Badumbau in Kempen: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026)

Von Rainer Brettner, Beratung & Redaktion·Stand: September 2026·ca. 9 Min. Lesezeit

VorherBadumbau in Kempen: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026) – Vorher: Badewanne mit hohem Rand
NachherBadumbau in Kempen: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026) – Nachher: bodengleiche Dusche
Wanne raus, bodengleiche Dusche rein: Der ebenerdige Einstieg senkt die Sturzgefahr deutlich.

Kempen liegt am linken Niederrhein im Kreis Viersen und zählt rund 34.000 Einwohner. Die Stadt nennt sich Thomasstadt – nach Thomas von Kempen, dem berühmten mittelalterlichen Theologen – und besitzt eine der besterhaltenen historischen Altstädte der Region: Buttermarkt, Kuhtor, Peterturm und die kurkölnische Landesburg prägen das Bild, das seit den 1960er-Jahren behutsam saniert wurde. Daneben gehören die Stadtteile St. Hubert (rund 7.900 Einwohner), Tönisberg (rund 3.300) und Schmalbroich (rund 1.900) mit den Siedlungsbereichen Wall, Klixdorf und Ziegelheide zur Stadt. Diese Mischung aus denkmalgeschützter Altstadt, gewachsenen Ortskernen und modernen Baugebieten bestimmt auch die Bäder: vom kleinen Bad in einem historischen Fachwerkhaus über die Mietwohnung im Altbau bis zum großzügigen Bad im Einfamilienhaus der 1970er-Jahre. Der Umbau der Wanne zur Dusche ist in allen diesen Fällen der häufigste Weg zu mehr Sicherheit im Alltag – der Einstieg über den Wannenrand gehört zu den größten Sturzfallen im Haushalt.

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Warum ein lokaler Betrieb aus Kempen die bessere Wahl ist

  • Kenntnis der Quartiere: Ein Betrieb aus Kempen oder dem Kreis Viersen kennt die Eigenheiten der Altstadt ebenso wie die der Stadtteile St. Hubert, Tönisberg und Schmalbroich – und weiß, wo typische Probleme lauern.
  • Kurze Anfahrtswege: Vom Standort in Kempen oder im direkten Umland sind Vor-Ort-Termine und Nachbesserungen ohne lange Anfahrt machbar – das spart Kosten.
  • Verlässliche Ansprechpartner: Wer in der Stadt ansässig ist, bleibt auch bei Gewährleistungsfragen erreichbar. Angebote, die nur auf Fotos basieren, können Untergrund und Raummaße nicht seriös beurteilen.
  • Erfahrung mit alter Bausubstanz: Betriebe aus der Region haben Routine mit historischen Häusern und wissen, was in einem denkmalgeschützten Umfeld zu beachten ist.

Typische Ausgangslage in Kempen

  • Historische Altstadt: Der Kern um Buttermarkt und Burg besteht aus alten, teils denkmalgeschützten Häusern. Die Bäder wurden oft nachträglich eingebaut – mit kleinen Grundrissen, knappen Türbreiten und Leitungen, deren Zustand sich erst vor Ort zeigt.
  • Altstadt-Rand und Wohnstraßen der Nachkriegszeit: Um die Altstadt liegen Wohnlagen des 19. und 20. Jahrhunderts mit gemischter Bausubstanz – vom Altbau über das Reihenhaus bis zum Geschosswohnungsbau.
  • St. Hubert: Der größte Stadtteil hat nach der behutsamen Sanierung seines Ortskerns einen hohen Wohnwert; moderne Baugebiete und dörfliche Strukturen liegen dicht beieinander. Viele Familien und ältere Menschen wohnen hier im eigenen Haus.
  • Tönisberg: Der Stadtteil liegt erhöht auf dem Niederrheinischen Höhenzug. Die Höhenlage mit ihren Steigungen macht barrierefreie Zugänge besonders relevant – auch für Handwerkertermine mit schwerem Gerät.
  • Schmalbroich: Die Streusiedlungen Wall, Klixdorf und Ziegelheide sind ländlich geprägt; Einfamilienhäuser dominieren.
  • Mietwohnungen: In der Kernstadt gibt es einen Mietbestand. Mieter benötigen die schriftliche Zustimmung des Vermieters; dient der Umbau der Nutzung durch Menschen mit Behinderung bzw. pflegebedürftige Personen, greift der Anspruch aus § 554 BGB[1].

Badumbau in der Kempener Altstadt: Historische Häuser, moderne Duschen

Die Kempener Altstadt ist ein Schmuckstück – für den Badumbau stellt sie besondere Anforderungen:

  • Platz ist relativ: In den historischen Häusern sind die Bäder oft klein. Wer die Wanne entfernt, gewinnt spürbar Fläche – für eine ebenerdige Dusche, mehr Bewegungsraum oder einen Waschtisch.
  • Denkmalschutz früh klären: Bei denkmalgeschützten Häusern lohnt das Gespräch mit der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Kempen. Der Badumbau im Inneren ist meist unkritisch, weil er die Substanz nicht verändert – bei sichtbaren Eingriffen an Fassade oder Fenstern sieht es anders aus. Planen Sie dafür etwas Vorlauf ein.
  • Systemlösung als bewährte Wahl: Bei geringen Aufbauhöhen und empfindlichen Decken ist die Systemlösung mit flacher Duschtasse (ca. 3–4 cm Aufbauhöhe) häufig die pragmatischste Lösung – sie kommt ohne große Eingriffe in die Bausubstanz aus.

Der Ablauf in Kempen: In sechs Schritten zur neuen Dusche

Schritt Was passiert Zeitbedarf
1. AnfrageFotos und Maße an 2–3 Fachbetriebe sendenwenige Minuten
2. Vor-Ort-TerminUntergrund, Leitungen und Raummaße prüfenca. 30–60 Minuten
3. Festpreisangeboteinkl. Demontage, Entsorgung, Abdichtung vergleichen1–3 Werktage
4. FörderantragPflegekasse – vor Baubeginn stellenvor dem Umbau
5. UmbauSystemlösung ca. 1 Tag, geflieste Dusche mehrere Tage1–5 Tage
6. Belege einreichenRechnungen einreichen, Zuschuss wird ausgezahltnach dem Umbau

Der häufigste Fehler: Der Förderantrag kommt zu spät. Erst wenn die Zusage der Pflegekasse vorliegt, sollte der Auftrag vergeben werden. Als Mieter klären Sie parallel die Vermieterzustimmung – schriftlich und idealerweise mit beigefügtem Angebot.

Kosten: Was der Badumbau in Kempen kostet

Ausführung Kostenrahmen
Systemlösung mit Duschtasse und Wandpaneelenca. 3.000–5.000 €
Bodengleiche, geflieste Duscheca. 5.000–8.000 €
Typische Gesamtkosten im Standardfallca. 4.000–6.000 €

Die Bandbreite entsteht durch Raumgröße, Untergrund, Materialwahl und Nebenarbeiten (Elektro, Heizkörper, Fliesen). In der Altstadt können aufwendigere Leitungsführungen den Preis erhöhen; in den Einfamilienhäusern der Stadtteile bleibt der Standardfall meist im Rahmen. Achten Sie darauf, dass Demontage, Entsorgung und Abdichtung im Angebot stehen – sonst drohen Nachträge. Der Lohnanteil der Rechnung ist nach § 35a EStG zu 20 Prozent absetzbar (maximal 1.200 € pro Jahr)[2].

Förderung in Kempen: Pflegekasse, KfW und Land

  • Pflegekasse: Mit Pflegegrad 1–5 bis zu 4.180 €[3] Zuschuss für den Wannenumbau (§ 40 Abs. 4 SGB XI); bei mehreren Pflegebedürftigen im Haushalt bis zu 16.720 €[3]. Antrag vor Baubeginn.
  • KfW: Der Zuschuss 455-B ist seit dem 31.07.2026 gestoppt[4] – die 2026er-Mittel sind ausgeschöpft, neue Anträge werden nicht mehr angenommen (Stand: September 2026). Der zinsgünstige Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (bis 50.000 € je Wohneinheit)[5] läuft weiter, auch ohne Pflegegrad.
  • Land NRW: Die NRW.BANK bietet zinsgünstige Darlehen für altersgerechte Umbauten – Antrag über die Hausbank.
  • Krankenkasse: Die gesetzliche Krankenkasse beteiligt sich nicht am Umbau selbst. Sie übernimmt nur Hilfsmittel wie Badewannenlifter oder Duschhocker nach § 33 SGB V[6] – eine Ergänzung, kein Ersatz für den Wannenumbau.
  • Kommune: Stadt Kempen und Kreis Viersen informieren zu barrierearmem Wohnen; Beratungsangebote ändern sich regelmäßig – nachfragen lohnt sich.

Alle Fördermöglichkeiten im Überblick: Förderung & Zuschüsse.

Typische Herausforderungen in Kempen

  1. Alte Bausubstanz in der Altstadt: Nachträglich eingebaute Bäder, knappe Türbreiten, unklare Leitungswege – der Vor-Ort-Termin ist in der Altstadt Pflicht, Fotos reichen nicht.
  2. Denkmalschutz: Bei geschützten Häusern frühzeitig mit der Unteren Denkmalbehörde sprechen. Der Innenumbau ist meist zügig machbar, braucht aber manchmal eine Abstimmung.
  3. Höhenlage in Tönisberg: Steile Straßen und Grundstücke erschweren Anfahrten und Materialtransport. Gute Betriebe planen das ein; fragen Sie bei Angeboten mit großer Preisdifferenz nach dem Grund.
  4. Knappe Handwerkerkapazitäten: Die Region zwischen Krefeld, Mönchengladbach und dem linken Niederrhein ist stark nachgefragt. Wer Angebote und Förderantrag früh startet, sichert sich die besseren Termine.

Checkliste: Fachfirma in Kempen auswählen

  • [ ] Vor-Ort-Termin vereinbaren – Fotos ersetzen keine Besichtigung
  • [ ] Festpreisangebot mit Demontage, Entsorgung, Abdichtung, Armaturen
  • [ ] Referenzen aus Kempen und dem Kreis Viersen zeigen lassen
  • [ ] Abdichtung nach DIN 18534 festschreiben
  • [ ] Versicherung und Gewährleistung klären
  • [ ] Bei Denkmalschutz: Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde
  • [ ] Förderantrag vor Baubeginn stellen
  • [ ] Als Mieter: Vermieterzustimmung schriftlich einholen
  • [ ] Lohnkostenanteil für § 35a EStG separat ausweisen lassen
  • [ ] Terminplan und Ansprechpartner für den Umbautag vereinbaren

Von der Thomasstadt bis Tönisberg: Die Kempener Stadtteile im Vergleich

Die Altstadt mit Buttermarkt, Kuhtor und Burg ist das Herz Kempens – und für den Badumbau der anspruchsvollste Fall: historische Häuser, kleine Bäder, oft nachträglich verlegte Leitungen. Wer hier zur Miete wohnt, braucht die schriftliche Zustimmung des Vermieters; dient der Umbau der Nutzung durch Menschen mit Behinderung bzw. pflegebedürftige Personen, besteht ein Anspruch nach § 554 BGB[1]. In den Wohnstraßen um die Altstadt und in den Baugebieten der Nachkriegszeit sind die Bäder dagegen meist standardisiert – der Umbau gelingt dort oft ohne große Überraschungen.

St. Hubert, der größte Stadtteil, verbindet einen sanierten Ortskern mit modernen Baugebieten und bietet viel Wohnqualität für Familien und ältere Menschen. Tönisberg liegt erhöht auf dem Niederrheinischen Höhenzug, einer eiszeitlichen Moränenlandschaft – die Hügellage macht barrierearme Zugänge doppelt wichtig, denn der Weg ins Haus führt hier oft über Stufen. Schmalbroich schließlich ist mit den Siedlungsbereichen Wall, Klixdorf und Ziegelheide ländlich und ruhig; die Einfamilienhäuser dort sind typische Kandidaten für einen unkomplizierten Badumbau mit bodengleicher Dusche.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet der Badumbau in Kempen?

Im Standardfall ca. 4.000–6.000 € inklusive Demontage und Entsorgung; Systemlösungen beginnen bei etwa 3.000 €, geflieste bodengleiche Duschen können 8.000 € erreichen. In der Altstadt können aufwendigere Leitungsführungen den Preis erhöhen.

Darf ich in einem denkmalgeschützten Haus in der Kempener Altstadt das Bad umbauen?

In der Regel ja – der Umbau im Inneren verändert die geschützte Substanz meist nicht. Fragen Sie frühzeitig bei der Unteren Denkmalbehörde der Stadt nach; bei sichtbaren Eingriffen an Fassade oder Fenstern ist eine Abstimmung nötig.

Ist eine bodengleiche Dusche in einem historischen Haus möglich?

Häufig ja, wenn die Deckenkonstruktion mitspielt. Das klärt nur der Vor-Ort-Termin. Bei Holzbalkendecken oder geringer Aufbauhöhe ist eine Systemlösung mit flacher Duschtasse die sichere Alternative.

Darf ich als Mieter in Kempen das Bad umbauen?

Mit schriftlicher Zustimmung des Vermieters ja. Bei Pflegebedürftigkeit oder Behinderung können Sie die Erlaubnis nach § 554 BGB verlangen[1]. Klären Sie vorher einen eventuellen Rückbau.

Gibt es Förderung ohne Pflegegrad?

Die Pflegekasse zahlt nur mit Pflegegrad. Ohne Pflegegrad kommt der KfW-Kredit 159[5] in Frage. Der Zuschuss 455-B ist seit dem 31.07.2026 gestoppt – neue Anträge werden nicht mehr angenommen (Stand: September 2026)[4].

Wie lange dauert der Umbau?

Eine Systemlösung ist oft in einem Tag montiert. Eine geflieste, bodengleiche Dusche benötigt inklusive Trocknungszeiten mehrere Tage.

Gilt der Pflegekassen-Zuschuss auch in Kempen?

Ja. Bis zu 4.180 €[3] nach § 40 Abs. 4 SGB XI, bundesweit – mit Pflegegrad 1–5 und Antrag vor dem Baubeginn.

Fazit

Ob im historischen Fachwerkhaus am Buttermarkt, im Einfamilienhaus in St. Hubert oder im Hanghaus in Tönisberg: Kempens Bausubstanz bietet für fast jede Situation eine passende Lösung. Entscheidend sind der ehrliche Vor-Ort-Termin, vergleichbare Festpreisangebote und der Förderantrag vor dem Baubeginn. Wer diese drei Punkte einhält, bekommt in Kempen eine sichere Dusche zu einem kalkulierbaren Preis – mit bis zu 4.180 €[3] Unterstützung von der Pflegekasse.

Quellen

  • § 40 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Zuschuss 4.180 € / 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  • KfW, Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026: https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  • KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
  • NRW.BANK, „Altersgerechter und behindertengerechter Umbau“: https://www.nrwbank.de/de/privatpersonen/wohneigentum-gestalten/barrierefrei-umbauen/
  • § 554 BGB (Erlaubnis des Vermieters): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html
  • § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html
  • § 33 SGB V (Hilfsmittel der Krankenkasse): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__33.html
  • pflege.de, „Wanne raus, Dusche rein“ (Kosten 4.000–6.000 €): https://www.pflege.de/barrierefreies-wohnen/badezimmer/wanne-zur-dusche/
  • Wikipedia, Stadt Kempen (Stadtteile, Einwohner, Altstadt): https://de.wikipedia.org/wiki/Kempen
  • Stadt Kempen, Stadtteile: https://www.kempen.de/stadt-rathaus-politik/stadtinfo/stadtteile

Stand: September 2026. Förderprogramme können sich ändern; vor Antragstellung aktuelle Konditionen prüfen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Quellennachweise

  1. § 554 BGB (Erlaubnis des Vermieters für bauliche Veränderungen zur Nutzung durch Menschen mit Behinderung): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html
  2. § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen, 20 % der Arbeitskosten): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html
  3. § 40 Abs. 4 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Zuschuss bis 4.180 €, bei mehreren Pflegebedürftigen max. 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  4. KfW, Antragsstopp des Zuschusses 455-B vom 31.07.2026 (Stand: September 2026): https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  5. KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (bis 50.000 € je Wohneinheit): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
  6. § 33 SGB V (Hilfsmittel der Krankenkasse): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__33.html

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