Badumbau ohne Eigenleistung: Alles aus einer Hand – Ablauf, Kosten und Vorteile (2026)

Von Rainer Brettner, Beratung & Redaktion·Stand: September 2026·ca. 9 Min. Lesezeit

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Sicher und bequem duschen – ohne hohen Wannenrand.

Viele Angehörige fragen beim Badumbau: „Wer macht eigentlich was?“ Bei der Variante „ohne Eigenleistung“ ist die Antwort einfach – eine Fachfirma übernimmt sämtliche Arbeiten von der ersten Besichtigung bis zur Abnahme. Kein Abbruch im Keller, keine Suche nach einzelnen Handwerkern, keine Koordination zwischen Installateur, Fliesenleger und Elektriker. Dieser Ratgeber erklärt, was der Komplettservice umfasst, was er kostet, wo die Fallstricke liegen und wann er sich lohnt. Er richtet sich an alle, die den Umbau für sich selbst oder für ältere Angehörige organisieren – und die ihre Zeit lieber mit der Familie verbringen als mit Baustellenkoordination.

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Was bedeutet „Badumbau ohne Eigenleistung“?

Beim Badumbau ohne Eigenleistung – oft auch als Vollservice oder „Alles aus einer Hand“ bezeichnet – beauftragen Sie einen Anbieter, der das gesamte Projekt verantwortet. Der Leistungsumfang umfasst in der Regel:

  • Planung und Beratung: Bestandsaufnahme vor Ort, Klärung der Machbarkeit, Auswahl der Ausstattung.
  • Demontage und Entsorgung: Entfernen der alten Badewanne, der Fliesen und ggf. des alten Untergrunds inklusive fachgerechter Entsorgung.
  • Alle Gewerke: Trockenbau, Estrich, Abdichtung, Fliesenarbeiten, Sanitärinstallation, Elektroarbeiten, Montage von Armaturen und Duschabtrennung.
  • Endreinigung und Abnahme: Das Bad wird besenrein übergeben, Restarbeiten werden dokumentiert, eine gemeinsame Abnahme schließt das Projekt ab.

Der Unterschied zur Eigenleistung: Sie selbst müssen nichts stemmen, schleppen oder entsorgen. Das ist nicht nur Bequemlichkeit, sondern oft auch Sicherheit – besonders, wenn der Umbau für ältere oder pflegebedürftige Menschen erfolgt und die Bauzeit kurz bleiben muss. Wer den Umbau für die Eltern in einer anderen Stadt organisiert, profitiert zusätzlich davon, dass er keine Termine vor Ort wahrnehmen muss.

Diese Gewerke übernimmt die Fachfirma

Gewerk Leistung
AbbruchEntfernen von Wanne, Fliesen und Untergründen
EntsorgungAbtransport und fachgerechte Entsorgung des Bauschutts
Trockenbau / EstrichNeuaufbau von Wänden und Bodenaufbau
AbdichtungVerbundabdichtung im Nassbereich (Grundlage für dauerhafte Dichtigkeit)
FliesenarbeitenVerlegen von Boden- und Wandfliesen inklusive Fugen
SanitärWasser- und Abwasserleitungen, Anschlüsse, Armaturen
ElektroLeitungen, Steckdosen, Beleuchtung nach aktuellem Standard
MontageDuschabtrennung, Wandpaneele, Duschsitz, Haltegriffe
AbnahmeGemeinsame Begehung, Protokoll, Übergabe

Vorteile des Alles-aus-einer-Hand-Prinzips

  • Eine Ansprechperson: Für Planung, Termine, Fragen und Mängel gibt es genau einen Ansprechpartner.
  • Gewährleistung aus einer Hand: Bei Mängeln müssen Sie nicht klären, welches Gewerk verantwortlich ist – es gibt keine Lücken zwischen Einzelleistungen.
  • Termintreue und Schnelligkeit: Die Gewerke sind aufeinander abgestimmt; Systemlösungen sind oft an einem Tag fertig, größere Umbauten dauern wenige Tage.
  • Kein Haftungsrisiko: Wasserschäden durch unsachgemäße Eigenleistung, etwa bei der Abdichtung, sind ein klassisches Heimwerker-Risiko. Die Fachfirma haftet für ihre Arbeit im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung.
  • Geeignet für Angehörige: Wer den Umbau für die Eltern organisiert, kann das Projekt auch aus der Ferne beauftragen – ohne eigene Handwerkerpflichten.

Fallbeispiel: Komplettservice für eine 82-Jährige – ohne dass die Tochter anreisen muss

Frau M. (82) wohnte allein im Erdgeschoss; ihr Bad hatte eine alte Einbauwanne mit hohem Einstieg. Die Tochter lebt 250 km entfernt und kann nur am Wochenende helfen. Nach einem Sturz in der Badewanne – zum Glück ohne schwere Verletzung – entschied die Familie, das Bad umbauen zu lassen: Wanne raus, bodengleiche Dusche mit Duschstuhl, Haltegriffe und rutschhemmende Fliesen.

Der gewählte Anbieter übernahm alles: Bestandsaufnahme vor Ort, Festpreisangebot mit Leistungsverzeichnis (5.900 € inklusive Demontage, Entsorgung, Abdichtung, Fliesen, Sanitär, Elektro und Montage), Organisation der Bauzeit von zwei Tagen und die Abnahme mit Protokoll. Die Tochter musste für nichts anreisen – alle Abstimmungen liefen telefonisch und per E-Mail, Fotos vom fertigen Bad kamen am Abend des zweiten Bautages.

Finanziert wurde der Umbau mit dem Zuschuss der Pflegekasse: Frau M. hat Pflegegrad 2, der Antrag nach § 40 Abs. 4 SGB XI wurde vor Baubeginn gestellt und mit 4.180 €[1] bewilligt. Der Eigenanteil blieb bei 1.720 €. Entscheidend aus Sicht der Tochter war nicht der Preis, sondern die Verlässlichkeit: ein Ansprechpartner, ein Termin, eine Gewährleistung. Als eine Duscharmatur undicht war, wurde sie über die Gewährleistung kostenlos getauscht.

Das Beispiel zeigt: Der Vollservice lohnt sich besonders dann, wenn niemand im Haushalt handwerklich aktiv sein kann oder will – und wenn Angehörige den Umbau aus der Ferne organisieren müssen.

Wo Eigenleistung wirklich spart – und wo sie riskant wird

Eigenleistung spart vor allem Lohnkosten, verschiebt aber Aufwand, Zeit und Risiko zu Ihnen. Ein ehrlicher Vergleich:

Kriterium Ohne Eigenleistung (Vollservice) Mit Eigenleistung
Zeitaufwand für SieMinimalAbbruch, Entsorgung, Vorarbeiten: viele Stunden
KoordinationÜbernimmt der AnbieterSie selbst (häufig mehrere Handwerker)
Abdichtung und FliesenFachbetrieb, versichertNur bei Erfahrung sinnvoll
GewährleistungAus einer HandGrenzen an Eigenleistungs-Schnittstellen
Haftung bei WasserschadenBeim AnbieterBei Ihnen, wenn die Eigenleistung Ursache ist

Wer handwerklich geübt ist, kann gezielt einzelne Arbeiten ausgliedern. Wer keine Erfahrung mit Nassbereichen hat, sollte vor allem Abdichtung, Sanitär und Elektro in Fachhänden lassen – Fehler dort verursachen später hohe Folgeschäden. Wenn Sie einzelne Positionen selbst übernehmen möchten, lassen Sie sich den Abzug schriftlich im Angebot ausweisen: Mündliche Rabatte verschwinden später oft in Nachträgen.

Ablauf in sechs Schritten

  1. Anfrage und Beratung: Schildern Sie Ihre Situation (z. B. „Wanne raus, Dusche rein“ für eine ältere Angehörige) und vereinbaren Sie eine Besichtigung.
  2. Aufmaß und Angebot: Der Anbieter erstellt ein Festpreisangebot mit Leistungsverzeichnis.
  3. Förderung klären: Bei anerkanntem Pflegegrad den Antrag bei der Pflegekasse stellen – unbedingt vor Baubeginn.
  4. Termin vereinbaren: In der Regel sind wenige Tage Bauzeit einzuplanen; das Bad ist währenddessen nicht nutzbar.
  5. Durchführung: Abbruch, Neuaufbau, Abdichtung, Fliesen, Montage – idealerweise durch ein eingespieltes Team.
  6. Abnahme: Gemeinsame Begehung, Mängel festhalten, Protokoll unterschreiben. Danach gilt die Gewährleistung.

Kosten und Förderung

Der Vollservice kostet nicht automatisch mehr als ein Umbau mit Eigenleistung – die üblichen Spannen gelten für die Ausführung durch die Fachfirma (Stand 2026):

Ausführung Kostenrahmen
Systemlösung mit Duschtasse und Wandpaneelenca. 3.000–5.000 €
Bodengleiche, geflieste Duscheca. 5.000–8.000 €
Übliche Pauschale im Standardfallca. 4.000–6.000 €

Quelle: altersgerecht-modernisieren.de (Kostenübersicht 2026), pflege.de, Anbieterangaben (profidusch.de, duschmax.de).

Wo das Geld im Detail hinfließt – typische Einzelpositionen (Richtwerte 2026):

Position Üblicher Rahmen
Demontage und Entsorgung (Wanne, Fliesen, Untergrund)ca. 800–1.500 €
Sanitärinstallation (Leitungen, Anschlüsse, Armaturen)ca. 1.200–2.500 €
Elektroarbeiten (Leitungen, Steckdosen, Beleuchtung)ca. 500–1.200 €
Abdichtung des Nassbereichsca. 400–900 €
Fliesenarbeiten inkl. Materialca. 1.500–3.000 €
Montage (Duschabtrennung, Paneele, Griffe, Sitz)ca. 600–1.500 €

Quelle: altersgerecht-modernisieren.de, pflege.de sowie Anbieterangaben (profidusch.de, duschmax.de); je nach Region, Leitungswegen und Ausstattung weichen die Preise ab. Ein Festpreis mit Leistungsverzeichnis schützt vor Überraschungen – achten Sie darauf, dass Abbruch, Entsorgung und Abdichtung als eigene Positionen aufgeführt sind.

Pflegekasse: Bei anerkanntem Pflegegrad 1 bis 5 übernimmt die Pflegekasse nach § 40 Abs. 4 SGB XI bis zu 4.180 €[1] der Umbaukosten – vorausgesetzt, der Antrag wird vor Baubeginn gestellt. Leben mehrere Pflegebedürftige im Haushalt, sind bis zu 16.720 €[1] möglich (4.180 € je Person, höchstens vier Berechtigte).

KfW: Der Zuschuss 455-B (Barrierereduzierung) ist seit dem 31.07.2026 gestoppt[2] – es werden keine neuen Anträge angenommen (2026er-Mittel ausgeschöpft; Stand: September 2026); eine Wiederaufnahme ist frühestens 2027 möglich. Als Alternative bietet die KfW den Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (bis 50.000 € je Wohneinheit)[3].

Häufige Fehler beim Komplettservice

Auch beim „Alles aus einer Hand“ gibt es Fallstricke – sie verschieben sich nur von der Ausführung zur Beauftragung:

  1. Förderantrag nach Baubeginn: Der Zuschuss der Pflegekasse (bis 4.180 €[1] nach § 40 Abs. 4 SGB XI) wird nur bewilligt, wenn der Antrag vor Baubeginn eingeht – der teuerste Fehler überhaupt.
  2. Angebot ohne Vor-Ort-Besichtigung: Seriöse Festpreise setzen ein Aufmaß vor Ort voraus. Angebote „nach Plan“ oder „vom Telefonat“ enden häufig in Nachträgen.
  3. Mündliche Zusagen statt Leistungsverzeichnis: Wer sich auf „machen wir schon“ verlässt, hat später keine Handhabe. Erst das schriftliche Leistungsverzeichnis macht den Festpreis verbindlich – auch für die Förderung.
  4. Hohe Anzahlung vor Arbeitsbeginn: Üblich sind Teilzahlungen nach Bauabschnitten. Zahlungen deutlich vor Beginn (etwa die Hälfte oder mehr) sind ein Warnsignal.
  5. Abnahme übersprungen: Wer bezahlt und „schnell nutzt“, verliert die Chance, Mängel zu dokumentieren. Die gemeinsame Abnahme mit Protokoll ist der Start der Gewährleistungsfrist.

Fragen und Antworten

Brauche ich bei „alles aus einer Hand“ gar keine Handwerkerkenntnisse?

Richtig. Planung, Ausführung, Entsorgung und Abnahme übernimmt der Anbieter. Sie entscheiden über Ausstattung und Termin.

Ist der Vollservice teurer als ein Umbau mit Eigenleistung?

Die Kostenrahmen gelten für die Ausführung durch die Fachfirma. Eigenleistung reduziert vor allem Lohnkosten – dafür tragen Sie Zeitaufwand und Ausführungsrisiko, gerade bei der Abdichtung.

Kann ich die Pflegekasse-Förderung auch beim Vollservice nutzen?

Ja. Der Zuschuss nach § 40 Abs. 4 SGB XI ist unabhängig davon, wer die Arbeiten ausführt. Entscheidend sind Pflegegrad und Antragstellung vor Baubeginn.

Was, wenn nach der Abnahme etwas nicht funktioniert?

Dann greift die gesetzliche Gewährleistung des Anbieters – beim Badumbau in der Regel fünf Jahre nach BGB bzw. vier Jahre nach VOB/B, sofern diese wirksam vereinbart wurde. Mängel schriftlich rügen und eine Frist zur Nachbesserung setzen.

Wie lange dauert ein Badumbau ohne Eigenleistung?

Bei Systemlösungen (Duschtasse mit Wandpaneelen) sind je nach Anbieter ein bis zwei Bautage üblich, bei gefliesten Komplettumbauten meist fünf bis zehn Arbeitstage. Die genaue Dauer steht im Angebot – fragen Sie vor der Unterschrift nach.

Kann ich einzelne Arbeiten trotzdem selbst übernehmen?

Ja, wenn es schriftlich vereinbart ist – etwa Abbruch oder Entsorgung. Dann sinkt der Preis, aber die Gewährleistung endet an der Schnittstelle Ihrer Eigenleistung: Schäden, die auf Ihre Arbeit zurückgehen, trägt die Firma nicht.

Checkliste: So beauftragen Sie den Vollservice sicher

  • [ ] Vor-Ort-Besichtigung und Festpreisangebot mit Leistungsverzeichnis eingeholt
  • [ ] 2–3 Angebote mit gleichem Leistungsumfang verglichen
  • [ ] Förderantrag bei der Pflegekasse vor Baubeginn gestellt (bei Pflegegrad 1–5)
  • [ ] Zahlungsplan und Gewährleistungsbedingungen schriftlich geklärt
  • [ ] Bauzeit und Nutzungsersatz für das Bad organisiert
  • [ ] Abnahme mit Protokoll durchgeführt, Mängel dokumentiert
  • [ ] Rechnungen und Bewilligungsbescheid für Zuschuss und Steuererklärung aufbewahrt

Fazit

Ein Badumbau ohne Eigenleistung kostet etwas mehr als die reine Materialrechnung – dafür gibt es einen verlässlichen Termin, eine abgestimmte Ausführung und die Gewährleistung aus einer Hand. Wer für sich oder Angehörige baut, spart vor allem Zeit, Nerven und Risiko. Mit Festpreisangeboten, einem schriftlichen Leistungsverzeichnis und frühzeitig geklärtem Förderantrag ist der Komplettservice die planbarste Variante des Badumbaus.

Quellen

  • § 40 Abs. 4 SGB XI (Zuschuss wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, 4.180 € / 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  • KfW, Meldung zum Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026: https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  • KfW, Produktseite Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
  • altersgerecht-modernisieren.de, „Umbau Badewanne zur Dusche“ (Kosten 2026): https://altersgerecht-modernisieren.de/bad/badewanne-in-dusche-umbauen/
  • pflege.de, „Wanne raus, Dusche rein“: https://www.pflege.de/barrierefreies-wohnen/badezimmer/wanne-zur-dusche/

Stand: September 2026. Alle Angaben ohne Gewähr; Förderbedingungen können sich ändern. Vor Antragstellung die aktuellen Konditionen bei Pflegekasse und KfW prüfen.

Quellennachweise

  1. § 40 Abs. 4 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen; Zuschuss bis 4.180 € je Maßnahme, max. 16.720 € je Maßnahme): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  2. KfW, Antragsstopp Zuschuss 455-B vom 31.07.2026 (Stand: September 2026): https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  3. KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (Darlehen bis 50.000 € je Wohneinheit): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/

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