Badumbau in Hemer: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026)

Von Rainer Brettner, Beratung & Redaktion·Stand: September 2026·ca. 9 Min. Lesezeit

VorherBadumbau in Hemer: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026) – Vorher: Badewanne mit hohem Rand
NachherBadumbau in Hemer: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026) – Nachher: bodengleiche Dusche
Wanne raus, bodengleiche Dusche rein: Der ebenerdige Einstieg senkt die Sturzgefahr deutlich.

Hemer, die „Felsenmeerstadt“ im Märkischen Kreis, liegt am Nordrand des Sauerlandes und zählt knapp 35.000 Einwohner. Die Stadt ist 1975 aus dem Kern Hemer und den ehemals eigenständigen Gemeinden Becke, Deilinghofen, Frönsberg und Ihmert zusammengewachsen – hinzu kamen schon 1929 Sundwig, Westig und Landhausen. Diese Geschichte prägt die Bausubstanz bis heute: kleinteilige Ortsteile in den Tälern von Hönne und Oese, Werkssiedlungen aus der Zeit der Draht- und Metallindustrie, Nachkriegsbauten in der Kernstadt und viele Einfamilienhäuser an den bewaldeten Hängen. In fast jedem dieser Häuser steht eine Badewanne aus der Einbauzeit – und für die Generation 50 plus sowie pflegende Angehörige stellt sich dieselbe Frage wie überall im Sauerland: Wie kommen wir sicher und ohne große Umbauten in die Dusche? Dieser Ratgeber zeigt, was der Badumbau in Hemer kostet, welche Förderung es gibt und worauf Sie bei der Wahl der Fachfirma achten sollten.

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So wohnt Hemer: Ortsteile, Hänge und Bausubstanz

  • Kernstadt mit Nachkriegs- und Siedlungsbau: Rund um Ober- und Niederhemer stehen Wohnhäuser aus vielen Jahrzehnten – von den 1920er-Jahren über den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu den Neubaugebieten der Gegenwart. Die Bäder sind häufig seriell verbaut und lassen sich unkompliziert umbauen.
  • Werkssiedlungen der Metallindustrie: In Sundwig, Westig und der Becke erinnern Arbeiter- und Werkshäuser an die Drahtziehereien und Metallbetriebe, die seit dem 16. Jahrhundert die Wasserkraft der Bäche nutzten. Kompakte Grundrisse und kleine Bäder sind hier die Regel – eine Systemlösung mit flacher Duschtasse passt meist am besten.
  • Dörfer in den Nebentälern: Deilinghofen, Frönsberg, Ihmert und die vielen kleinen Ortschaften wie Bredenbruch oder Landhausen sind von älteren Hofstellen, Fachwerkhäusern und Wohnbauten der 1950er- bis 1970er-Jahre geprägt.
  • Hanglagen und unebene Böden: Hemer liegt am Rand des Rheinischen Schiefergebirges; viele Häuser stehen am Hang. Unebene Bodenplatten und Setzungen sind keine Seltenheit – der Höhenausgleich ist dann ein zentraler Punkt der Angebotsprüfung.
  • Sanitär-Know-how vor Ort: In der Becke sind mit KEUCO und Grohe zwei bekannte Sanitärhersteller ansässig – die Region bringt also Fachkompetenz für Bad und Sanitär mit, was sich bei der Suche nach erfahrenen Handwerkern auszahlt.

Warum ein Betrieb aus Hemer oder der Region die bessere Wahl ist

  • Kurze Wege im Tal: Ein Betrieb aus Hemer, Iserlohn, Menden oder dem Märkischen Kreis ist für Vor-Ort-Termine und Nachbesserungen schnell zur Stelle – ohne lange Anfahrtskosten.
  • Kenntnis von Hanglagen und Altbestand: Regionale Fachleute kennen die Werkssiedlungen, die Fachwerkhäuser und die Probleme unebener Böden in den Hanglagen und können Untergrund und Statik richtig einschätzen.
  • Verlässlicher Ansprechpartner: Ein ortsansässiger Betrieb bleibt auch bei Gewährleistungsfragen erreichbar. Fernangebote ohne Besichtigung sind bei so unterschiedlicher Bausubstanz keine seriöse Grundlage.
  • Referenzen aus der Nachbarschaft: In den überschaubaren Ortsteilen Hemers zählt die Empfehlung – fragen Sie gezielt nach abgeschlossenen Umbauten in Hemer und Umgebung.

Der Vergleich von zwei oder drei Festpreisangeboten spart Geld. Achten Sie darauf, dass Demontage, Entsorgung, Abdichtung und Armaturen ausdrücklich enthalten sind – sonst drohen Nachträge.

Was der Badumbau in Hemer kostet

Für Hemer gelten die bundesweit üblichen Kostenspannen (Stand 2026):

Ausführung Kostenrahmen
Systemlösung mit Duschtasse und Wandpaneelenca. 3.000–5.000 €
Bodengleiche, geflieste Duscheca. 5.000–8.000 €
Typische Gesamtkosten im Standardfallca. 4.000–6.000 €

Quelle: pflege.de, „Wanne raus, Dusche rein“ (Kostenübersicht).

Die tatsächlichen Kosten hängen von Raumgröße, Untergrund und Nebenarbeiten ab. In Häusern in Hanglage kann der Bodenausgleich aufwendiger sein, in Werkshäusern mit schmalen Bädern entscheidet oft die kompakte Systemlösung über den Preis. Zusatzkosten entstehen etwa für Elektroarbeiten, einen neuen Handtuchheizkörper oder Fliesen über den Duschbereich hinaus. Der Lohnanteil ist nach § 35a EStG zu 20 Prozent absetzbar (maximal 1.200 € pro Jahr)[1] – lassen Sie ihn auf der Rechnung separat ausweisen.

Förderung in Hemer: Pflegekasse, KfW und Land

Die wichtigsten Fördermittel gelten bundesweit und damit auch in Hemer:

  • Pflegekasse: Mit Pflegegrad 1–5 bis zu 4.180 €[2] Zuschuss für den Wannenumbau (§ 40 Abs. 4 SGB XI); bei mehreren Pflegebedürftigen im Haushalt bis zu 16.720 €[2]. Der Antrag muss vor Baubeginn gestellt werden.
  • KfW: Der Zuschuss 455-B „Altersgerecht Umbauen – Barrierereduzierung“ ist seit dem 31.07.2026 gestoppt – die 2026er-Mittel sind ausgeschöpft, neue Anträge werden nicht mehr angenommen (Stand: September 2026), eine Wiederaufnahme ist frühestens 2027 möglich[3]. Der zinsgünstige Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ läuft weiter – bis 50.000 € je Wohneinheit[4], auch ohne Pflegegrad.
  • Land NRW: Die NRW.BANK bietet über die Hausbank zinsgünstige Darlehen für altersgerechte Umbauten. Der Zuschuss „Barrierereduzierung“ ist kein eigenes NRW.BANK-Programm, sondern das KfW-Programm 455-B, das die NRW.BANK in ihrer Förderübersicht listet – der Antrag läuft über die KfW. Das Programm ist seit dem 31.07.2026 gestoppt (2026er-Mittel ausgeschöpft; Stand: September 2026)[3].
  • Märkischer Kreis und Kommune: Beratungsstellen im Märkischen Kreis und die Stadt Hemer informieren zu barrierearmem Wohnen; einzelne Angebote ändern sich regelmäßig – nachfragen lohnt sich.
  • Steuer: Lohnkosten der Handwerkerleistung nach § 35a EStG zu 20 Prozent absetzbar, maximal 1.200 € pro Jahr[1].
  • Krankenkasse: Die gesetzliche Krankenkasse zahlt keine Umbaukosten, sondern nur Hilfsmittel wie Duschhocker oder Badewannenlifter (§ 33 SGB V)[5].

Eine Übersicht aller Fördermöglichkeiten finden Sie auf unserer Seite zu Zuschüssen für barrierearme Badumbauten: Förderung & Zuschüsse.

Der Ablauf in Hemer: In sechs Schritten zur neuen Dusche

Schritt Was passiert Zeitbedarf
1. AnfrageFotos, Maße und Wunschtermin an 2–3 Fachbetriebe sendenwenige Minuten
2. Vor-Ort-TerminRaum vermessen, Untergrund, Leitungen und Höhenverhältnisse prüfenca. 30–60 Minuten
3. FestpreisangeboteInkl. Demontage, Entsorgung und Abdichtung vergleichen1–3 Werktage
4. FörderantragPflegekasse – vor Baubeginn stellenvor dem Umbau
5. UmbauSystemlösung ca. 1 Tag, geflieste Dusche mehrere Tage1–5 Tage
6. Belege einreichenRechnungen einreichen, Zuschuss wird ausgezahltnach dem Umbau

Der häufigste Fehler: Der Förderantrag kommt zu spät. Erst wenn die Zusage der Pflegekasse vorliegt, sollte der Auftrag vergeben werden. Als Mieter klären Sie parallel die Vermieterzustimmung – schriftlich und idealerweise mit dem Angebot in der Anlage.

Hemers Ortsteile im Überblick

Ortsteil / Bereich Charakter und typische Bausubstanz
Kernstadt (Ober-/Niederhemer)Gemischte Bebauung vom Nachkriegsbau bis zum Neubaugebiet; viele serielle Bäder, gut umbaubar
Sundwig und WestigEhemalige Industriegemeinden mit Werks- und Siedlungshäusern, kompakte Bäder
BeckeTalort mit alter Gewerbe- und Sanitärindustrie (u. a. KEUCO, Grohe), Wohnbebauung in Kalksenke
DeilinghofenEhemalige Gemeinde mit dörflichem Kern und Gewerbepark auf dem früheren Kasernengelände
Ihmert und FrönsbergLändliche Ortsteile mit Hofstellen, Fachwerk und Einfamilienhäusern
Landhausen und weitere OrtschaftenStreusiedlungen mit älteren Häusern und neueren Wohngebäuden

Quelle: Stadt Hemer, Stadtportrait und Stadtgeschichte; Wikipedia (Ortsteile von Hemer).

Hanglage, Werkshaus, Felsenmeer: Worauf es in Hemer ankommt

Die Topografie macht den Unterschied: In den Hanglagen oberhalb der Täler stehen viele Häuser auf unebenen Bodenplatten, manche zeigen Setzungsrisse oder schiefe Böden. Bevor eine bodengleiche Dusche geplant wird, sollte der Handwerker den Untergrund begutachten und den Höhenausgleich kalkulieren – bei größeren Unebenheiten ist die flache Duschtasse mit Wandpaneelen oft die wirtschaftlichere Lösung. In den Werkshäusern von Sundwig, Westig und der Becke sind die Bäder klein, dafür meist klar geschnitten; hier gewinnt man durch den Wannenausbau spürbar Bewegungsfläche. Und weil in der Becke seit Jahrzehnten Sanitärtechnik entwickelt und gefertigt wird, finden sich im Umkreis Fachbetriebe, die auch ungewöhnliche Lösungen kennen. Bestehen Sie bei jedem Angebot auf der Abdichtung nach DIN 18534 – gerade bei älteren Untergründen ist sie die wichtigste Qualitätsfrage.

Checkliste: Fachfirma in Hemer auswählen

  • [ ] Vor-Ort-Termin vereinbaren – Fotos ersetzen keine Besichtigung
  • [ ] Festpreisangebot mit Demontage, Entsorgung, Abdichtung und Armaturen
  • [ ] Referenzen aus Hemer und dem Märkischen Kreis zeigen lassen
  • [ ] Bei Hanglage: Bodenausgleich und Untergrund ausdrücklich anfragen
  • [ ] Abdichtung nach DIN 18534 festschreiben
  • [ ] Versicherung und Gewährleistung klären
  • [ ] Förderantrag bei der Pflegekasse vor Baubeginn stellen
  • [ ] Als Mieter: Vermieterzustimmung schriftlich einholen
  • [ ] Lohnkostenanteil für § 35a EStG separat ausweisen lassen
  • [ ] Terminplan und Ansprechpartner für den Umbautag vereinbaren

Die häufigsten Fragen

Was kostet der Badumbau in Hemer?

Im Standardfall ca. 4.000–6.000 € inklusive Demontage und Entsorgung; Systemlösungen beginnen bei etwa 3.000 €, bodengleiche, geflieste Duschen können bis zu 8.000 € erreichen – in Hanglagen kommen Kosten für den Bodenausgleich hinzu.

Ist eine bodengleiche Dusche in einem Haus in Hanglage möglich?

Meist ja, wenn der Untergrund mitspielt. Unebene Böden lassen sich mit Ausgleichsestrich oder einer flachen Duschtasse lösen – welche Variante passt, zeigt der Vor-Ort-Termin.

Gilt der Pflegekassen-Zuschuss auch in Hemer?

Ja. Mit Pflegegrad 1–5 bis zu 4.180 €[2] nach § 40 Abs. 4 SGB XI, bei mehreren Pflegebedürftigen im Haushalt bis zu 16.720 €[2]. Antrag vor Baubeginn stellen.

Brauche ich einen Pflegegrad für die Förderung?

Für den Zuschuss der Pflegekasse ja. Ohne Pflegegrad bleibt der KfW-Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“; der Zuschuss 455-B ist seit dem 31.07.2026 gestoppt (2026er-Mittel ausgeschöpft; Stand: September 2026)[3] und kann nicht mehr beantragt werden. Ob ein Pflegegrad in Frage kommt, klärt die Pflegekasse kostenlos.

Was zahlt die Krankenkasse zum Badumbau?

Keine Umbaukosten – die gesetzliche Krankenkasse übernimmt nur Hilfsmittel wie Duschhocker oder Badewannenlifter (§ 33 SGB V)[5]. Für die Baumaßnahme ist die Pflegekasse zuständig.

Darf ich als Mieter in Hemer das Bad umbauen lassen?

Mit schriftlicher Zustimmung des Vermieters ja. Bei Pflegebedürftigkeit oder Behinderung können Sie die Erlaubnis nach § 554 BGB verlangen[6]; klären Sie vorher einen eventuellen Rückbau.

Wie lange dauert der Umbau?

Eine Systemlösung ist oft in einem Tag montiert. Eine bodengleiche, geflieste Dusche benötigt inklusive Trocknungszeiten mehrere Tage – planen Sie in dieser Zeit ein Ersatzbad ein.

Fazit

Vom Werkshaus in Sundwig über das Fachwerkhaus in Ihmert bis zum Neubau in der Kernstadt: Hemer bietet für fast jede Bausubstanz eine passende Lösung für den Umbau von der Wanne zur Dusche. Entscheidend sind der ehrliche Vor-Ort-Termin, ein Festpreisangebot, das Abdichtung, Entsorgung und Bodenausgleich einschließt, und der Förderantrag vor dem Baubeginn. Wer diese Punkte einhält, bekommt in Hemer eine sichere Dusche zu einem kalkulierbaren Preis – mit bis zu 4.180 €[2] Unterstützung von der Pflegekasse.

Quellen

  • § 40 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Zuschuss 4.180 € / 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  • KfW, Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026: https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  • KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
  • NRW.BANK, „Altersgerechter und behindertengerechter Umbau“: https://www.nrwbank.de/de/privatpersonen/wohneigentum-gestalten/barrierefrei-umbauen/
  • § 33 SGB V (Hilfsmittel der Krankenkasse): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__33.html
  • § 554 BGB (Erlaubnis des Vermieters): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html
  • § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html
  • pflege.de, „Wanne raus, Dusche rein“ (Kosten 4.000–6.000 €): https://www.pflege.de/barrierefreies-wohnen/badezimmer/wanne-zur-dusche/
  • Stadt Hemer, Stadtportrait: https://www.hemer.de/zusammen-in-hemer/hemer-ist-ein-wir/stadtportrait
  • Ortsteile von Hemer (Becke, Deilinghofen, Sundwig u. a.): https://de.wikipedia.org/wiki/Hemer

Stand: September 2026. Förderprogramme können sich ändern; vor Antragstellung aktuelle Konditionen prüfen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Quellennachweise

  1. § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen, 20 % der Lohnkosten, max. 1.200 €/Jahr): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html
  2. § 40 Abs. 4 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen; Zuschuss bis 4.180 €, bei mehreren Pflegebedürftigen bis 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  3. KfW, Antragsstopp des Zuschusses 455-B vom 31.07.2026 (Mittel ausgeschöpft; Stand: September 2026): https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  4. KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (zinsgünstiges Darlehen bis 50.000 €): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
  5. § 33 SGB V (Hilfsmittel der Krankenkasse): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__33.html
  6. § 554 BGB (Barrierereduzierung – Erlaubnisanspruch des Mieters): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html

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