst/Anhalt besonders achten sollten

  1. Wege in den Ortschaften einplanen: Wohnen Sie in Steutz, Walternienburg, Nedlitz oder einer anderen Ortschaft, klären Sie bei der Angebotssuche explizit, ob der Betrieb das Umland anfährt und wie die Anfahrt berechnet wird. Vergleichen Sie auch Betriebe aus Dessau-Roßlau und Köthen – manche sind auf Flächengemeinden wie Zerbst eingerichtet und bündeln Termine.
  2. Alte Installationen mitdenken: In Nachkriegs- und DDR-Bauten liegen oft verzinkte oder veraltete Wasserleitungen unter Putz. Ist der Strang betroffen, gehört die Erneuerung in das Angebot – das verteuert den Umbau, vermeidet aber den zweiten Aufriss kurz darauf.
  3. Mietwohnungen in der Kernstadt: Ein großer Teil des Wohnens in Zerbst spielt sich in Mietwohnungen ab. Ohne schriftliche Zustimmung des Vermieters oder der Wohnungsgesellschaft geht kein Umbau; bei Pflegebedürftigkeit oder Behinderung besteht nach § 554 BGB[6] ein Anspruch auf Erlaubnis.
  4. Eigentumswohnungen und WEG: In Mehrfamilienhäusern ist vorher zu prüfen, ob Leitungsstränge, Bodenaufbau oder die Statik betroffen sind – dann entscheidet die Eigentümergemeinschaft. Reine Innenumbauten der eigenen Wohnung sind dagegen meist zustimmungsfrei.
  5. Geschützte Bausubstanz: Wer in einem der sanierten Altbauten am historischen Kern oder in einem denkmalgeschützten Gebäude wohnt, klärt Eingriffe früh mit der Denkmalbehörde des Landkreises – bei reinen Innenumbauten ist die Zustimmung meist erreichbar, braucht aber Zeit.

Wenn die Kinder nicht vor Ort wohnen: Den Umbau aus der Ferne organisieren

Viele Familien in Zerbst/Anhalt haben diesen Alltag: Die Eltern bleiben im Haus in Güterglück oder in der Wohnung in der Kernstadt, die Kinder arbeiten in Magdeburg, Leipzig oder Berlin. Der Badumbau lässt sich auch über Distanz gut organisieren, wenn die Rollen früh geklärt sind:

  • Bevollmächtigung regeln: Eine Vorsorgevollmacht für Gesundheits- und Vermögenssorge erlaubt es den Kindern, bei Pflegekasse, Handwerkern und Behörden zu handeln, wenn die Eltern das wünschen. Die Pflegekasse berät auch die Angehörigen, wenn der Versicherte zustimmt.
  • Pflegegrad prüfen lassen: Oft ist der erste Schritt der Antrag auf Pflegegrad – die Begutachtung findet zu Hause statt, die Kinder können telefonisch oder per Video zugeschaltet werden.
  • Vor-Ort-Termin nicht ersetzen: Auch aus der Ferne gilt: Ein Betrieb muss das Bad gesehen haben. Planen Sie den Besichtigungstermin in einen Ihrer Besuche bei den Eltern oder lassen Sie eine Vertrauensperson aus der Nachbarschaft teilnehmen – ein Angebot nach Fotos allein ist kein solides Angebot.
  • Zuschuss und Rechnungen: Der Zuschuss der Pflegekasse wird an die versicherte Person ausgezahlt; mit Vollmacht lässt sich das Konto mitverwalten. Sammeln Sie Kostenvoranschlag, Rechnungen und Zahlungsnachweise zentral – sie werden für Pflegekasse, Landesförderung und Steuererklärung gebraucht. Ob Sie als Angehöriger die Lohnkosten nach § 35a EStG ansetzen können, hängt von Ihrer individuellen Situation ab und gehört in die Hände des Steuerbüros.
  • Anbindung nutzen: Zerbst liegt an der Bahnstrecke Magdeburg–Dessau–Leipzig mit stündlichen Regionalexpress-Verbindungen und an der B 184; die Autobahnanschlüsse der A 9 bei Dessau-Ost und Coswig liegen rund 25 Kilometer entfernt, der Anschluss Burg-Ost an der A 2 rund 35 Kilometer. Besuche zur Baubegleitung sind also gut machbar – auch am Umbautag selbst.

Fragen und Antworten

Bekomme ich in einer Ortschaft wie Steutz, Nedlitz oder Güterglück weniger Förderung als in der Kernstadt?

Nein. Der Zuschuss der Pflegekasse und die Programme des Landes Sachsen-Anhalt knüpfen an Pflegegrad beziehungsweise Maßnahme an, nicht an den Wohnort. Ob die Dusche in Ihrem Haus machbar ist, klärt allein der Vor-Ort-Termin.

Mein Haus in der Kernstadt stammt aus den 1950er-Jahren – ist eine bodengleiche Dusche überhaupt möglich?

In vielen Fällen ja. Entscheidend sind der Bodenaufbau und der Zustand der Leitungen; bei geringer Aufbauhöhe ist die Systemlösung mit flacher Duschtasse die bewährte Alternative. Das lässt sich nur vor Ort beurteilen – ein Betrieb, der ohne Besichtigung einen Preis nennt, sollten Sie meiden.

Welche Fachfirmen kommen für einen Umbau in Zerbst/Anhalt in Frage?

Vergleichen Sie Betriebe aus Zerbst und dem Umland: Dessau-Roßlau, Köthen (Anhalt), Bernburg und Magdeburg sind über B 184, B 187a und Bahn gut erreichbar. Fragen Sie gezielt nach Referenzen aus der Region und danach, ob Ortschaften angefahren werden.

Kann ich als Mieter in Zerbst die Badewanne gegen eine Dusche tauschen?

Mit schriftlicher Zustimmung des Vermieters ja; bei Pflegebedürftigkeit oder Behinderung können Sie die Erlaubnis nach § 554 BGB[6] verlangen. Klären Sie vorher, ob und wie ein Rückbau bei Auszug erwartet wird.

Meine Eltern wohnen in Zerbst, ich in einer anderen Stadt. Kann ich den Umbau organisieren?

Ja. Mit einer Vorsorgevollmacht können Sie Anträge begleiten und Termine koordinieren. Der Zuschuss fließt an die versicherte Person; der Vor-Ort-Termin der Fachfirma bleibt Pflicht – verbinden Sie ihn mit einem Besuch bei den Eltern.

Was kostet der Badumbau in Zerbst/Anhalt?

Im Standardfall etwa 4.000 bis 6.000 € inklusive Demontage und Entsorgung; Systemlösungen beginnen bei etwa 3.000 €, geflieste bodengleiche Duschen können 8.000 € erreichen. Der Pflegekassen-Zuschuss von 4.180 €[1] deckt den Standardfall weitgehend ab.

Wie lange dauert der Umbau?

Eine Systemlösung ist meist an einem Tag montiert. Eine geflieste, bodengleiche Dusche benötigt inklusive Trocknungszeiten mehrere Tage. Planen Sie zusätzlich den Vorlauf für Förderzusagen und Handwerkertermin ein.

Fazit

Zerbst/Anhalt ist eine Stadt der weiten Wege und vielfältigen Bausubstanz – vom Nachkriegsbau in der Kernstadt über die Siedlungshäuser am Stadtrand bis zu den Höfen und Eigenheimen in den Ortschaften an Nuthe und Elbe. In jeder dieser Lagen lässt sich die Badewanne mit Förderung durch eine sichere Dusche ersetzen: Der Zuschuss der Pflegekasse bringt bis zu 4.180 €[1], die Wohnraumförderung des Landes bis zu 10.000 € je Wohneinheit, dazu kommen Darlehen der IB und der KfW. Entscheidend sind drei Dinge: der Förderantrag vor dem Baubeginn, der ehrliche Vor-Ort-Termin statt Angeboten nach Fotos und ein Festpreis, der Demontage, Entsorgung und Abdichtung enthält. Wer diese Punkte einhält, macht aus dem Badumbau in Zerbst/Anhalt ein planbares Projekt – und aus dem Bad einen Ort, an dem man auch im Alter sicher und selbstbestimmt leben kann.

Quellen

  • § 40 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Zuschuss 4.180 € / 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  • Bürger- und Unternehmensservice Sachsen-Anhalt, Wohnungsbauförderung beantragen (Zuschuss 50 % / max. 10.000 € je Wohneinheit): https://buerger.sachsen-anhalt.de/detail?pstId=183683
  • Investitionsbank Sachsen-Anhalt, „Sachsen-Anhalt MODERN“ (altersgerechte Wohnraummodernisierung): https://www.ib-sachsen-anhalt.de/de/unternehmen/wohnen-vermieten/modern/
  • KfW, Meldung zum Antragsstopp des Zuschusses 455-B vom 31.07.2026: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  • KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
  • § 554 BGB (Erlaubnis des Vermieters): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html
  • § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html
  • Wikipedia, Zerbst/Anhalt (Einwohnerzahl, Fläche, Ortsteile, Geschichte, Verkehr): https://de.wikipedia.org/wiki/Zerbst/Anhalt
  • Wikipedia, Steutz (Lage an der Elbe, Einwohner, Biosphärenreservat): https://de.wikipedia.org/wiki/Steutz
  • Wikipedia, Walternienburg (Lage an der Nuthe, Einwohner): https://de.wikipedia.org/wiki/Walternienburg

Stand: September 2026. Förderprogramme können sich ändern; vor Antragstellung aktuelle Konditionen prüfen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Quellennachweise

  1. § 40 Abs. 4 SGB XI (Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen; bis 4.180 € je Maßnahme, bei mehreren Pflegebedürftigen bis 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  2. KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (zinsgünstig, bis 50.000 € je Wohneinheit, weiterhin offen): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
  3. KfW, Antragsstopp des Zuschusses 455-B vom 31.07.2026 (Stand: September 2026): https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  4. § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen, 20 % der Lohnkosten, max. 1.200 €/Jahr): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html
  5. § 33 SGB V (Hilfsmittel; im Regelfall mit ärztlicher Verordnung): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__33.html
  6. § 554 BGB (Erlaubnisanspruch des Mieters für Barrierereduzierung): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html

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