Badumbau in Hamm: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026)


Hamm ist mit rund 180.000 Einwohnern die größte Stadt im westfälischen Teil des Regierungsbezirks Arnsberg. Die Stadt ist überregional als Bahnknotenpunkt bekannt; im Osten prägte der Steinkohlenbergbau jahrzehntelang die Stadtteile, während weite Teile des Wohnbestands aus Ein- und Zweifamilienhäusern der 1960er- und 1970er-Jahre bestehen. Viele dieser Häuser gehören Eigentümern, die lange im Haus wohnen bleiben möchten – und stoßen im Bad irgendwann an dieselbe Grenze: Die Badewanne mit ihrem hohen Einstieg wird mit nachlassender Beweglichkeit zum Risiko. Stürze über den Wannenrand gehören zu den häufigsten Unfallursachen im Haushalt. Ein flacher oder ebenerdiger Duscheinstieg senkt dieses Risiko deutlich und erleichtert die Körperpflege – auch für Angehörige, die beim Duschen helfen. Dieser Ratgeber fasst zusammen, wie der Umbau der Wanne zur Dusche in Hamm typischerweise abläuft, was er kostet, welche Förderung es gibt und worauf Sie bei der Auswahl der Fachfirma achten sollten.
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Warum eine Fachfirma vor Ort beauftragen?
- Kurze Wege: Ein Betrieb aus Hamm oder dem Umkreis ist schnell vor Ort – für den Ersttermin, Rückfragen und eventuelle Nachbesserungen.
- Ortskenntnis: Fachleute aus der Region kennen die typischen Gebäude – vom Reihenhaus der 1970er-Jahre in Bockum-Hövel über die Zechenhaussiedlung im Osten bis zur Mietwohnung in der Innenstadt – und die üblichen Probleme wie alte Leitungen, knappe Raummaße oder unebene Böden.
- Keine langen Anfahrten: Bei einem Anbieter aus der Region entfallen Anfahrtskosten – das spart Geld.
- Erreichbarkeit: Ein lokaler Ansprechpartner bleibt auch bei Gewährleistungsfragen erreichbar – ein Fernangebot nach Fotos nicht. Untergrund, Leitungsführung und Raummaße lassen sich am Bildschirm nicht zuverlässig beurteilen.
Typische Ausgangslage in Hamm
- Viel Eigentum: Wer im eigenen Haus plant, kann Pflegekassen-Zuschuss und KfW-Kredit gut kombinieren. Viele Eigentümer in Hamm bauen nicht erst um, wenn ein Pflegegrad vorliegt, sondern vorbeugend – das Haus bleibt länger bewohnbar, und die Modernisierung erhöht den Wohnwert.
- Bäder aus den 1960er- bis 1980er-Jahren: Die typischen Wannenbäder in den Eigenheimgebieten haben Standardmaße – meist ohne großen Eingriff umbaubar. Der Vor-Ort-Termin zeigt, ob eine bodengleiche Lösung oder eine Systemlösung passt.
- Siedlungsbau im Osten: In den Stadtteilen mit Bergbauvergangenheit finden sich kompakte Siedlungshäuser und Mietwohnungen. Mieter brauchen die Erlaubnis des Vermieters; bei Pflegebedürftigkeit oder Behinderung besteht nach § 554 BGB[1] ein Anspruch auf Zustimmung.
- Eigentumswohnungen: Eigentümer sollten vor dem Umbau die Teilungserklärung prüfen; je nach Umfang der Maßnahme ist ein Beschluss der Eigentümergemeinschaft erforderlich.
Ablauf: Vom Angebot bis zur fertigen Dusche
In Hamm läuft der Umbau nach demselben Muster ab wie überall – der Ablauf im Überblick:
| Schritt | Was passiert | Zeitaufwand |
|---|---|---|
| 1. Anfrage | Fotos, Maße und Wunschtermin an eine Fachfirma senden | wenige Minuten |
| 2. Vor-Ort-Termin | Vermessung, Leitungsführung, Untergrund prüfen | ca. 30–60 Minuten |
| 3. Festpreisangebot | inkl. Demontage, Entsorgung, Abdichtung vergleichen | 1–3 Werktage |
| 4. Förderantrag | bei der Pflegekasse – vor Baubeginn | vor dem Umbau |
| 5. Umbau | Systemlösung oft 1 Tag, geflieste Dusche mehrere Tage | 1–5 Tage |
| 6. Rechnungen einreichen | Belege einreichen, Zuschuss wird ausgezahlt | nach dem Umbau |
Vorbereitung: Fotografieren Sie das Bad und halten Sie die ungefähren Maße, den Zustand von Fliesen und Leitungen sowie Ihre Wohnsituation (Eigentum oder Miete) fest.
Vor-Ort-Termin: Die Fachkraft nimmt Raummaße auf und prüft Leitungsführung und Untergrund. Nutzen Sie die Gelegenheit für alle Fragen – etwa ob eine bodengleiche Dusche möglich ist oder eine Systemlösung besser passt.
Festpreisangebot: Vergleichen Sie zwei bis drei Angebote. Achten Sie darauf, dass Demontage, Entsorgung, Abdichtung und Armaturen enthalten sind – sonst drohen später Nachzahlungen.
Förderantrag: Der Antrag bei der Pflegekasse muss vor dem Baubeginn gestellt werden. Erst wenn die Zusage vorliegt, sollten Sie die Firma beauftragen – ein zu später Antrag ist der häufigste Ablehnungsgrund.
Umbau und Abnahme: Eine Systemlösung ist oft an einem Tag montiert; bei einer bodengleichen, gefliesten Dusche rechnen Sie mit mehreren Tagen. Gehen Sie das fertige Bad gemeinsam mit der Firma durch, lassen Sie sich die Gewährleistung bestätigen und reichen Sie danach die Rechnungen bei der Pflegekasse ein.
Förderung: Bis zu 4.180 € von der Pflegekasse, KfW-Zuschuss gestoppt
Die wichtigsten Zuschüsse gelten bundesweit – auch in Hamm:
- Pflegekasse: Mit Pflegegrad 1–5 bis zu 4.180 €[2] für den Umbau der Badewanne zur Dusche (§ 40 Abs. 4 SGB XI), bei mehreren Pflegebedürftigen im Haushalt bis zu 16.720 €[2]. Antrag vor Baubeginn stellen. Gefördert werden wohnumfeldverbessernde Maßnahmen – der Wannenumbau gehört ausdrücklich dazu. Der Antrag ist formlos möglich; die Pflegekasse nennt die benötigten Unterlagen, in der Regel Angebot und Rechnung der Fachfirma.
- KfW: Der Zuschuss 455-B ist seit dem 31.07.2026 gestoppt (2026er-Mittel ausgeschöpft; Stand: September 2026 – neue Anträge werden nicht mehr angenommen, eine Wiederöffnung käme frühestens mit neuen Bundesmitteln)[3]. Der zinsgünstige Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (bis 50.000 €[4] je Wohneinheit) läuft als offene Alternative weiter, ohne Pflegegrad.
- Land NRW: Die NRW.BANK bietet zinsgünstige Darlehen (etwa NRW.BANK.Gebäudesanierung) auch für altersgerechte Umbauten, Antrag über die Hausbank (nrwbank.de).
- Kommune und Beratung: Auch die Stadt Hamm informiert zu barrierearmem Wohnen; einzelne Beratungs- und Zuschussangebote ändern sich regelmäßig – fragen Sie dort gezielt nach. Die Wohnberatung hilft oft kostenlos bei der Planung.
- Steuer: Die Lohnkosten der Handwerkerleistung sind nach § 35a EStG zu 20 Prozent absetzbar, maximal 1.200 €[5] pro Jahr. Dafür muss der Lohnanteil auf der Rechnung separat ausgewiesen sein – bitten Sie die Fachfirma darum.
Eine Übersicht aller Fördermöglichkeiten finden Sie auf unserer Seite zu Zuschüssen für barrierearme Badumbauten: Förderung & Zuschüsse.
Kostenrahmen: Was der Umbau in Hamm kostet
Als Orientierung für Hamm gelten diese Spannen (Stand 2026):
| Ausführung | Kostenrahmen |
|---|---|
| Systemlösung mit Duschtasse und Wandpaneelen | ca. 3.000–5.000 € |
| Bodengleiche, geflieste Dusche | ca. 5.000–8.000 € |
| Übliche Pauschale im Standardfall | ca. 4.000–6.000 € |
Quellen: pflege.de, altersgerecht-modernisieren.de (Kostenübersicht 2026).
Was es im Einzelfall kostet, hängt von mehreren Faktoren ab: ob die Dusche bodengleich eingebaut wird, wie aufwendig die Leitungsführung ist, welche Armaturen und Fliesen gewählt werden und ob auch der Raum davor angepasst wird. Hinzu kommen Demontage und Entsorgung der alten Wanne. Achten Sie darauf, dass diese Positionen im Angebot enthalten sind – sonst drohen Nachzahlungen. Ein Betrieb aus Hamm spart zudem Anfahrtskosten.
Die Einzelpositionen im Überblick (Richtwerte)
| Position | Rahmen |
|---|---|
| Demontage und Entsorgung der alten Wanne | ca. 300–600 € |
| Abdichtung des Duschbereichs (DIN 18534) | ca. 400–900 € |
| Fliesen- und Fugarbeiten | ca. 800–2.000 € |
| Armatur und Duschabtrennung | ca. 300–900 € |
| Elektroarbeiten, falls nötig | ca. 200–600 € |
Fallbeispiel: Badumbau in Hamm-Bockum-Hövel
Ein Ehepaar aus dem Stadtbezirk Bockum-Hövel wollte die Badewanne im Einfamilienhaus aus den 1970er-Jahren durch eine bodengleiche Dusche ersetzen – der Ehemann hatte Pflegegrad 2. Drei Betriebe kamen zur Besichtigung: Zwei boten Systemlösungen an, einer eine geflieste Dusche. Gewählt wurde der Betrieb aus dem Umkreis mit einem Festpreisangebot über 6.200 € inklusive Demontage, Entsorgung, Abdichtung nach DIN 18534, Fliesen, Armatur und Duschabtrennung. Den Förderantrag stellte die Familie vor Baubeginn bei der Pflegekasse; nach Einreichen der Rechnungen wurden 4.180 €[2] ausgezahlt. Der Umbau dauerte drei Tage. Anfahrtskosten entfielen.
Häufige Fehler beim Badumbau in Hamm
- Förderantrag erst nach Baubeginn stellen – der häufigste Ablehnungsgrund.
- Nur ein Angebot einholen – zwei bis drei Festpreisangebote machen Kosten und Leistungsumfang vergleichbar.
- Auf die Abdichtung nach DIN 18534 verzichten – die häufigste Fehlerquelle bei späteren Schäden.
- Ohne Vor-Ort-Termin beauftragen – seriöse Festpreise entstehen nur nach Besichtigung.
- Gewährleistung nur mündlich zusagen lassen – die Frist gehört schriftlich in den Vertrag.
Checkliste: Fachfirma vor Ort auswählen
Vor Vertragsabschluss klären:
- [ ] Vor-Ort-Termin: Ein seriöses Angebot entsteht erst nach Besichtigung – Untergrund und Maße lassen sich nicht per Foto beurteilen.
- [ ] Festpreisangebot: Mit Demontage, Entsorgung, Abdichtung, Armaturen; Nachträge nur im Ausnahmefall.
- [ ] Anfahrtskosten: Bei einem Betrieb aus Hamm oder dem Umkreis entfallen lange Anfahrtswege.
- [ ] Referenzen: Nach abgeschlossenen Umbauten in Hamm und Umgebung fragen.
- [ ] Abdichtung: Duschbereich fachgerecht abdichten lassen (DIN 18534) – die häufigste Fehlerquelle.
- [ ] Versicherung und Gewährleistung: Haftung bei Schäden und Garantie auf die Arbeit klären.
- [ ] Förderung: Pflegekassen-Antrag vor dem Baubeginn stellen, Rechnungen für den Zuschuss sammeln.
- [ ] Mietrechtliche Zustimmung: Als Mieter die Erlaubnis des Vermieters schriftlich einholen, bevor der Termin festgelegt wird.
- [ ] Lohnkostenanteil: Auf der Rechnung separat ausweisen lassen – für die Steuererklärung (§ 35a EStG).
- [ ] Terminplan: Schriftlichen Terminplan und Ansprechpartner für den Umbautag vereinbaren.
Die häufigsten Fragen
Was kostet der Badumbau in Hamm?
Orientierung: Systemlösung ca. 3.000–5.000 €, bodengleiche geflieste Dusche ca. 5.000–8.000 €, im Standardfall ca. 4.000–6.000 €. Ein Festpreisangebot nach Vor-Ort-Termin schafft Klarheit.
Kann ich ohne Pflegegrad gefördert umbauen?
Die Pflegekasse zahlt nur mit Pflegegrad (bis 4.180 €[2] nach § 40 Abs. 4 SGB XI). Ohne Pflegegrad kommt der zinsgünstige KfW-Kredit 159[4] in Frage (bis 50.000 € je Wohneinheit); der Zuschuss 455-B ist seit dem 31.07.2026 gestoppt[3] und kann derzeit nicht beantragt werden (Stand: September 2026).
Wie lange dauert der Umbau in einem Einfamilienhaus?
Eine Systemlösung ist oft an einem Tag montiert. Für eine bodengleiche Dusche mit Fliesenarbeiten planen Sie mehrere Tage ein, inklusive Trocknungszeiten.
Passt eine bodengleiche Dusche in ein Eigenheim aus den 1970er-Jahren?
Häufig ja – das entscheidet der Bodenaufbau, den die Fachkraft beim Vor-Ort-Termin prüft. Bei geringer Aufbauhöhe sind Systemlösungen mit sehr flacher Duschtasse die Alternative.
Lassen sich Pflegekasse und KfW-Förderung kombinieren?
Ja. Der Zuschuss der Pflegekasse und der KfW-Kredit 159 schließen sich nicht aus. Die Reihenfolge ist wichtig: erst die Förderzusage, dann der Baubeginn.
Fazit
Hamm ist eine Stadt der Eigenheime – und viele dieser Häuser haben Bäder, die sich ohne großen Eingriff umbauen lassen. Wer Vor-Ort-Termin, Festpreisangebot und Förderantrag vor dem Baubeginn einplant, bekommt eine sichere Dusche zu einem kalkulierbaren Preis. Mit Pflegegrad zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 €, ohne Pflegegrad hilft der KfW-Kredit 159. So bleibt das eigene Haus auch im Alter ein Zuhause, in dem Duschen sicher gelingt.
Quellen
- § 40 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Zuschuss 4.180 € / 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
- KfW, Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026: https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
- KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
- NRW.BANK, „Altersgerechter und behindertengerechter Umbau“: https://www.nrwbank.de/de/privatpersonen/wohneigentum-gestalten/barrierefrei-umbauen/
- § 554 BGB (Erlaubnis des Vermieters): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html
- § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html
- pflege.de, „Wanne raus, Dusche rein“ (Kosten 4.000–6.000 €): https://www.pflege.de/barrierefreies-wohnen/badezimmer/wanne-zur-dusche/
Stand: September 2026. Förderprogramme können sich ändern; vor Antragstellung aktuelle Konditionen prüfen. Alle Angaben ohne Gewähr.
Quellennachweise
- § 554 BGB (Erlaubnis baulicher Veränderungen, die der Nutzung durch Menschen mit Behinderung bzw. pflegebedürftige Personen dienen): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html ↩
- § 40 Abs. 4 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Zuschuss bis 4.180 € bzw. 16.720 € je Maßnahme): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html ↩
- KfW, Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026 (2026er-Mittel ausgeschöpft; Stand: September 2026): https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html ↩
- KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (zinsgünstiges Darlehen bis 50.000 € je Wohneinheit): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/ ↩
- § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen, 20 % des Lohnanteils, max. 1.200 €/Jahr): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html ↩
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