Badumbau in Herne: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026)

Von Rainer Brettner, Beratung & Redaktion·Stand: September 2026·ca. 8 Min. Lesezeit

VorherBadumbau in Herne: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026) – Vorher: Badewanne mit hohem Rand
NachherBadumbau in Herne: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026) – Nachher: bodengleiche Dusche
Wanne raus, bodengleiche Dusche rein: Der ebenerdige Einstieg senkt die Sturzgefahr deutlich.

Herne ist eine der Städte im Ruhrgebiet, deren Geschichte sich direkt im Stadtbild ablesen lässt: Elf Zechen haben die Stadt geprägt, und bis heute zeugen Zechensiedlungen mit Gartenstadtcharakter, Gründerzeit-Ensembles und Villen aus der Zeit der Koks- und Brikettbarone vom Bergbau-Erbe. Die heutige Stadt entstand aus dem Zusammenschluss von Herne und Wanne-Eickel – zwei Zentren, die bis heute eigene Gesichter haben. Viele Hernerinnen und Herner wohnen in den kompakten Siedlungshäusern und Mietwohnungen dieser Epoche. Wenn die Beweglichkeit nachlässt, ist der Umbau der Badewanne zur Dusche der häufigste Weg zu mehr Sicherheit: Ein flacher Einstieg verringert die Sturzgefahr erheblich.

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Die Herner Bausubstanz im Überblick

  • Zechensiedlungen mit Gartenstadtcharakter: Siedlungen wie Teutoburgia im Stadtteil Börnig zählen zu den schönsten des Ruhrgebiets – Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Wohnungen in denkmalgeschützter Bausubstanz. Die Bäder sind kompakt, aber klar geschnitten; die Systemlösung mit flacher Duschtasse passt hier meist ohne großen Eingriff.
  • Gründerzeit-Ensembles: In den Zentren von Herne und Wanne-Eickel stehen stattliche Gründerzeitbauten und Villen. Hohe Räume, alte Leitungen und nachträglich eingebaute Bäder sind typisch – der Vor-Ort-Termin klärt die passende Lösung.
  • Nachkriegs- und Siedlungsbau: Große Teile des Bestands stammen aus den 1950er- bis 1970er-Jahren – vom Mehrfamilienhaus in Sodingen bis zum Reihenhaus in Baukau. Hier gelingt der Umbau meist unkompliziert.
  • Kleine Bäder als Normalfall: In vielen Herner Wohnungen ist das Bad unter 4 m² groß. Platzsparende Duschsysteme sind hier die Regel – und die Pflegekasse fördert den Umbau mit bis zu 4.180 €[1].

Badumbau in Herne-Sodingen und -Wanne-Eickel

  • Sodingen: Der Stadtteil im Norden war vom Bergbau geprägt – Zeche Mont Cenis ist heute ein modernes Stadtquartier. In den umliegenden Siedlungs- und Reihenhäusern sind die Bäder meist normiert; bodengleiche Duschen lassen sich oft direkt einbauen.
  • Wanne-Eickel: Das ehemals eigenständige Zentrum im Westen bietet eine Mischung aus Gründerzeit, Arbeiterquartieren und Nachkriegsbauten. Wer hier zur Miete wohnt, braucht die schriftliche Zustimmung des Vermieters; bei Pflegebedürftigkeit besteht nach § 554 BGB[2] ein Anspruch auf Erlaubnis.

Ablauf in Herne: In sechs Schritten zur Dusche

Schritt Was passiert Dauer
1. AnfrageFotos, Maße und Wunschtermin an Fachbetriebe sendenwenige Minuten
2. BesichtigungUntergrund, Leitungen und Raummaße prüfenca. 30–60 Minuten
3. Festpreisangebotinkl. Demontage, Entsorgung, Abdichtung vergleichen1–3 Werktage
4. FörderantragPflegekasse – vor Baubeginn stellenvor dem Umbau
5. UmbauSystemlösung oft 1 Tag, geflieste Dusche mehrere Tage1–5 Tage
6. AbrechnungRechnungen einreichen, Zuschuss wird ausgezahltnach dem Umbau

Erst beauftragen, wenn die Förderzusage vorliegt – ein zu später Antrag ist der häufigste Ablehnungsgrund. Als Mieter klären Sie die Vermieterzustimmung parallel zur Angebotsphase.

Kosten: Was der Badumbau in Herne kostet

Ausführung Kostenrahmen
Systemlösung mit Duschtasse und Wandpaneelenca. 3.000–5.000 €
Bodengleiche, geflieste Duscheca. 5.000–8.000 €
Übliche Gesamtkosten im Standardfallca. 4.000–6.000 €

Nebenarbeiten wie Elektroanschlüsse, neue Armaturen oder Fliesen über den Duschbereich hinaus können die Summe erhöhen. Lassen Sie sich Demontage, Entsorgung und Abdichtung im Angebot ausweisen und vergleichen Sie drei Festpreisangebote. Den Lohnanteil können Sie nach § 35a EStG zu 20 Prozent absetzen (maximal 1.200 € pro Jahr)[3].

Förderung in Herne

  • Pflegekasse: Mit Pflegegrad 1–5 bis zu 4.180 €[1] für den Wannenumbau (§ 40 Abs. 4 SGB XI); bei mehreren Pflegebedürftigen im Haushalt bis zu 16.720 €[1]. Antrag vor Baubeginn stellen.
  • KfW: Der Zuschuss 455-B ist seit dem 31.07.2026 gestoppt (2026er-Mittel ausgeschöpft; Stand: September 2026) – neue Anträge werden nicht mehr angenommen[4]. Der zinsgünstige Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (bis 50.000 € je Wohneinheit)[5] läuft weiter, ohne Pflegegrad.
  • Land NRW: Die NRW.BANK bietet zinsgünstige Darlehen für altersgerechte Umbauten – Antrag über die Hausbank.
  • Stadt Herne: Die Stadtverwaltung und die Wohnberatung informieren zu barrierearmem Wohnen; die Angebote ändern sich regelmäßig – fragen Sie gezielt nach.

Alle Fördermöglichkeiten: Förderung & Zuschüsse.

Warum eine Fachfirma aus Herne oder dem Umkreis?

Ein Betrieb aus Herne und Umgebung kennt die Siedlungs- und Altbaubestände der Stadt aus eigener Erfahrung – von der denkmalgeschützten Gartenstadt in Börnig bis zum Nachkriegs-Mehrfamilienhaus in Sodingen. Kurze Wege erleichtern Ersttermin und Nachbesserung, Anfahrtskosten entfallen weitgehend, und ein lokaler Ansprechpartner bleibt bei Gewährleistungsfragen erreichbar. Foto-Angebote können Untergrund und Leitungsführung nicht zuverlässig beurteilen – die Besichtigung ist unverzichtbar.

Typische Herausforderungen in Herne

  1. Sehr kleine Bäder: In vielen Herner Wohnungen ist das Bad kompakt – die flache Duschtasse spart Platz und Eingriffstiefe.
  2. Denkmalgeschützte Siedlungen: In den Gartenstadtsiedlungen wie Teutoburgia sind Fassaden und Ensembles geschützt. Für den Badinnenausbau meist unkritisch – aber vorher abklären.
  3. Mietwohnungsanteil: Viele Herner wohnen zur Miete – ohne schriftliche Vermieterzustimmung geht kein Umbau; bei Pflegebedarf greift § 554 BGB[2].
  4. Terminplanung: Die guten Betriebe sind ausgebucht – frühzeitig Angebote einholen.

Checkliste: Fachfirma in Herne auswählen

  • [ ] Vor-Ort-Termin vereinbaren – Fotos ersetzen keine Besichtigung
  • [ ] Festpreisangebot mit Demontage, Entsorgung, Abdichtung und Armaturen
  • [ ] Referenzen aus Herne und Umgebung zeigen lassen
  • [ ] Abdichtung nach DIN 18534 festschreiben
  • [ ] Versicherung und Gewährleistung klären
  • [ ] Förderantrag vor dem Baubeginn stellen
  • [ ] Als Mieter: Vermieterzustimmung schriftlich einholen
  • [ ] Lohnkostenanteil für § 35a EStG separat ausweisen lassen
  • [ ] Terminplan für den Umbautag vereinbaren

Baukau, Horsthausen und die Emscherniederung

Herne liegt im Herzen des Ruhrgebiets – und geografisch in der flachen Emscherniederung: Baukau erreicht nur rund 45 Meter über dem Meeresspiegel, die Emscher bildet die Nordgrenze zur Nachbarstadt, parallel führt der Rhein-Herne-Kanal durch den Stadtteil. Flaches Gelände und hoher Grundwasserstand machen die Abdichtung zum wichtigen Thema: Wer ein Bad im Keller oder Erdgeschoss umbaut, sollte die erdberührten Bauteile prüfen und auf eine Abdichtung nach DIN 18534 achten. In Horsthausen und Holsterhausen stehen viele Wohnhäuser aus den 1920er- bis 1960er-Jahren – mit Bädern in Standardgröße, die sich meist unkompliziert umbauen lassen.

Der Stadtteil Crange ist bekannt für den Cranger Kirmesplatz und den Krampenmarkt; rund um Schloss Strünkede mit Schlosspark und Emschertal-Museum liegen einige der ältesten Gebäude Hernes. Wer in einem Haus nahe der Wasserstraßen oder in einem denkmalgeschützten Umfeld wohnt, sollte die Lage früh in die Planung einbeziehen – ein lokaler Betrieb kennt die Grundstücksverhältnisse.

Zechen, Siedlungen und Bergsenkungen in Herne

Zechen wie Constantin, Mont Cenis, Friedrich der Große und Unser Fritz haben Herne geprägt – und hinterließen einen großen Bestand an Zechensiedlungen und Arbeiterhäusern, vor allem in Wanne (Unser Fritz/Crange), Eickel und Röhlinghausen. In Sodingen ist auf dem Gelände der Zeche Mont Cenis ein modernes Stadtquartier entstanden – ein Beispiel dafür, wie sich die Stadt neu erfindet. In den alten Siedlungshäusern sind die Bäder häufig nachträglich eingebaut; die flache Duschtasse ist hier die bewährte Lösung. In einigen Lagen haben Bergsenkungen zu Setzungen geführt: Vor dem Umbau Risse dokumentieren, vom Fachbetrieb beurteilen lassen und flexible Anschlüsse einplanen.

Häufig gestellte Fragen

Passt eine Dusche in mein kleines Herner Bad?

Meist ja – mit einer Systemlösung mit flacher Duschtasse und Wandpaneelen lässt sich auch in Bädern unter 4 m² eine sichere Dusche einbauen, ohne großen Eingriff in den Boden.

Kann ich als Mieter in Herne das Bad umbauen?

Ja, mit schriftlicher Zustimmung des Vermieters. Bei Pflegebedürftigkeit oder Behinderung können Sie die Erlaubnis nach § 554 BGB[2] verlangen.

Was muss ich bei einem Haus in einer denkmalgeschützten Siedlung beachten?

Der Badinnenausbau ist in der Regel unkritisch. Bei Eingriffen in Fassade oder Substanz ist die Denkmalbehörde einzubinden – sprechen Sie das im Vor-Ort-Termin an.

Wie hoch ist die Förderung in Herne?

Mit Pflegegrad bis zu 4.180 €[1] von der Pflegekasse (§ 40 Abs. 4 SGB XI), Antrag vor Baubeginn. Der KfW-Zuschuss 455-B ist seit dem 31.07.2026 gestoppt (2026er-Mittel ausgeschöpft; Stand: September 2026) – neue Anträge werden nicht mehr angenommen[4]; der KfW-Kredit 159[5] läuft weiter.

Wie lange dauert der Umbau?

Eine Systemlösung ist meist an einem Tag montiert; für eine geflieste bodengleiche Dusche planen Sie mehrere Tage inklusive Trocknungszeiten ein.

Was passiert bei einer Ablehnung des Förderantrags?

Häufigster Grund ist der Antrag nach Baubeginn. Bei Ablehnung können Sie Widerspruch einlegen – die Pflegekasse begründet ihre Entscheidung und nennt die Frist.

Was bedeutet die Lage in der Emscherniederung für meinen Badumbau?

Prüfen Sie bei Bädern im Keller oder Erdgeschoss die Abdichtung zum Erdreich und den Grundwasserstand – ein Fachbetrieb erkennt das im Vor-Ort-Termin. Ein Rückstauschutz an der Entwässerung ist in der flachen Niederung oft sinnvoll. Die reine Badmodernisierung im Obergeschoss ist davon unabhängig meist unkompliziert.

Wie erkenne ich, ob ein älteres Herner Haus Setzungsschäden hat?

Typische Anzeichen sind feine Risse an Tür- und Fensterstürzen, verzogene Türen oder abgesackte Estriche. Lassen Sie das vor dem Badumbau von einem Fachbetrieb beurteilen und dokumentieren. Bei Bergschäden kann die RAG beziehungsweise deren Anspruchsnachfolge einstehen – klären Sie das, bevor Sie investieren.

Fazit

Herne ist eine Stadt der kompakten Wohnformen – und genau dafür gibt es bewährte Umbau-Lösungen: die flache Duschtasse für das kleine Bad in der Zechensiedlung, die Systemlösung für die Mietwohnung in Wanne-Eickel und die bodengleiche Dusche für das Eigenheim in Sodingen. Mit Vor-Ort-Termin, Festpreisangebot und rechtzeitigem Förderantrag bleibt der Umbau kalkulierbar – und die Pflegekasse unterstützt mit bis zu 4.180 €[1].

Quellen

  • § 40 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Zuschuss 4.180 € / 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  • KfW, Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026: https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  • KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
  • NRW.BANK, „Altersgerechter und behindertengerechter Umbau“: https://www.nrwbank.de/de/privatpersonen/wohneigentum-gestalten/barrierefrei-umbauen/
  • § 554 BGB (Erlaubnis des Vermieters): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html
  • § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html
  • pflege.de, „Wanne raus, Dusche rein“ (Kosten 4.000–6.000 €): https://www.pflege.de/barrierefreies-wohnen/badezimmer/wanne-zur-dusche/
  • Stadt Herne, Stadtgeschichte (Zechen Constantin, Mont Cenis, Friedrich der Große, Unser Fritz): https://www.herne.de/
  • rheinruhronline.de, Baukau (Emscherniederung, Rhein-Herne-Kanal, Schleuse Herne-West): https://www.rheinruhronline.de/ruhrgebiet/herne/baukau/baukau.htm

Stand: September 2026. Förderprogramme können sich ändern; vor Antragstellung aktuelle Konditionen prüfen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Quellennachweise

  1. § 40 Abs. 4 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Zuschuss bis 4.180 € bzw. 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  2. § 554 BGB (Erlaubnis des Vermieters zu baulichen Veränderungen): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html
  3. § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen, 20 % des Lohnanteils, max. 1.200 €/Jahr): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html
  4. KfW, Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026 (Stand: September 2026): https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  5. KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (bis 50.000 € je Wohneinheit): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/

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