Barrierefreies Bad in St. Wendel: Umbau planen in Kernstadt, Bliestal und Ostertal (2026)


St. Wendel ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises und mit rund 25.000 Einwohnern die einzige Stadt im Kreis. Sie liegt an der Blies, am Fuß des Bosenbergs, und ist seit Jahrhunderten Wallfahrtsort – die Wendalinusbasilika im historischen Zentrum zieht jedes Jahr zahlreiche Pilger an, viele davon ältere Menschen. Zugleich ist St. Wendel Verwaltungs- und Versorgungszentrum für den ländlich geprägten Nordosten des Saarlandes: Hier sitzen Kreisverwaltung, Amtsgericht, weiterführende Schulen und der Hauptbahnhof an der Nahetalbahn, und hier hat die Globus-Handelsgruppe ihren Sitz. Wer in St. Wendel alt wird oder pflegebedürftige Angehörige hat, stellt sich früher oder später dieselbe Frage: Wie bekomme ich das Bad so umgebaut, dass Duschen und Waschen sicher bleiben – am besten ohne teure Komplettsanierung? Dieser Ratgeber schaut zuerst auf die Stadtteile, weil die Bausubstanz in St. Wendel sehr unterschiedlich ist, und erklärt dann, was ein barrierefreies Bad ausmacht, was es kostet und welche Förderung das Saarland und die Pflegekasse bieten.
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Die St. Wendeler Stadtteile: Drei Lagen, drei Ausgangslagen
Die 16 Stadtteile lassen sich nach ihrer Entstehung und Lage in drei Gruppen ordnen, die für den Badumbau jeweils typische Ausgangsbedingungen mitbringen:
| Gruppe | Stadtteile | Typische Bausubstanz | Entscheidende Frage beim Umbau |
|---|---|---|---|
| Kernstadt | St. Wendel (mit den 1859 eingemeindeten Orten) | Historischer Kern, Wohnhäuser aus allen Epochen, Mietwohnungen | Wer stimmt dem Umbau zu – Eigentümer oder Vermieter? |
| Bliestal-Ortsteile | Bliesen, Niederlinxweiler, Oberlinxweiler, Remmesweiler, Urweiler, Winterbach | Siedlungshäuser, Ein- und Zweifamilienhäuser entlang der Blies und der B 41 | Passt eine bodengleiche Dusche in den vorhandenen Bodenaufbau? |
| Ostertal-Ortsteile | Bubach, Dörrenbach, Hoof, Leitersweiler, Marth, Niederkirchen, Osterbrücken, Saal, Werschweiler (alle „im Ostertal“) | Ältere Wohnhäuser und Höfe in den Seitentälern, dazu Neubaugebiete | Wie organisiere ich Handwerker und Termine bei größeren Entfernungen? |
Die Kernstadt: Historisches Zentrum und Versorgung auf kurzen Wegen
Die Kernstadt ist das wirtschaftliche und kulturelle Herz: Rund um Wendalinusbasilika, Schlossplatz und die Fußgängerzone findet sich der Handel, entlang der B 41 mit ihren Anschlussstellen City und Alsfassen liegen Wohngebiete aus der Nachkriegszeit und den folgenden Jahrzehnten. Der Bestand ist gemischt – von älteren Mehrfamilienhäusern mit kleinen Bädern über Wohnblocks bis zu Einfamilienhausgebieten am Stadtrand. Ein erheblicher Teil der Wohnungen ist vermietet; wer als Mieter ein barrierefreies Bad einbauen möchte, braucht die schriftliche Zustimmung des Vermieters. Bei Pflegebedürftigkeit oder Behinderung besteht nach § 554 BGB[1] ein Anspruch auf Erlaubnis – der Vermieter kann den Umbau dann nur in begründeten Ausnahmefällen verweigern. Vorteil der Kernstadt: Kreisverwaltung, Amtsgericht, Bahnhof und Geschäfte sind auch ohne Auto erreichbar, und im Notfall ist die Versorgung nah. Das macht den barrierefreien Umbau hier besonders wertvoll, denn die Wege lassen sich dann auch mit Rollator oder Rollstuhl bewältigen.
Die Bliestal-Ortsteile: Wohnen an der Verkehrsachse
Bliesen, Niederlinxweiler, Oberlinxweiler, Remmesweiler, Urweiler und Winterbach liegen entlang der Blies, der B 41 und der Nahetalbahn. In Bliesen, dem größten der eingemeindeten Dörfer, ist mit dem Gewerbegebiet Hungerthal ein Stück Arbeitswelt zu Hause – von hier aus beliefert die Bäckerei Gillen ihre Filialen im Saarland und in Rheinland-Pfalz. Nieder- und Oberlinxweiler haben eigene Bahnhalte an der Nahetalbahn, über die St. Wendel stündlich Anschluss Richtung Saarbrücken und ins Rhein-Main-Gebiet hat; Winterbach liegt am Kreuzungspunkt von B 41 und B 269. In den Bliestal-Orten dominieren Einfamilien- und Siedlungshäuser der 1950er- bis 1980er-Jahre mit seriellen Bädern: eine Badewanne, dazu oft ein kleines WC. Für den Umbau ist das eine gute Nachricht, denn diese Bäder sind klar geschnitten, und die Wasseranschlüsse sitzen an vorhersehbaren Stellen. Häufig lassen sich hier Systemlösungen mit flacher Duschtasse in ein bis zwei Tagen montieren. Wer dauerhaft im Erdgeschoss wohnt – etwa in einem Bungalow in Bliesen oder Remmesweiler –, profitiert besonders, weil dann Bad, Schlafzimmer und Eingang auf einer Ebene liegen.
Die Ostertal-Ortsteile: Dörfliche Struktur in den Seitentälern
Bubach, Dörrenbach, Hoof, Leitersweiler, Marth, Niederkirchen, Osterbrücken, Saal und Werschweiler – alle im Ostertal – sind kleinere, dörflich geprägte Orte, die teils an der Ostertalbahn liegen, auf der heute vor allem Museums- und Ausflugszüge verkehren. Die Geschichte spiegelt sich bis heute in der Konfessionsverteilung: Während das obere Bliestal überwiegend katholisch ist, ist das Ostertal vorwiegend evangelisch geprägt. In den Dörfern stehen ältere Wohnhäuser und Höfe neben Neubaugebieten; die Wege zu Arzt, Einkauf und Bahnhof sind länger als in der Kernstadt. Für den barrierefreien Badumbau heißt das konkret: Planen Sie großzügig. Wer in Marth oder Osterbrücken wohnt, sollte bei der Angebotseinholung Betriebe aus dem gesamten Umfeld anfragen – aus St. Wendel selbst, aber auch aus Ottweiler, Neunkirchen, Lebach oder dem Raum Saarbrücken, die über B 41, B 269 und die Landstraßen gut erreichbar sind. Sinnvoll ist es, Vor-Ort-Termine mehrerer Firmen an einem Vormittag zu bündeln und nach Anfahrtskosten im Festpreis zu fragen. Ältere Wohnhäuser mit geringer Aufbauhöhe lassen sich oft am saubersten mit einer flachen Duschtasse umrüsten, die ohne Eingriff in die Decke auskommt.
Was ein barrierefreies Bad ausmacht – und was „barrierearm“ bedeutet
Ein Bad ist dann wirklich barrierefrei, wenn es ohne fremde Hilfe sicher genutzt werden kann – im Zweifel auch im Rollstuhl. Fachbetriebe orientieren sich dabei an der DIN 18040-2 für barrierefreies Bauen im Wohnungsbau. Die wichtigsten Elemente beim Umbau von der Wanne zur Dusche:
- Ebenerdiger oder sehr niedriger Einstieg: Die größte Gefahr im Bad ist die Stufe – über den Wannenrand oder in die Wanne hinein. Eine bodengleiche Dusche oder eine Dusche mit flacher Tasse entfernt diese Stufe.
- Rutschhemmende Beläge: Auf dem Duscheboden und im nassen Bereich sollten die Fliesen rutschhemmend sein; das gilt auch für die Übergänge.
- Haltegriffe und Stützmöglichkeiten: Fachgerecht in der Wand verankerte Haltegriffe an Dusche und WC geben Sicherheit beim Stehen und Hinsetzen. Viele Angebote enthalten sie als Option – nachrüsten ist später teurer als gleich mitplanen.
- Sitzmöglichkeit: Ein Klappsitz oder ein stabiler Duschhocker erlaubt das Waschen im Sitzen und entlastet die Gelenke.
- Bewegungsfläche: Wer mit Rollator oder Rollstuhl duschen möchte, braucht Platz zum Rangieren und eine bodengleiche, ebene Fläche.
- Erreichbare Bedienelemente: Armaturen sollten auch im Sitzen erreichbar sein; ein Thermostat mit Verbrühschutz gehört inzwischen zum Standard.
Wichtig ist der Unterschied zwischen „barrierefrei“ und „barrierearm“: Nicht jedes Bad muss die vollen Normmaße für den Rollstuhl erreichen. Für viele ältere Menschen reicht ein barrierearmes Bad – ebenerdige Dusche, ein Haltegriff, rutschhemmender Boden –, um selbstständig zu bleiben. Das senkt den Aufwand erheblich, und genau dafür gibt es die Zuschüsse des Saarlandes, die einzelne Maßnahmen fördern.
Vom Wannenbad zum Duschbad: Die Wege dorthin
Die Systemlösung: Eine fertige Duschfläche aus Sanitärkeramik oder Verbundmaterial mit Wandpaneelen. Sie wird auf den vorhandenen Boden gesetzt (Aufbauhöhe oft nur wenige Zentimeter), die alte Wanne wird am selben Tag demontiert und entsorgt. Vorteile: schnelle Montage in ein bis zwei Tagen, klarer Festpreis, geringe Staub- und Schmutzbelastung – ideal, wenn das Bad weiter genutzt werden muss.
Die geflieste, bodengleiche Dusche: Hier wird der Boden im Duschbereich neu aufgebaut, mit Gefälle und Abdichtung nach DIN 18534, anschließend gefliest und mit einer Glaswand oder einem Vorhang abgeschlossen. Das Ergebnis ist optisch am hochwertigsten und im Alltag am leichtesten zu reinigen, braucht aber mehrere Tage inklusive Trocknungszeiten und ist die teurere Variante.
Die Zwischenlösung für zuhause: Wer noch unentschlossen ist oder kurzfristig Sicherheit schaffen möchte, kann mit einfachen Mitteln beginnen: ein stabiler Duschhocker, eine rutschhemmende Matte in der Wanne, ein Haltegriff am Wannenrand. Und wer das Baden nicht aufgeben möchte, kann einen Wannenlifter nutzen – solche Hilfsmittel können im Regelfall mit ärztlicher Verordnung von der Krankenkasse bezuschusst werden[2] (mehr dazu bei der Förderung). Diese Lösungen ersetzen keinen Umbau, überbrücken aber Wartezeiten, bis Handwerker- und Fördermitteltermine stehen.
Was ein barrierefreies Bad in St. Wendel kostet
Die Kosten hängen von der Ausgangslage im jeweiligen Stadtteil ab – ein Bungalow in Bliesen mit Fußbodenheizung im Erdgeschoss ist anders zu bewerten als ein Altbau in der Kernstadt. Als Richtwerte für den Umbau von der Wanne zur Dusche gelten bundesweit:
| Maßnahme | Kostenrahmen | Dauer |
|---|---|---|
| Systemlösung mit Duschtasse und Wandpaneelen | ca. 3.000–5.000 € | 1–2 Arbeitstage |
| Bodengleiche Dusche mit Fliesenarbeiten | ca. 5.000–8.000 € | mehrere Tage |
| Üblicher Gesamtaufwand im Standardfall (inklusive Demontage und Entsorgung) | ca. 4.000–6.000 € | je nach Variante |
Dazu kommen bei Bedarf kleinere Positionen wie Haltegriffe, Klappsitz, neue Armaturen oder das Nachrüsten des Abflusses. Achten Sie darauf, dass Demontage, Entsorgung, Abdichtung und Armaturen im Festpreis stehen – Nachträge sind die häufigste Kostenfalle. Ein Rechenbeispiel als Orientierung: Liegt das Angebot bei 5.200 Euro und besteht ein Pflegegrad, zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 Euro[3] dazu; der Eigenanteil sinkt auf etwa 1.000 Euro. Zusätzlich lassen sich 20 Prozent der Lohnkosten über die Steuererklärung zurückholen (§ 35a EStG, bis 1.200 Euro pro Jahr[4]).
Förderung: Wer das barrierefreie Bad in St. Wendel bezuschusst
Für St. Wendel gelten die saarländischen und bundesweiten Programme – zusammengefasst die wichtigsten:
- Pflegekasse (§ 40 Abs. 4 SGB XI): Mit Pflegegrad 1–5 bis zu 4.180 Euro[3] für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen wie den Wannenumbau; bei mehreren Pflegebedürftigen im Haushalt bis zu 16.720 Euro[3]. Antrag vor Baubeginn.
- Landeszuschuss des Saarlandes (MASFG): Einzelne barrierereduzierende Maßnahmen – genau der Fall „Dusche statt Wanne“ – werden mit bis zu 5.000 Euro gefördert, mit Schwerbehinderung (Merkzeichen G/aG) oder Pflegegrad bis zu 7.500 Euro; die komplett barrierefreie Anpassung der Wohnung mit bis zu 7.500 bzw. 11.250 Euro. Voraussetzungen: eine Person ab 60 Jahren, mit Schwerbehinderung oder Pflegegrad im Haushalt sowie Einkommensgrenzen (32.000 € netto für Ein- und 48.000 € für Zweipersonenhaushalte). Leistungen der Pflegekasse werden angerechnet.
- SIKB-Darlehen: Die Saarländische Investitionskreditbank bietet für selbst genutztes Wohneigentum zinsgünstige Modernisierungsdarlehen bis 80 Prozent der Kosten (maximal 75.000 €, nominal 1,0 Prozent Zins) – unabhängig von Alter und Pflegegrad.
- KfW: Der Zuschuss 455-B zur Barrierereduzierung ist seit dem 31.07.2026 gestoppt – die 2026er-Mittel sind ausgeschöpft, neue Anträge werden nicht mehr angenommen (Stand: September 2026)[5]. Der zinsgünstige Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (bis 50.000 € je Wohneinheit[6]) läuft weiter.
- Krankenkasse (§ 33 SGB V): Die Krankenkasse finanziert keine Umbauten, wohl aber Hilfsmittel – etwa Wannenlifter oder Duschhocker, im Regelfall, wenn sie ärztlich verordnet werden[2]. Das ist eine sinnvolle Ergänzung, solange der Umbau noch nicht erfolgt ist.
- Steuererklärung (§ 35a EStG): 20 Prozent der Handwerker-Lohnkosten sind absetzbar, bis 1.200 Euro pro Jahr[4].
Weitere Details und die komplette Übersicht: Förderung & Zuschüsse und Barrierefreies Bad nach DIN 18040. Der wichtigste Grundsatz für alle Zuschüsse: erst die Förderzusagen einholen, dann beauftragen. Wer nach dem Umbau beantragt, geht leer aus.
Für Angehörige: Den Umbau von außen organisieren
Viele Kinder organisieren den Badumbau für Eltern, die in St. Wendel wohnen, während sie selbst im Rhein-Main-Gebiet, in Saarbrücken oder anderswo leben. Diese Reihenfolge hat sich in der Praxis bewährt:
- Gespräch und Bestandsaufnahme: Klären Sie mit Ihren Eltern, wie das Bad genutzt wird und wo die Unsicherheiten liegen – häufig beim Ein- und Aussteigen aus der Wanne. Fotografieren Sie das Bad aus allen Blickwinkeln und notieren Sie Maße.
- Pflegegrad prüfen: Auch mit geringem Unterstützungsbedarf kann ein Pflegegrad 1 vorliegen – und der öffnet die Tür zum 4.180-Euro-Zuschuss[3]. Die Pflegekasse berät kostenlos; die Begutachtung übernimmt der Medizinische Dienst. Ein Anruf kostet nichts und klärt, ob sich der Antrag lohnt.
- Förderung und Firmen parallel starten: Holen Sie drei Festpreisangebote ein und stellen Sie die Förderanträge, sobald die Angebote vorliegen – nicht erst nach dem Umbau. Fragen Sie bei den Firmen, ob Angehörige per Video am Vor-Ort-Termin teilnehmen können; viele Betriebe sind daran gewöhnt.
- Termine bündeln: Gerade in den Ostertal-Ortsteilen lohnt es, Vor-Ort-Termine mehrerer Firmen an einem Tag zu legen, damit nicht jede Anreise einzeln bezahlt wird.
- Gewährleistung dokumentieren: Halten Sie fest, wer bei Fragen erreichbar ist, und bewahren Sie Rechnungen und Gewährleistungsunterlagen an einem Ort auf – die Belege brauchen Sie ohnehin für die Förderung.
Wenn Ihre Eltern in der Kernstadt wohnen, können sie viele Schritte selbst erledigen, weil Kreisverwaltung, Beratungsstellen und Geschäfte fußläufig erreichbar sind. In den ländlichen Ortsteilen übernehmen Sie als Angehörige die Koordination besser selbst – oder Sie nutzen die Angebote des Landkreises St. Wendel, der als Träger der Kreissozialverwaltung in solchen Fragen Anlaufstelle ist.
Checkliste: Barrierefreies Bad in St. Wendel planen
- [ ] Nutzung analysieren: Wer nutzt das Bad, wo bestehen Unsicherheiten, ist ein Rollator im Spiel?
- [ ] Pflegegrad prüfen lassen (kostenlose Beratung bei der Pflegekasse)
- [ ] Fördermittel-Status klären: Landeszuschuss MASFG, Pflegekasse, KfW 455-B (seit 31.07.2026 gestoppt[5]; Alternative: Kredit 159[6]), SIKB
- [ ] Mindestens drei Festpreisangebote mit Vor-Ort-Termin einholen – auch Firmen aus dem Umland anfragen
- [ ] Ebenerdiger Einstieg, rutschhemmende Beläge, Haltegriffe und Sitzmöglichkeit einplanen
- [ ] Abdichtung nach DIN 18534 im Angebot festschreiben
- [ ] Angebote auf Demontage, Entsorgung und Armaturen prüfen (Nachträge vermeiden)
- [ ] Förderanträge vor Baubeginn stellen
- [ ] Als Mieter: Vermieterzustimmung einholen (§ 554 BGB[1] bei Pflegebedürftigkeit)
- [ ] Lohnkosten separat ausweisen lassen für § 35a EStG
- [ ] Terminplan, Behelfslösung und Notfallkontakt für die Umbautage vereinbaren
Fragen und Antworten
Ist in einem alten Haus im Ostertal eine bodengleiche Dusche möglich?
Meistens ja – entscheidend sind Bodenaufbau und Leitungen, das klärt nur der Vor-Ort-Termin. Bei geringer Aufbauhöhe ist die flache Duschtasse die sichere Lösung, weil sie ohne Eingriff in die Decke auskommt. Fragen Sie Betriebe aus dem gesamten Umfeld (St. Wendel, Ottweiler, Neunkirchen, Lebach), damit die Anfahrtswege kurz bleiben.
Mein Vater wohnt in Bliesen – wer hilft beim Antrag bei der Pflegekasse?
Der Antrag ist einfacher als oft befürchtet: Die Pflegekasse nimmt ihn formlos entgegen, die Begutachtung übernimmt der Medizinische Dienst. Kostenlose Beratung gibt es bei der Pflegekasse selbst, beim Pflegestützpunkt des Landkreises St. Wendel und bei den Sozialdiensten. Angehörige dürfen den Antrag mit Vollmacht stellvertretend stellen.
Was ist der Unterschied zwischen barrierearm und barrierefrei?
Barrierefrei bedeutet, dass das Bad ohne fremde Hilfe und notfalls im Rollstuhl nutzbar ist – nach DIN 18040-2. Barrierearm heißt: Die wichtigsten Stolperfallen wie der Wannenrand sind beseitigt, aber nicht alle Normmaße sind erfüllt. Für die meisten älteren Menschen ist ein barrierearmes Bad der richtige Kompromiss – und genau dafür gibt es die Einzelmaßnahmen-Förderung des Saarlandes.
Gilt in St. Wendel dieselbe Förderung wie in Saarbrücken?
Ja. Landeszuschuss (MASFG), SIKB-Darlehen, Pflegekassen-Zuschuss und KfW-Programme gelten landesweit einheitlich für das gesamte Saarland. Der Antrag für den Landeszuschuss geht beim Ministerium in Saarbrücken ein – unabhängig davon, ob Sie in der Kernstadt, im Bliestal oder im Ostertal wohnen.
Kann die Krankenkasse etwas zum barrierefreien Bad beisteuern?
Nicht für den Umbau selbst, aber für Hilfsmittel: Wannenlifter, Duschhocker oder Badewannentüren können im Regelfall bei ärztlicher Verordnung als Hilfsmittel nach § 33 SGB V[2] bezuschusst werden. Das ist eine sinnvolle Zwischenlösung, bis der Umbau terminiert ist.
Wie lange dauert der Umbau, und kann meine Mutter währenddessen zuhause bleiben?
Eine Systemlösung ist in ein bis zwei Tagen montiert – viele Betriebe schaffen Demontage und Montage an einem Tag. Für eine geflieste bodengleiche Dusche sind mehrere Tage einzuplanen. Klären Sie vorher, ob WC und Waschbecken während der Arbeiten nutzbar bleiben; wenn nicht, organisieren Sie rechtzeitig eine Übergangslösung bei Nachbarn oder Angehörigen – in den Dörfern des Ostertals hilft da oft die Nachbarschaft, in der Kernstadt sind die Wege kurz.
Fazit
St. Wendel ist keine Großstadt mit anonymem Wohnungsbestand, sondern eine Kreisstadt aus vielen gewachsenen Ortsteilen – von der Kernstadt an der Basilika über die Siedlungen im Bliestal bis zu den Dörfern im Ostertal. Für jede dieser Lagen gibt es die passende Lösung: die schnelle Systemlösung im kompakten Bestandsbad, die geflieste bodengleiche Dusche im Bungalow oder die barrierearme Grundausstattung mit Haltegriffen und rutschhemmendem Boden. Dank Pflegekassen-Zuschuss, saarländischem Landeszuschuss und SIKB-Darlehen ist der Umbau auch für Normalverdiener machbar – wer die Anträge vor Baubeginn stellt und Festpreise vergleicht, behält die Kosten im Griff und gewinnt ein Stück Selbstständigkeit zurück, das im Alter kaum zu bezahlen ist.
Quellen
- Stadt St. Wendel (Stadtteile, Geschichte, Verkehr, Unternehmen): https://de.wikipedia.org/wiki/St._Wendel
- Landkreis St. Wendel (Struktur, Bostalsee, Konfessionen): https://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis_St._Wendel
- Saarland (MASFG), Förderung barrierefreien Wohnens: https://www.saarland.de/masfg/DE/portale/sozialesleben/leistungensoziales/wohnraum/wohnraum
- SIKB, Modernisieren – Sanieren: https://www.sikb.de/modernisieren-sanieren
- KfW, Antragsstopp des Zuschusses 455-B vom 31.07.2026: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
- KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
- § 40 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
- § 33 SGB V (Hilfsmittel der Krankenkasse): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__33.html
- § 554 BGB (Erlaubnis des Vermieters): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html
- § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html
- Kostenrahmen Wannenumbau (Richtwerte): https://www.pflege.de/barrierefreies-wohnen/badezimmer/wanne-zur-dusche/
Stand: September 2026. Förderprogramme können sich ändern; vor Antragstellung aktuelle Konditionen prüfen. Alle Angaben ohne Gewähr.
Quellennachweise
- § 554 BGB (Erlaubnis baulicher Veränderungen, die der Nutzung durch Menschen mit Behinderung dienen): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html ↩
- § 33 SGB V (Hilfsmittel der Krankenkasse, im Regelfall mit ärztlicher Verordnung): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__33.html ↩
- § 40 Abs. 4 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, bis 4.180 € je Maßnahme bzw. 16.720 € bei mehreren Pflegebedürftigen): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html ↩
- § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen, 20 % der Arbeitskosten, max. 1.200 € pro Jahr): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html ↩
- KfW, Antragsstopp des Zuschusses 455-B vom 31.07.2026 (Stand: September 2026): https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html ↩
- KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (bis 50.000 € je Wohneinheit): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/ ↩
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