Badumbau in Goch: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026)


Goch liegt am unteren Niederrhein im Kreis Kleve, zwischen Kleve und Weeze, und zählt rund 35.000 Einwohner. Die Stadt ist geprägt von einer langen Zuwanderungsgeschichte: Pfälzer Kolonisten gründeten 1741 auf der Gocher Heide die Siedlung Pfalzdorf, und um 1950 entstand durch Teilrodung des Reichswaldes die Siedlung Nierswalde, in der vor allem Vertriebene aus dem Osten eine neue Heimat fanden. Seit der Gebietsreform von 1969 gehören neben der Kernstadt die ehemals selbstständigen Gemeinden Pfalzdorf, Asperden, Hassum, Hommersum, Hülm, Kessel und Nierswalde zu Goch. Diese Geschichte spiegelt sich in der Bausubstanz wider: niederrheinische Backsteinhäuser und Höfe in den Dörfern, Wiederaufbau- und Geschosswohnungsbau in der Kernstadt sowie ausgedehnte Einfamilienhausgebiete der 1950er- bis 1980er-Jahre, in denen heute viele Menschen im Ruhestand leben. Für sie wird der Einstieg über den Wannenrand zur täglichen Sturzgefahr – der Umbau der Wanne zur Dusche ist die wirksamste Gegenmaßnahme.
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Warum ein lokaler Betrieb aus Goch die bessere Wahl ist
- Kenntnis der Ortsteile: Ein Betrieb aus Goch oder dem direkten Kreisgebiet kennt die Unterschiede zwischen der Nachkriegskernstadt, den gewachsenen Siedlungen in Pfalzdorf und den dörflichen Lagen in Kessel oder Hommersum – und erkennt beim Vor-Ort-Termin sofort, worauf er sich einstellt.
- Kurze Wege, faire Kalkulation: Für Betriebe aus dem Kreis Kleve sind Vor-Ort-Termine und Nachbesserungen ohne lange Anfahrt machbar – das spart Kosten.
- Erreichbare Ansprechpartner: Wer in der Region ansässig ist, bleibt auch bei Gewährleistungsfragen erreichbar. Angebote, die nur anhand von Fotos erstellt werden, können Untergrund, Leitungen und Raummaße nicht seriös beurteilen.
- Empfehlungen aus der Nachbarschaft: In Goch und den Ortsteilen funktioniert vieles über Nachbarschaft, Vereine und Kirche – ein Grund mehr, auf Betriebe mit Referenzen aus dem Stadtgebiet zu setzen.
Typische Ausgangslage in Goch
- Kernstadt Goch: Die Innenstadt wurde nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut; Geschosswohnungsbau und Reihenhäuser der 1950er- bis 1970er-Jahre prägen viele Straßenzüge. Die Bäder sind kompakt, die Leitungen stammen oft noch aus der Bauzeit.
- Pfalzdorf: Der mit Abstand größte Ortsteil (rund 7.000 Einwohner) geht auf die Kolonistensiedlung von 1741 zurück. Die Grundstücke sind lang gestreckt, die Häuser wurden über Generationen erweitert und modernisiert – vom alten Siedlungshaus bis zum heutigen Einfamilienhaus.
- Nierswalde: Die Siedlung entstand um 1950 für Vertriebene am Rand des Reichswaldes. Die kompakten Nachkriegshäuser haben klare Grundrisse; viele wurden inzwischen aus- und umgebaut.
- Dörfliche Ortsteile: Asperden, Hassum, Hommersum, Hülm und Kessel sind ländlich geprägt: Hofstellen, ältere Wohnhäuser und Neubaugebiete stehen nebeneinander. Wer hier alt wird, wohnt häufig im eigenen Haus – oft mit mehreren Stufen und einer Wanne im Bad.
- Mietwohnungen: Vor allem in der Kernstadt gibt es Mietwohnungen. Mieter benötigen die schriftliche Zustimmung des Vermieters; bei Pflegebedürftigkeit greift der Anspruch aus § 554 BGB[1].
Badumbau in Pfalzdorf und Nierswalde: Zwei Siedlungen, zwei Geschichten
Pfalzdorf und Nierswalde zeigen exemplarisch, wie unterschiedlich die Ausgangslage in Goch sein kann:
- In Pfalzdorf stehen viele Häuser, die aus kleinen Siedlungskernen zu komfortablen Einfamilienhäusern gewachsen sind. Oft wurde über die Jahrzehnte schon renoviert. Entscheidend für den Badumbau ist, ob der vorhandene Bodenaufbau eine bodengleiche Dusche erlaubt oder ob eine Systemlösung mit flacher Duschtasse (ca. 3–4 cm Aufbauhöhe) die wirtschaftlichere Wahl ist – das klärt nur der Vor-Ort-Termin.
- In Nierswalde dominieren die klaren Grundrisse der Nachkriegszeit. Die Bäder sind funktional geschnitten, aber selten barrierearm. Da viele der ersten Bewohner heute hochbetagt sind oder ihre Kinder das Haus übernommen haben, ist der Wannenumbau hier besonders häufig Thema.
- Gemeinsam gilt: Lassen Sie den Zustand der Wasserleitungen prüfen. In beiden Ortsteilen stammt ein Teil der Haustechnik noch aus der Bauzeit – der Badumbau ist die Gelegenheit, die Anschlüsse auf den aktuellen Stand zu bringen.
Der Ablauf in Goch: In sechs Schritten zur neuen Dusche
| Schritt | Was passiert | Zeitbedarf |
|---|---|---|
| 1. Anfrage | Fotos und Maße an 2–3 Fachbetriebe senden | wenige Minuten |
| 2. Vor-Ort-Termin | Untergrund, Leitungen und Raummaße prüfen | ca. 30–60 Minuten |
| 3. Festpreisangebote | inkl. Demontage, Entsorgung, Abdichtung vergleichen | 1–3 Werktage |
| 4. Förderantrag | Pflegekasse – vor Baubeginn stellen | vor dem Umbau |
| 5. Umbau | Systemlösung ca. 1 Tag, geflieste Dusche mehrere Tage | 1–5 Tage |
| 6. Belege einreichen | Rechnungen einreichen, Zuschuss wird ausgezahlt | nach dem Umbau |
Der häufigste Fehler: Der Förderantrag kommt zu spät. Erst wenn die Zusage der Pflegekasse vorliegt, sollte der Auftrag vergeben werden. Als Mieter klären Sie parallel die Vermieterzustimmung – schriftlich und idealerweise mit beigefügtem Angebot.
Kosten: Was der Badumbau in Goch kostet
| Ausführung | Kostenrahmen |
|---|---|
| Systemlösung mit Duschtasse und Wandpaneelen | ca. 3.000–5.000 € |
| Bodengleiche, geflieste Dusche | ca. 5.000–8.000 € |
| Typische Gesamtkosten im Standardfall | ca. 4.000–6.000 € |
Die Bandbreite entsteht durch Raumgröße, Untergrund, Materialwahl und Nebenarbeiten (Elektro, Heizkörper, Fliesen). Achten Sie darauf, dass Demontage, Entsorgung und Abdichtung im Angebot stehen – sonst drohen Nachträge. Der Lohnanteil der Rechnung ist nach § 35a EStG zu 20 Prozent absetzbar (maximal 1.200 € pro Jahr)[2].
Förderung in Goch: Pflegekasse, KfW und Land
- Pflegekasse: Mit Pflegegrad 1–5 bis zu 4.180 €[3] Zuschuss für den Wannenumbau (§ 40 Abs. 4 SGB XI); bei mehreren Pflegebedürftigen im Haushalt bis zu 16.720 €[3]. Antrag vor Baubeginn.
- KfW: Der Zuschuss 455-B ist seit dem 31.07.2026 gestoppt (Mittel ausgeschöpft, Wiederaufnahme frühestens 2027 – Status unter kfw.de/455-B prüfen)[4]. Der zinsgünstige Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (bis 50.000 € je Wohneinheit)[5] läuft weiter, auch ohne Pflegegrad.
- Land NRW: Die NRW.BANK bietet zinsgünstige Darlehen für altersgerechte Umbauten – Antrag über die Hausbank.
- Krankenkasse: Die gesetzliche Krankenkasse beteiligt sich nicht am Umbau selbst. Sie übernimmt nur Hilfsmittel wie Badewannenlifter oder Duschhocker nach § 33 SGB V – eine Ergänzung, kein Ersatz für den Wannenumbau.
- Kommune: Stadt Goch und Kreis Kleve informieren zu barrierearmem Wohnen; Beratungsangebote und Zuschüsse ändern sich regelmäßig – nachfragen lohnt sich.
Alle Fördermöglichkeiten im Überblick: Förderung & Zuschüsse.
Typische Herausforderungen in Goch
- Ältere Einfamilienhäuser mit alter Haustechnik: In vielen Häusern der 1960er- bis 1980er-Jahre sind Bäder und Leitungen in die Jahre gekommen. Ein Angebot, das den Leitungs-Check ausspart, wird später teuer.
- Handwerkerkapazität am Niederrhein: Die Nachfrage ist hoch. Wer Angebote und Förderantrag früh startet, sichert sich die besseren Termine – gerade in der zweiten Jahreshälfte.
- Dörfliche Streulagen: In Kessel, Hommersum oder Hülm sind die Wege weiter. Betriebe aus Goch und Umgebung kalkulieren kurze Anfahrten fair; bündeln Sie Besichtigungstermine, wenn mehrere Gewerke nötig sind.
- Angebote aus dem Grenzgebiet: Im Kreis Kleve kommen immer wieder Angebote niederländischer Firmen ins Spiel. Achten Sie auf deutsche Ausführungsnormen (Abdichtung nach DIN 18534), eine ordentliche Rechnung für die Steuererklärung und einen erreichbaren Ansprechpartner für die Gewährleistung.
Checkliste: Fachfirma in Goch auswählen
- [ ] Vor-Ort-Termin vereinbaren – Fotos ersetzen keine Besichtigung
- [ ] Festpreisangebot mit Demontage, Entsorgung, Abdichtung, Armaturen
- [ ] Referenzen aus Goch und dem Kreis Kleve zeigen lassen
- [ ] Abdichtung nach DIN 18534 festschreiben
- [ ] Versicherung und Gewährleistung klären
- [ ] Förderantrag vor Baubeginn stellen
- [ ] Als Mieter: Vermieterzustimmung schriftlich einholen
- [ ] Lohnkostenanteil für § 35a EStG separat ausweisen lassen
- [ ] Terminplan und Ansprechpartner für den Umbautag vereinbaren
Von der Kernstadt bis Hommersum: Die Gocher Ortsteile im Vergleich
Die Kernstadt ist das Zentrum für Einkauf, Ärzte und Verwaltung. Rundherum liegen Wohnstraßen der Nachkriegszeit und jüngere Eigenheimlagen; wer hier zur Miete wohnt, braucht für den Umbau die schriftliche Zustimmung des Vermieters. In den Geschosswohnungsbauten der 1950er- bis 1970er-Jahre sind die Bäder meist klein und die Leitungen alt – eine Systemlösung mit flacher Duschtasse ist dort häufig die pragmatischste Wahl.
Pfalzdorf ist mit Abstand der größte Ortsteil und hat eine eigene, starke Identität: Aus der Kolonistensiedlung von 1741 wurde ein Stadtteil, in dem viele Familien seit Generationen wohnen. Die Häuser stehen auf lang gestreckten Grundstücken, wurden vielfach aus- und angebaut – entsprechend individuell ist jeder Badumbau. Nierswalde am Rand des Reichswaldes ist ruhiger und grüner; viele Bewohner der ersten Stunde leben noch heute dort, oft allein im eigenen Haus. Gerade hier entscheidet der Badumbau mit darüber, ob das Zuhause bis ins hohe Alter tragfähig bleibt.
Asperden, Hassum, Hommersum, Hülm und Kessel schließlich sind dörflich geprägt: Hofstellen und Einfamilienhäuser, weite Wege zum nächsten Gewerbegebiet, dafür kurze Wege unter Nachbarn. Wer dort ein älteres Haus übernimmt oder die Eltern unterstützt, sollte den Umbau früh planen und mehrere Angebote mit Vor-Ort-Termin einholen.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet der Badumbau in Goch?
Im Standardfall ca. 4.000–6.000 € inklusive Demontage und Entsorgung; Systemlösungen beginnen bei etwa 3.000 €, geflieste bodengleiche Duschen können 8.000 € erreichen.
Ist eine bodengleiche Dusche in einem älteren Haus in Goch möglich?
Meistens ja – entscheidend sind Bodenaufbau und Leitungen, das klärt der Vor-Ort-Termin. Bei geringer Aufbauhöhe ist eine Systemlösung mit flacher Duschtasse die bewährte Alternative.
Darf ich als Mieter in Goch das Bad umbauen?
Mit schriftlicher Zustimmung des Vermieters ja. Bei Pflegebedürftigkeit oder Behinderung können Sie die Erlaubnis nach § 554 BGB[1] verlangen. Klären Sie vorher einen eventuellen Rückbau.
Gibt es Förderung ohne Pflegegrad?
Die Pflegekasse zahlt nur mit Pflegegrad. Ohne Pflegegrad kommt der KfW-Kredit 159 in Frage; der Zuschuss 455-B ist seit Juli 2026 gestoppt – den aktuellen Status auf kfw.de/455-B prüfen.
Kann ich auch eine Firma aus den Niederlanden beauftragen?
Das ist grundsätzlich möglich. Achten Sie dann besonders auf die Abdichtung nach DIN 18534, eine ordentliche Rechnung mit ausgewiesenem Lohnanteil (für § 35a EStG) und einen erreichbaren Ansprechpartner für die Gewährleistung. Ein Betrieb aus der Region hat diese Punkte meist einfacher im Griff.
Wo bekomme ich in Goch Beratung zum barrierearmen Wohnen?
Pflegestützpunkte im Kreis Kleve und die Wohnberatung beraten kostenlos und unabhängig – auch zur Reihenfolge von Pflegegrad-Antrag und Förderantrag. Die Stadt Goch informiert außerdem zu lokalen Angeboten.
Wie lange dauert der Umbau?
Eine Systemlösung ist oft in einem Tag montiert. Eine geflieste, bodengleiche Dusche benötigt inklusive Trocknungszeiten mehrere Tage.
Fazit
Ob in der Nachkriegskernstadt, im gewachsenen Pfalzdorf oder im Einfamilienhaus in Kessel: Die Gocher Bausubstanz bietet für fast jede Situation eine passende Lösung. Entscheidend sind der ehrliche Vor-Ort-Termin, vergleichbare Festpreisangebote und der Förderantrag vor dem Baubeginn. Wer diese Punkte einhält, bekommt in Goch eine sichere Dusche zu einem kalkulierbaren Preis – mit bis zu 4.180 € Unterstützung von der Pflegekasse.
Quellen
- § 40 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Zuschuss 4.180 € / 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
- KfW, Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026: https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
- KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
- NRW.BANK, „Altersgerechter und behindertengerechter Umbau“: https://www.nrwbank.de/de/privatpersonen/wohneigentum-gestalten/barrierefrei-umbauen/
- § 554 BGB (Erlaubnis des Vermieters): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html
- § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html
- § 33 SGB V (Hilfsmittel der Krankenkasse): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__33.html
- pflege.de, „Wanne raus, Dusche rein“ (Kosten 4.000–6.000 €): https://www.pflege.de/barrierefreies-wohnen/badezimmer/wanne-zur-dusche/
- Wikipedia, Stadt Goch (Ortsteile, Einwohner, Geschichte): https://de.wikipedia.org/wiki/Goch
- Stadt Goch, Stadtgeschichte: https://www.goch.de/kultur-tourismus/goch-erleben/stadtgeschichte
Stand: September 2026. Förderprogramme können sich ändern; vor Antragstellung aktuelle Konditionen prüfen. Alle Angaben ohne Gewähr.
Quellennachweise
- § 554 BGB (Erlaubnis des Vermieters für bauliche Veränderungen bei Behinderung bzw. Pflegebedürftigkeit): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html ↩
- § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen, 20 % des Lohnanteils, max. 1.200 € pro Jahr): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html ↩
- § 40 Abs. 4 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, bis 4.180 € je Maßnahme, bei mehreren Berechtigten bis 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html ↩
- KfW, Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026 (Mittel ausgeschöpft; Stand: September 2026): https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html ↩
- KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (bis 50.000 € je Wohneinheit): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/ ↩
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