Badumbau Bauzeit verkürzen: Systemlösung vs. Fliesen, Planung und Parallelarbeit

Von Rainer Brettner, Beratung & Redaktion·Stand: September 2026·ca. 15 Min. Lesezeit

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Sicher und bequem duschen – ohne hohen Wannenrand.

Die Frage „Wie lange dauert mein Badumbau?" beantworten die meisten Betriebe mit reinen Montagezeiten: „Bei uns ist das an einem Tag erledigt." Was in der Praxis fehlt, sind die stillen Wochen davor und dazwischen – die Wartezeit auf die Förderzusage, auf freie Termine, auf trocknende Fliesen. Wer nur die Baustelle betrachtet, plant zu knapp und steht am Ende drei Wochen ohne Dusche da, obwohl die Montage nur zwei Tage gedauert hat. Bauzeit verkürzen heißt deshalb: die richtige Bauweise wählen, die Wartezeiten kennen und Zeitachsen parallel laufen lassen, statt sie hintereinanderzulegen. Dieser Ratgeber zeigt, wie das konkret funktioniert – vom Zeitvergleich Systemlösung gegen Fliesen bis zur Parallelarbeit. Einen Überblick über die Umbau-Varianten und deren Kosten bietet der Ratgeber Wanne zur Dusche umbauen.

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Drei Uhren ticken beim Badumbau – und nur eine zeigt die Baustelle

Fast jede Zeitangabe zum Badumbau wird missverstanden, weil drei verschiedene Zeiträume durcheinandergebracht werden. Sie sollten sie getrennt im Kopf behalten, denn jeder lässt sich mit anderen Mitteln verkürzen:

  • Montagezeit: Die Stunden und Tage, an denen tatsächlich Handwerker im Bad arbeiten. Bei einer Systemlösung sind das oft ein bis zwei Arbeitstage, bei einer gefliesten Lösung drei bis sechs.
  • Stillstandszeit: Die Tage, an denen das Bad fertig wirkt, aber noch nicht benutzbar ist – vor allem Trocknungszeiten von Kleber, Abdichtung und Fugen, aber auch Wartezeiten zwischen den Gewerken. Hier liegt der entscheidende Unterschied zwischen Systemlösung und Fliesen.
  • Projektzeit: Vom ersten Anruf beim Betrieb bis zur Übergabe. Sie umfasst Angebotsphase, Förderverfahren, Terminvergabe und die Montage. Üblich sind vier bis acht Wochen (Richtwert) – und der größte Anteil daran ist nicht die Baustelle, sondern das Warten auf Bescheide und Termine.

Warum diese Unterscheidung praktisch wichtig ist: Wer sagt „Der Umbau dauert eine Woche", meint meist die Montage- und Stillstandszeit. Wer einen Termin plant – etwa weil ein Angehöriger aus dem Krankenhaus entlassen wird –, muss mit der Projektzeit rechnen. Bauzeit verkürzen heißt dann nicht, die Handwerker schneller arbeiten zu lassen, sondern die Projektzeit zu komprimieren: Die Montagezeit bestimmt die Bauweise, die Stillstandszeit entscheidet sich bei der Materialwahl, die Projektzeit ist vor allem eine Frage von Planung und Parallelarbeit.

Systemlösung oder Fliesen: Wo die Zeit wirklich verloren geht

Der größte Hebel für eine kurze Bauzeit ist die Bauweise. Vereinfacht gibt es zwei Grundtypen, deren Zeitprofile sich deutlich unterscheiden:

Systemlösung (Duschelement + Wandpaneele): Die Duschfläche wird als fertig montierbares Element auf den vorhandenen Boden gesetzt, die Wände werden mit Paneelen verkleidet statt gefliest. Es gibt keine nassen Baustoffe, die trocknen müssen – das Bad ist in der Regel noch am selben Tag wieder nutzbar. Dafür bleibt meist eine kleine Stufe zur Duschfläche, und die Optik ist funktionaler als bei Fliesen.

Geflieste Dusche: Estrich oder Bodenaufbau werden angepasst, Abdichtung, Fliesenkleber und Fugen müssen jeweils antrocknen, bevor der nächste Arbeitsschritt folgt. Das dauert mehrere Tage bis rund eine Woche (Richtwerte), liefert dafür aber eine stufenlose, bodengleiche Dusche, die sich optisch nicht von einem „normalen" Bad unterscheidet.

Ein Tag-für-Tag-Vergleich für den typischen Fall Wanne → Dusche macht den Unterschied sichtbar (Richtwerte, Beispielablauf):

Tag Systemlösung Geflieste, bodengleiche Dusche
Tag 1Demontage der Wanne, Duschelement setzen, Paneele montieren, Armaturen anschließen – Bad abends nutzbarDemontage, Bodenaufbau anpassen, Abdichtung einbringen
Tag 2– (Bad in Benutzung)Abdichtung prüfen, ggf. zweite Lage, Fliesenarbeiten beginnen
Tag 3Fliesenarbeiten, Fugenarbeiten beginnen nach Kleber-Trocknung
Tag 4Fugen fertig, Silikonfugen, Armaturen, Reinigung
Tag 5–7Einzug- bzw. Belastungsfristen des Klebers und der Abdichtung abwarten

Die Tabelle zeigt das Kernproblem der Fliesenlösung: Die Arbeitszeit beträgt nur etwa drei bis vier Tage, aber die Kalenderzeit ist doppelt so lang, weil Kleber, Abdichtung und Fugen zwischen den Schritten trocknen müssen. Wie lange genau, hängt von Hersteller und Schichtdicke ab – seriöse Betriebe nennen die eingeplanten Trocknungszeiten im Angebot. Wer einen Betrieb findet, der „in zwei Tagen alles fertig" verspricht, sollte nachfragen, welche Trocknungszeiten eingeplant sind: Schneller geht Fliesen fachgerecht nicht. Wer die Herstellervorgaben überspringt, riskiert später Risse und Feuchteschäden.

Die Zeitprofile im direkten Vergleich

Kriterium Systemlösung Geflieste Lösung (Standard) Bodengleiche, geflieste Dusche
Montagezeit1 Tag (oft 1–2 Monteure)2–3 Tage3–5 Tage
Stillstandszeit durch Trocknungkeinekurz (ca. 1 Tag)mehrere Tage
Bad wieder voll nutzbar nachca. 1 Tagca. 3–4 Tagenca. 1 Woche
Staub- und Schmutzbelastunggeringmittelhoch
Kostenrahmen inkl. Montage (Richtwerte)ca. 3.000–6.500 €ca. 4.000–6.000 €ca. 5.000–8.000 €

Zwei Dinge fallen auf: Der Zeitvorteil der Systemlösung ist kein Unterschied von Stunden, sondern von mehreren Tagen bis zu einer Woche – wer zeitkritisch umbaut, holt das nicht durch gute Organisation auf, sondern nur durch die Bauweise. Und die schnelle Lösung ist nicht automatisch die billige: Systemlösungen liegen preislich im mittleren Segment, hochwertige Fliesenlösungen darüber. Zeitersparnis kostet also etwas – lohnt sich aber, wenn das Bad dringend gebraucht wird, etwa nach einem Sturz oder vor einer Entlassung aus der Klinik.

Wann die Systemlösung nicht schneller ist

Der Ein-Tages-Versprechen der Systemanbieter gilt für den Standardfall: intakter Untergrund, gut zugängliche Leitungen, keine bösen Überraschungen hinter der alten Wanne. Drei Situationen verlängern auch die Systemlösung – und wer sie vorab kennt, plant realistischer:

  • Alte oder schadhafte Leitungen: Sind die Wasserleitungen in der Wand marode oder liegt der Anschluss ungünstig, muss der Installateur erst Leitungen neu verlegen oder den Anschluss versetzen. Das kostet zusätzliche Stunden bis einen weiteren Tag, egal welche Bauweise gewählt wird. Deshalb gehört die Frage nach dem Leitungszustand in jeden Vor-Ort-Termin.
  • Unebener oder Gefälle fordernder Boden: Das Duschelement braucht eine tragfähige, möglichst ebene Fläche. Ein stark schief liegender Boden muss erst ausgeglichen werden – wieder zusätzliche Trocknungszeit, wenn mit Ausgleichsmasse gearbeitet wird.
  • Feuchteschäden hinter der Wanne: Wurde früher unsauber abgedichtet, können sich hinter der alten Wanne Schäden zeigen, die saniert werden müssen, bevor das neue Element gesetzt wird. Im Angebot sollte dieser mögliche Zusatzaufwand klar benannt sein.

In diesen Fällen gilt: Die Systemlösung bleibt meist trotzdem schneller als eine Fliesenlösung mit denselben Sonderarbeiten, aber „ein Tag" wird daraus nicht. Planen Sie dann zwei bis drei Tage ein (Richtwert). Eine ehrliche Fachfirma sagt das vorab, statt am Umbautag mit einem Nachtschlag zu überraschen.

Daneben gibt es die Hybridlösung, die oft übersehen wird: Der Boden wird gefliest oder mit einer bodengleichen Duschfläche ausgeführt, die Wände werden aber mit großformatigen, fliesenähnlichen Paneelen verkleidet. So entfällt der zeitintensivste Teil der Fliesenarbeit – das Verlegen und Verfugen von Wandfliesen samt Trocknungszeiten –, während der Boden die gewünschte Optik und den stufenlosen Einstieg liefert. Für alle, denen die reine Systemlösung optisch zu spartanisch ist, die aber nicht eine ganze Woche Baustelle wollen, ist das ein sinnvoller Mittelweg. Ob der Anbieter solche Mischformen anbietet, sollten Sie direkt anfragen.

Planung: Der größte Zeitfresser sitzt nicht auf der Baustelle

Wer die Projektzeit von vier bis acht Wochen auf drei bis vier verkürzen will, muss die Wartezeiten kennen. Die folgende Übersicht nennt die typischen Verzögerungsquellen – und was dagegen hilft:

Verzögerungsquelle Typische Dauer (Richtwert) Gegenmittel
Angebotsphase (Vor-Ort-Termine, Kalkulation)1–2 WochenTermine früh buchen, alle Unterlagen (Maße, Fotos, Leitungsplan) bereithalten
Pflegegrad-Antrag, falls noch keiner vorliegtEntscheidung der Pflegekasse: bis 25 Arbeitstage (§ 18c Abs. 1 SGB XI)[1]Antrag sofort stellen, nicht erst nach der Angebotsphase; in dringenden Fällen Eilbegutachtung anregen
Förderantrag bei der Pflegekasseeinige Wochen BearbeitungAntrag direkt nach Angebotseingang einreichen – und vor jedem Baubeginn
Gültigkeitsdauer des Angebotsmeist 4–6 Wochenlange Gültigkeit vereinbaren, Verlängerung frühzeitig anfragen
Termin beim Betriebje nach Auslastung Wochen bis MonateTermin unverbindlich vorreservieren lassen, während der Förderbescheid läuft
Materiallieferung (Sonderanfertigungen, z. B. Maßduschwand)1–4 WochenStandardmaße wählen, Lieferzeit im Angebot bestätigen lassen

Der häufigste Planungsfehler ist die Reihenfolge: Erst mehrere Wochen Angebote sammeln, dann den Pflegegrad-Antrag stellen, dann den Förderantrag – und am Ende steht der Betrieb bereit, aber der Bescheid fehlt. Wer die Anträge nach vorn zieht, verkürzt die Projektzeit, ohne dass irgendjemand schneller arbeiten muss. Beachten Sie dabei die zentrale Fördervoraussetzung: Der Antrag auf den Zuschuss der Pflegekasse von bis zu 4.180 € je Maßnahme[2] nach § 40 Abs. 4 SGB XI (bei mehreren Pflegebedürftigen im Haushalt bis 16.720 €) muss vor Baubeginn gestellt sein – wer erst baut und dann beantragt, verliert den Anspruch. Die Details zum Verfahren stehen im Ratgeber Badumbau finanzieren.

Ein zweiter, oft unterschätzter Punkt ist die Angebotsgültigkeit: Üblich sind vier bis sechs Wochen. Wenn die Pflegekasse länger braucht, verfällt das Angebot und die Firma kalkuliert neu – im Zweifel teurer. Fragen Sie deshalb bei der Angebotsanfrage gleich nach einer möglichst langen Gültigkeit und holen Sie sich Verzögerungen schriftlich bestätigt, damit der Preis hält. Auch der KfW-Zuschuss 455-B ist seit dem 31.07.2026 gestoppt[3] – die 2026er-Mittel sind ausgeschöpft, neue Anträge werden nicht mehr angenommen (Stand: September 2026). Der zinsgünstige KfW-Kredit 159 (bis 50.000 €[4] je Wohneinheit) ist dagegen weiterhin beantragbar und verlängert die Projektzeit nicht, weil er nicht vor dem Baubeginn beschieden sein muss wie der Pflegekassen-Zuschuss.

Parallelarbeit: Zeitschienen statt Warteschleife

Die wirkungsvollste Methode, die Projektzeit zu verkürzen, ist, zeitaufwendige Schritte zu überlappen, statt sie streng nacheinander abzuarbeiten. Drei Parallelisierungen sind fast immer möglich:

1. Pflegegrad-Verfahren und Angebotsphase laufen gleichzeitig. Liegt noch kein Pflegegrad vor, beginnt der Antrag bei der Pflegekasse so früh wie möglich – die Pflegekasse entscheidet binnen 25 Arbeitstagen nach Antragseingang (§ 18c Abs. 1 SGB XI)[1]; die Begutachtung wird unverzüglich veranlasst. In dieser Zeit lassen sich bequem die Vor-Ort-Termine und Angebote erledigen. Sind Angebot und Pflegegradbescheid gleichzeitig da, kann der Förderantrag sofort eingereicht werden, ohne dass ein einziger Tag Wartezeit „doppelt" anfällt.

2. Förderantrag und Terminreservierung überlappen. Der Förderantrag braucht das Angebot der Fachfirma – aber nicht den unterschriebenen Vertrag. Viele Betriebe reservieren einen Umbautermin unverbindlich, während der Bescheid läuft, und halten das Angebot entsprechend länger. So steht der Termin, sobald die Zusage da ist, statt dass man weitere Wochen auf die nächste freie Woche des Betriebs wartet. Wichtig bleibt: Der Vertrag wird erst mit der schriftlichen Zusage verbindlich geschlossen.

3. Bei Fliesenlösungen Gewerke intelligent verschränken. Sanitär- und Fliesenarbeiten werden meist hintereinander vergeben: erst der Installateur, dann der Fliesenleger. Ein koordinierender Betrieb kann beide Gewerke zeitlich verzahnen – etwa Fliesenarbeiten in einem Bereich, während im anderen noch die Sanitärinstallation läuft. Das spart Tage, verlangt aber eine klare Koordination: Wer zwei getrennte Firmen beauftragt und selbst koordiniert, spart oft Geld, riskiert aber, dass im Gewährleistungsfall jede Firma auf die andere zeigt. Details dazu und zur Mietwohnung finden Sie im Ratgeber Badumbau in der Mietwohnung.

Wichtig ist die Grenze der Parallelarbeit: Was sich überlappen darf, ist die Vorbereitung – Anträge, Termine, Angebote. Nicht überlappen dürfen Baubeginn und Förderantrag: Erst der Antrag bei der Pflegekasse, dann der erste Arbeitsschritt an Bad. Wer aus Zeitdruck zuerst demontieren lässt, gefährdet den Zuschuss. Ob im Einzelfall schon die Materialbestellung oder die Demontage als „Baubeginn" gewertet wird, klären Sie im Zweifel vorab mit der Pflegekasse – die Antwort steht dann schwarz auf weiß im Bescheid.

Beispiel: Projektzeit von sechs auf vier Wochen

Wie Parallelarbeit die Zeitachse zusammenzieht, zeigt ein Vergleich zweier Abläufe mit denselben Bausteinen (Beispielwerte):

Woche Hintereinander (häufig) Parallel (optimiert)
1Pflegegrad-Antrag stellenPflegegrad-Antrag stellen und Vor-Ort-Termine buchen
2Warten auf BegutachtungAngebote vergleichen, Firma wählen
3Angebote einholenFörderantrag einreichen (Angebot + Pflegegrad liegen vor)
4Förderantrag einreichenZusage, Termin reserviert – Umbau (Systemlösung, 1 Tag)
5Warten auf ZusageRechnungen einreichen
6Zusage, Termin, Umbau
7Rechnungen einreichen

Im Beispiel spart die parallele Variante zwei Wochen, ohne dass sich an der Bearbeitungsdauer von Pflegekasse oder Betrieb etwas ändert – es ist dieselbe Arbeit, nur anders angeordnet. Bei einer gefliesten Lösung verlängert sich in beiden Spalten nur die Bauwoche; die gesparten zwei Wochen Vorlauf bleiben gleich.

Was Sie selbst beitragen können: Der Baustellen-Tag vergeht nicht ungenutzt

Auch am Umbautag selbst lässt sich Zeit gewinnen – nicht durch eigenes Handwerk, sondern durch Vorbereitung. Handwerkerstunden sind teuer; jede Stunde, die das Team mit Umräumen, Suchen oder Erklären verbringt, kostet Zeit und Geld. Diese Vorbereitungen verkürzen den Baustellentag real:

  • Zugang freiräumen: Weg vom Eingang bis zum Bad freimachen – auch über Treppenhaus und Flur. Duschwanne und Paneele sind groß und schwer; enge Flure kosten Zeit und riskieren Transportschäden.
  • Bad leeren: Kosmetikartikel, Handtücher, Bodenablagen, Wäschekorb – alles, was nicht im Weg sein muss, vorher ausräumen. Auch der Bereich unter dem Waschtisch, wenn dort gearbeitet wird.
  • Ersatz-Duschmöglichkeit organisieren: Bei einer Systemlösung ist das Bad abends wieder nutzbar; bei Fliesenarbeiten planen Sie besser für mehrere Tage (Duschen bei Angehörigen, Fitnessstudio, Notdusche).
  • Ansprechpartner bereithalten: Die Monteure brauchen jemanden, der Entscheidungen trifft (z. B. „Armatur zwei Zentimeter höher?"). Wer nicht erreichbar ist, verzögert den Ablauf oder bekommt Standardlösungen, die hinterher nicht gefallen.
  • Alte Möbel und Elektrogeräte entsorgen: Was ohnehin rausfliegt (Unterschrank, Spiegel, alter Boiler), kann vorher selbst entfernt werden – sofern es nicht Teil der vereinbarten Demontageleistung ist. Achtung: Steht die Demontage im Festpreis, spart Entsorgen in Eigenregie kein Geld, sondern nur Zeit.
  • Parkplatz und Strom/Wasser klären: Ein reservierter Parkplatz für den Transporter und die Info, wo Wasser abgesperrt und Strom zugänglich ist, ersparen Rückfragen.

Von weitergehender Eigenleistung – etwa dem Abriss der alten Wanne oder dem Entfernen von Fliesen – ist abzuraten, auch wenn es verlockend klingt, Zeit zu sparen: Der Zuschuss der Pflegekasse setzt eine fachgerechte Ausführung voraus, und bei Schäden an Leitungen haften Sie selbst. Vorarbeiten, die nicht fachgerecht ausgeführt wurden, müssen die Profis oft teuer nachbessern – dann war es nicht schneller, sondern langsamer.

Fragen und Antworten zur Bauzeit

Wie lange dauert ein Badumbau wirklich – von Anfang bis Ende?

Rechnen Sie mit vier bis acht Wochen Projektzeit vom ersten Angebot bis zur Übergabe (Richtwert). Der größte Teil davon ist nicht Baustelle, sondern Angebotsphase, Förderverfahren und Terminplanung. Die reine Bauzeit beträgt bei einer Systemlösung etwa einen Tag, bei einer gefliesten Dusche mehrere Tage bis rund eine Woche.

Warum dauert eine geflieste Dusche so viel länger als eine Systemlösung?

Nicht die Arbeit selbst dauert so lange, sondern die Trocknungszeiten dazwischen: Abdichtung, Fliesenkleber und Fugen müssen jeweils antrocknen, bevor der nächste Schritt folgt. Bei einer Systemlösung gibt es keine nassen Baustoffe – das Element und die Paneele werden trocken montiert, das Bad ist sofort nutzbar.

Kann eine Fliesenlösung auch an einem Tag fertig sein?

Nein, fachgerecht nicht. Wer Trocknungszeiten überspringt, riskiert später Risse, hohle Fliesen und Feuchteschäden. Betriebe, die „alles an einem Tag gefliest" versprechen, sollten Sie nach den Herstellervorgaben für Kleber und Abdichtung fragen – die Antwort zeigt, ob seriös gearbeitet wird.

Was ist der größte Zeitfaktor beim Badumbau?

In den meisten Fällen das Förderverfahren: Über den Pflegegrad-Antrag entscheidet die Pflegekasse binnen 25 Arbeitstagen nach Antragseingang (§ 18c Abs. 1 SGB XI)[1]; die Begutachtung wird unverzüglich veranlasst. Die Bearbeitung des Förderantrags durch die Pflegekasse dauert zusätzlich einige Wochen. Beides lässt sich durch frühes Antragstellen parallel zu Angebotsphase und Terminreservierung deutlich abkürzen.

Darf ich vor der Förderzusage schon etwas vorbereiten – etwa die Wanne demontieren lassen?

Vorsicht: Der Zuschuss nach § 40 Abs. 4 SGB XI[2] setzt voraus, dass der Antrag vor Baubeginn gestellt wird. Beratungs- und Aufmaßtermine sind unkritisch; mit Demontage oder Materialbestellung warten Sie bis zur Antragstellung. Was im Einzelfall genau als Baubeginn gilt, klären Sie am besten vorab mit der Pflegekasse.

Macht es Sinn, Sanitär- und Fliesenfirma parallel arbeiten zu lassen?

Zeitlich ja – wenn ein Betrieb beide Gewerke koordiniert, lassen sich Tage sparen. Beauftragen Sie zwei getrennte Firmen, übernehmen Sie selbst die Koordination der Schnittstellen (vor allem der Abdichtung) und klären Sie vorab, wer bei Mängeln haftet. Im Gewährleistungsfall verweisen sich getrennte Firmen sonst gern aufeinander.

Ist eine Systemlösung immer schneller als Fliesen?

Im Standardfall ja – meist um mehrere Tage bis zu einer Woche. Bei Sonderfällen (alte Leitungen, unebener Boden, Feuchteschäden hinter der Wanne) dauert auch die Systemlösung länger, bleibt aber in der Regel schneller als eine Fliesenlösung mit denselben Zusatzarbeiten.

Verkürzt Eigenleistung die Bauzeit?

Selten. Vorbereitende Arbeiten wie Freiräumen und Zugang schaffen helfen – ja. Eigenmächtiger Abriss oder das „Vorarbeiten" an Leitungen verzögern dagegen oft, weil Profis die Arbeit prüfen oder nachbessern müssen; zusätzlich kann unsachgemäße Eigenleistung den Förderanspruch gefährden.

Fazit

Bauzeit beim Badumbau ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von drei Entscheidungen: der Bauweise (Systemlösung spart gegenüber Fliesen mehrere Tage bis eine Woche), der Planung (Wartezeiten auf Bescheid und Termin kennen und Anträge nach vorn ziehen) und der Parallelarbeit (Angebotsphase, Pflegegrad-Verfahren und Terminreservierung überlappen lassen, statt sie hintereinanderzulegen). In der Praxis lassen sich damit aus typischen sechs Wochen Projektzeit vier machen – ohne dass irgendwer schneller arbeiten muss. Der ganze Ablauf von der Anfrage bis zur Übergabe ist im Ratgeber Badumbau Ablauf Schritt für Schritt beschrieben, die Kostenfrage inklusive Zuschüssen im Ratgeber Badumbau finanzieren.

Quellen

  • § 40 Abs. 4 SGB XI (Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  • § 18c SGB XI (Begutachtungsfrist des Medizinischen Dienstes): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__18c.html
  • KfW, Antragsstopp Zuschuss 455-B (31.07.2026): https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  • KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen": https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
  • DIN 18534 (Abdichtung von Innenräumen), Erläuterung: https://de.wikipedia.org/wiki/DIN_18534

Stand: September 2026. Zeit- und Kostenangaben sind Richtwerte bzw. Beispielwerte auf Basis marktüblicher Abläufe – verbindlich sind die Herstellervorgaben der Materialien und das Festpreisangebot der Fachfirma. Angaben zu Zuschüssen nach aktuellem Rechtsstand; im Einzelfall entscheidet die Pflegekasse.

Quellennachweise

  1. § 18c Abs. 1 SGB XI (Entscheidungsfrist der Pflegekasse: 25 Arbeitstage nach Antragseingang): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__18c.html
  2. § 40 Abs. 4 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Zuschuss bis 4.180 €, bei mehreren Pflegebedürftigen bis 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  3. KfW, Antragsstopp Zuschuss 455-B vom 31.07.2026 (Stand: September 2026): https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  4. KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (Darlehen bis 50.000 € je Wohneinheit): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/

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