Badumbau in Bremen: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026)

Von Rainer Brettner, Beratung & Redaktion·Stand: September 2026·ca. 9 Min. Lesezeit

VorherBadumbau in Bremen: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026) – Vorher: Badewanne mit hohem Rand
NachherBadumbau in Bremen: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026) – Nachher: bodengleiche Dusche
Wanne raus, bodengleiche Dusche rein: Der ebenerdige Einstieg senkt die Sturzgefahr deutlich.

Bremen vereint zwei Wohnwelten: In der Östlichen Vorstadt, der Neustadt oder Findorff stehen gründerzeitliche Häuser mit kompakten Bädern, während Stadtteile wie die Vahr oder Osterholz-Tenever von den großen Siedlungen der Nachkriegszeit geprägt sind. Rund 570.000 Menschen leben in der Hansestadt, der überwiegende Teil zur Miete. Wer die alte Badewanne gegen eine sichere Dusche tauschen möchte, findet in Bremen ein gutes Umfeld: regionale Fachbetriebe, Beratungsstellen und die bundesweite Förderung der Pflegekasse mit bis zu 4.180 €[1]. Ein eigenes Landesprogramm für den privaten barrierearmen Badumbau ist derzeit nicht dokumentiert – die Bremer Aufbau-Bank vergibt im Rahmen der Wohnraumförderung aber Modernisierungskredite, die barrierereduzierende Maßnahmen umfassen können. Dieser Ratgeber zeigt, wie der Umbau in Bremen abläuft.

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So wohnt Bremen: Vom Gründerzeithaus bis zur Großsiedlung

  • Viele Mietwohnungen: Der überwiegende Teil der Bremer Haushalte wohnt zur Miete. Mieter brauchen die Erlaubnis des Vermieters; dient der Umbau der Nutzung durch Menschen mit Behinderung bzw. pflegebedürftige Personen, besteht nach § 554 BGB[2] ein Anspruch auf Zustimmung. Stellen Sie die Anfrage schriftlich und legen Sie das Angebot bei.
  • Gründerzeitliche Viertel: In den älteren Stadtteilen sind die Bäder oft klein, Türen schmal und Bewegungsflächen knapp – das erfordert eine sorgfältige Planung, manchmal auch die Anpassung der Türbreite.
  • Großsiedlungen der Nachkriegszeit: Die Vahr und Osterholz-Tenever sind Beispiele für den großen Wohnungsbau der 1950er- bis 1970er-Jahre. Die Bäder sind genormt und kompakt; bodengleiche Duschen sind hier häufig gut machbar.
  • Eigentumswohnungen: Eigentümer prüfen vor dem Umbau die Teilungserklärung; je nach Umfang ist ein Beschluss der Eigentümergemeinschaft erforderlich.
  • Termine früh planen: Handwerker sind in Bremen und umzu gut ausgelastet. Wer Förderung, Vermieterzustimmung und Firmenwahl frühzeitig klärt, vermeidet unnötige Wartezeit.

Der Ablauf in Bremen: Vom Angebot bis zur fertigen Dusche

Phase Inhalt Zeitbedarf
1. AnfrageFotos, Maße und Wunschtermin an eine Fachfirma sendenwenige Minuten
2. Vor-Ort-TerminVermessung, Leitungsführung, Untergrund prüfenca. 30–60 Minuten
3. Festpreisangebotinkl. Demontage, Entsorgung, Abdichtung vergleichen1–3 Werktage
4. Förderantragbei der Pflegekasse – vor Baubeginnvor dem Umbau
5. UmbauSystemlösung oft 1 Tag, geflieste Dusche mehrere Tage1–5 Tage
6. Rechnungen einreichenBelege einreichen, Zuschuss wird ausgezahltnach dem Umbau

Wichtig: Erst beauftragen, wenn die Förderzusage vorliegt – ein zu später Antrag ist der häufigste Ablehnungsgrund. Eine Systemlösung aus Duschtasse, Wandpaneelen und Duschabtrennung ist meist an einem Tag montiert; eine bodengleiche, geflieste Dusche benötigt mehrere Tage, weil der Bodenaufbau angepasst, abgedichtet, gefliest und verfugt werden muss. Planen Sie für die Bauzeit ein Ersatzbad ein. Bereiten Sie Fotos von Wanne, Raum und Tür, die Maße des Bades, Angaben zum Gebäudejahr und zur Wohnsituation sowie Unterlagen zum Pflegegrad vor.

Was der Badumbau in Bremen kostet

Als Orientierung für Bremen gelten diese Spannen (Stand 2026):

Ausführung Kostenrahmen
Systemlösung mit Duschtasse und Wandpaneelenca. 3.000–5.000 €
Bodengleiche, geflieste Duscheca. 5.000–8.000 €
Übliche Pauschale im Standardfallca. 4.000–6.000 €

Quellen: pflege.de, altersgerecht-modernisieren.de (Kostenübersicht 2026).

Die tatsächlichen Kosten hängen von Raumgröße, Untergrund, Materialwahl und dem Umfang der Nebenarbeiten ab. In den genannten Spannen sind Demontage der Wanne, Entsorgung, Abdichtung und die neue Dusche in der Regel enthalten – sofern das Angebot sie ausdrücklich aufführt. Zusätzlich können Elektroarbeiten, ein neuer Handtuchheizkörper, Duschabtrennungen mit Sondermaßen oder Fliesenarbeiten über den Duschbereich hinaus anfallen. Holen Sie mindestens drei Angebote ein und vergleichen Sie die Leistungsverzeichnisse Punkt für Punkt – das günstigste Angebot ist nicht automatisch das beste.

Förderung in Bremen: Pflegekasse, KfW und Bremer Aufbau-Bank

Die wichtigsten Zuschüsse gelten bundesweit – auch in Bremen:

  • Pflegekasse: Mit Pflegegrad 1–5 bis zu 4.180 €[1] für den Umbau der Badewanne zur Dusche (§ 40 Abs. 4 SGB XI), bei mehreren Pflegebedürftigen im Haushalt bis zu 16.720 €[1]. Antrag vor Baubeginn stellen; benötigt werden der Nachweis des Pflegegrads, der Kostenvoranschlag und nach Abschluss die Rechnungen. Die Auszahlung erfolgt nach Einreichung der Belege.
  • KfW: Der Zuschuss 455-B ist seit dem 31.07.2026 gestoppt[3] – die 2026er-Mittel sind ausgeschöpft, neue Anträge werden nicht mehr angenommen (Stand: September 2026). Der zinsgünstige Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (bis 50.000 € je Wohneinheit)[4] läuft weiter, ohne Pflegegrad.
  • Land Bremen: Ein eigenes Landesprogramm für den privaten barrierearmen Badumbau ist in Bremen derzeit nicht dokumentiert. Die Bremer Aufbau-Bank (BAB) vergibt im Rahmen der Wohnraumförderung Modernisierungskredite, die auch barrierereduzierende Maßnahmen umfassen können – fragen Sie dort gezielt nach (bab-bremen.de).
  • Beratung: Die Wohnberatung Bremen informiert kostenlos zu barrierearmem Wohnen – eine sinnvolle erste Anlaufstelle.
  • Steuer: Die Lohnkosten der Handwerkerleistung sind nach § 35a EStG zu 20 Prozent absetzbar, maximal 1.200 € pro Jahr[5] – vorausgesetzt, der Lohnanteil ist auf der Rechnung separat ausgewiesen.

Eine Übersicht aller Fördermöglichkeiten finden Sie auf unserer Seite zu Zuschüssen für barrierearme Badumbauten: Förderung & Zuschüsse.

Warum eine Fachfirma aus Bremen?

  • Kurze Wege: Ein Betrieb aus Bremen ist schnell vor Ort – für den Ersttermin, Rückfragen und eventuelle Nachbesserungen.
  • Ortskenntnis: Fachleute aus der Region kennen die typischen Gebäude – vom gründerzeitlichen Stadthaus über den Nachkriegsbau bis zur Großsiedlung – und die üblichen Probleme wie alte Leitungen, Holzbalkendecken oder knappe Raummaße.
  • Keine langen Anfahrten: Bei einem Anbieter aus der Region entfallen Anfahrtskosten.
  • Erreichbarkeit: Ein lokaler Ansprechpartner bleibt auch bei Gewährleistungsfragen erreichbar – ein Fernangebot nach Fotos nicht.

Ein Angebot, das nur anhand von Fotos erstellt wird, kann die Gegebenheiten vor Ort nicht beurteilen: Untergrund, Leitungsführung und Raummaße sind am Bildschirm nicht zuverlässig zu bewerten. Deshalb lohnt sich der Vergleich von Betrieben aus Bremen und dem unmittelbaren Umkreis.

Bremer Stadtteile: Bausubstanz im Überblick

Stadtteil Charakter Typische Bausubstanz
Östliche VorstadtGründerzeitviertel östlich der AltstadtAltbauten mit kleinen Bädern, oft saniert
NeustadtAltstadtviertel südlich der WeserGründerzeit und Altbau, gemischte Grundrisse
FindorffStadtteil zwischen Innenstadt und BürgerparkAltbau, Reihenhäuser und Nachkriegsbau
VahrGroßsiedlung der 1950er/60er-JahreMehrfamilienhäuser mit genormten Bädern
Osterholz-TeneverGroßsiedlung der 1960er/70er-JahreMehrfamilienhäuser, teils Plattenbauweise

Quelle: bremen.de, Ortsamts- und Stadtteilporträts.

Gründerzeitviertel und Neue Vahr: Zwei Umbauwelten

Wer in Bremen umbaut, hat es je nach Stadtteil mit sehr unterschiedlicher Bausubstanz zu tun. In den gründerzeitlichen Vierteln wie der Östlichen Vorstadt sind die Bäder klein, die Türen schmal und die Decken oft aus Holz – hier überzeugen Systemlösungen mit flacher Duschtasse, die ohne Eingriff in den Boden auskommen; manchmal muss zusätzlich die Türbreite angepasst werden. In der Vahr und in Osterholz-Tenever sind die Bäder dagegen genormt und kompakt; die tragfähigen Betondecken erlauben häufig eine bodengleiche Dusche, entscheidend sind Leitungsführung und Estrich. Lassen Sie sich im Vor-Ort-Termin ausdrücklich sagen, welche Variante zu Ihrer Deckenkonstruktion passt, und bestehen Sie auf einer fachgerechten Abdichtung nach DIN 18534.

Checkliste: Fachfirma in Bremen auswählen

  • [ ] Vor-Ort-Termin: Ein seriöses Angebot entsteht erst nach Besichtigung – Untergrund und Maße lassen sich nicht per Foto beurteilen.
  • [ ] Festpreisangebot: Mit Demontage, Entsorgung, Abdichtung, Armaturen; Nachträge nur im Ausnahmefall.
  • [ ] Anfahrtskosten: Bei einem Betrieb aus Bremen oder dem Umkreis entfallen lange Anfahrtswege.
  • [ ] Referenzen: Nach abgeschlossenen Umbauten in Bremen und Umgebung fragen.
  • [ ] Abdichtung: Duschbereich fachgerecht abdichten lassen (DIN 18534) – die häufigste Fehlerquelle.
  • [ ] Versicherung und Gewährleistung: Haftung bei Schäden und Garantie auf die Arbeit klären.
  • [ ] Förderung: Pflegekassen-Antrag vor dem Baubeginn stellen, BAB-Angebote prüfen.
  • [ ] Mietrechtliche Zustimmung: Als Mieter die Erlaubnis des Vermieters schriftlich einholen.
  • [ ] Lohnkostenanteil: Auf der Rechnung separat ausweisen lassen – für die Steuererklärung (§ 35a EStG)[5].
  • [ ] Terminplan: Schriftlichen Terminplan und Ansprechpartner für den Umbautag vereinbaren.

Fragen und Antworten

Kann ich in meiner Bremer Mietwohnung das Bad umbauen?

Ja, mit der Zustimmung des Vermieters. Dient der Umbau der Nutzung durch Menschen mit Behinderung bzw. pflegebedürftige Personen, kann die Erlaubnis nach § 554 BGB[2] verlangt werden. Stellen Sie die Anfrage schriftlich und legen Sie das Angebot bei; klären Sie gleichzeitig, ob bei einem späteren Auszug ein Rückbau vereinbart wird.

Welche Duschvariante passt zu einem kompakten Altbau-Bad?

Meist eine Systemlösung mit flacher Duschtasse und Wandpaneelen – schnell montiert, ohne Eingriff in den Boden. Ob eine bodengleiche Dusche möglich ist, klärt der Vor-Ort-Termin, weil Deckenkonstruktion und Estrich entscheidend sind.

Ist eine bodengleiche Dusche in einer Großsiedlung wie der Vahr möglich?

In vielen Fällen ja, weil die Betondecken tragfähig sind. Ob die bodengleiche Lösung oder eine Systemlösung besser passt, klärt der Vor-Ort-Termin – entscheidend sind Leitungsführung und Estrich.

Gilt der Pflegekassen-Zuschuss auch in Bremen?

Ja. Bis zu 4.180 €[1] nach § 40 Abs. 4 SGB XI, bundesweit – mit Pflegegrad 1–5 und Antrag vor dem Baubeginn.

Gibt es in Bremen eine eigene Landesförderung für den Badumbau?

Ein eigenes Landesprogramm für den privaten barrierearmen Badumbau ist derzeit nicht dokumentiert. Die Bremer Aufbau-Bank vergibt im Rahmen der Wohnraumförderung Modernisierungskredite, die barrierereduzierende Maßnahmen umfassen können – fragen Sie dort gezielt nach.

Wie lange dauert der Umbau in Bremen?

Eine Systemlösung ist oft in einem Tag montiert. Für eine bodengleiche, geflieste Dusche planen Sie mehrere Tage ein, inklusive Trocknungs- und Austrocknungszeiten.

Fazit

Bremen hat viele Bäder, die sich gut umbauen lassen – vom Gründerzeit-Bad in der Östlichen Vorstadt bis zur genormten Nasszelle in der Vahr. Wer Vor-Ort-Termin, Festpreisangebot und Förderantrag vor dem Baubeginn einplant und als Mieter früh die Zustimmung des Vermieters holt, bekommt eine sichere Dusche ohne böse Überraschungen. Die wichtigsten Schritte lassen sich in wenigen Wochen erledigen: Angebote vergleichen, Förderung beantragen, bauen lassen. So wird aus der alten Wanne eine Dusche, die viele Jahre sicher bleibt.

Quellen

  • § 40 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Zuschuss 4.180 € / 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  • KfW, Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026: https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  • KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
  • Bremer Aufbau-Bank, Wohnraumförderung: https://www.bab-bremen.de
  • § 554 BGB (Erlaubnis des Vermieters): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html
  • § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html
  • pflege.de, „Wanne raus, Dusche rein“ (Kosten 4.000–6.000 €): https://www.pflege.de/barrierefreies-wohnen/badezimmer/wanne-zur-dusche/
  • Freie Hansestadt Bremen, Stadtteile: https://de.wikipedia.org/wiki/Vahr

Stand: September 2026. Förderprogramme können sich ändern; vor Antragstellung aktuelle Konditionen prüfen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Quellennachweise

  1. § 40 Abs. 4 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen; Zuschuss bis 4.180 € je Maßnahme, bis 16.720 € bei mehreren Pflegebedürftigen): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  2. § 554 BGB (Erlaubnis des Vermieters für Veränderungen, die der Nutzung durch Menschen mit Behinderung bzw. pflegebedürftige Personen dienen): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html
  3. KfW, Antragsstopp des Zuschusses 455-B vom 31.07.2026 (2026er-Mittel ausgeschöpft; Stand: September 2026): https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  4. KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (zinsgünstiges Darlehen bis 50.000 € je Wohneinheit): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
  5. § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen; 20 % der Lohnkosten, max. 1.200 € pro Jahr): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html

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