Badumbau in Freising: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026)


Freising zählt rund 50.000 Einwohner und ist damit nach München die zweitgrößte Stadt der Planungsregion München. Seit der Eröffnung des Flughafens im Erdinger Moos 1992 und dem Ausbau des Wissenschafts- und Hochschulstandorts Weihenstephan ist die Domstadt ununterbrochen gewachsen – lange Zeit galt sie als eine der jüngsten Städte Bayerns. Der Wohnungsmarkt ist entsprechend angespannt: Viele Freisinger wohnen zur Miete, in Altbauwohnungen der Innenstadt, in den Wohnanlagen von Lerchenfeld oder im eigenen Haus in Vötting, Attaching oder Pulling. Diese Mischung aus historischer Altstadt, Nachkriegsbauten und jungen Neubaugebieten prägt auch die Bäder: mal ein kleines Bad unter barockem Dachstuhl, mal die serielle Wanne aus den 1960ern, mal ein frisches Bad im Neubau, das nur wenig Umbau braucht. Für ältere Freisinger stellt sich früher oder später dieselbe Frage: Ist das Bad dem Alltag noch gewachsen? Der Einstieg über den Wannenrand gehört zu den häufigsten Sturzauslösern im Haushalt, und viele Angehörige drängen auf eine Lösung, bevor etwas passiert. Der Umbau von der Wanne zur Dusche schafft Abhilfe – und lässt sich mit Zuschüssen fördern. Damit aus dem Vorhaben kein Fass ohne Boden wird, zählt die Reihenfolge: erst vergleichen, dann den Förderantrag stellen, dann bauen. Wie der Ablauf in Freising konkret aussieht, erklären die folgenden Abschnitte Schritt für Schritt.
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In sechs Schritten zur neuen Dusche: der Ablauf
Wer in Freising eine Wanne gegen eine Dusche tauscht, durchläuft fast immer denselben Ablauf. Die Tabelle zeigt die Stationen und den üblichen Zeitbedarf:
| Schritt | Was passiert | Zeitbedarf |
|---|---|---|
| 1. Anfrage | Fotos, Grundriss und Maße des Bads an drei Fachbetriebe senden | wenige Minuten |
| 2. Vor-Ort-Termin | Betrieb prüft Aufbauhöhe, Leitungen, Untergrund und Zugänglichkeit | ca. 30–60 Minuten |
| 3. Festpreisangebote | Vergleichen – inklusive Demontage, Entsorgung, Abdichtung, Armaturen | 1–3 Werktage |
| 4. Förderantrag | Zuschuss nach § 40 SGB XI[1] bei der Pflegekasse beantragen | vor dem Baubeginn, einige Wochen Vorlauf |
| 5. Umbau | Systemlösung meist an einem Tag, geflieste Dusche an mehreren | 1–5 Tage |
| 6. Abnahme und Belege | Rechnungen einreichen, Restarbeiten klären, Zuschuss wird ausgezahlt | nach dem Umbau |
Der häufigste Fehler in der Praxis: Der Förderantrag kommt zu spät. Erst wenn die Zusage der Pflegekasse vorliegt, sollte der Auftrag vergeben werden – eine rückwirkende Anerkennung gibt es nicht. Wer als Mieter umbaut, holt parallel die schriftliche Zustimmung des Vermieters ein, idealerweise mit beigefügtem Angebot. Bei Pflegebedürftigkeit oder Behinderung besteht darauf ein gesetzlicher Anspruch (§ 554 BGB)[2].
Worauf es bei den einzelnen Schritten in Freising ankommt
- Angebote einholen: Drei Festpreisangebote sind ein guter Maßstab. Wer nur ein Angebot hat, kann Preise nicht einordnen. Achten Sie darauf, dass Demontage, Entsorgung und Abdichtung nach DIN 18534 im Angebot stehen – hier verstecken sich die klassischen Nachträge.
- Vor-Ort-Termin ernst nehmen: In Freisinger Altbauten liegen Wasserleitungen oft noch unter Putz oder in alten Strängen. Ob die vorhandene Zuleitung reicht oder ein Strangwechsel nötig ist, zeigt nur die Besichtigung. Angebote, die allein auf Fotos beruhen, sind bei solcher Substanz nichts wert.
- Denkmalschutz früh ansprechen: In der Altstadt am Domberg und in Teilen von Neustift unterliegen Häuser dem Denkmalschutz. Ein Wannenumbau im Bad ist in der Regel auch dort möglich, wenn die Eingriffe in die Bausubstanz zurückhaltend bleiben. Die zuständige Stelle ist die Untere Denkmalschutzbehörde bei der Stadt Freising – klären Sie das vor der Beauftragung, nicht nachher.
- Termine großzügig planen: Im Großraum München sind Badumbau-Fachbetriebe gut ausgelastet. Rechnen Sie vom Wunschtermin sechs bis acht Wochen zurück – für Angebote, Förderzusage und die Terminreservierung der Firma.
- Alles aus einer Hand lassen: Manche Anbieter vergeben Fliesen- oder Demontagearbeiten an Subunternehmer oder überlassen die Organisation dem Kunden. Bei Gewährleistungsfragen führt das schnell zu Zuständigkeitsstreitigkeiten. Besser: ein Ansprechpartner vom Vor-Ort-Termin bis zur Abnahme, der für das gesamte Projekt haftet.
Bausubstanz und Wohnlagen: Wo in Freising was auf Sie zukommt
Die Altstadt mit dem Domberg ist der älteste Siedlungskern der Stadt und in weiten Teilen von barocker und klassizistischer Bausubstanz geprägt. Wer dort wohnt, hat oft ein Bad, das nachträglich in ein historisches Zimmer eingebaut wurde: niedrige Deckenhöhen, schräge Wände, knappe Türbreiten. Beim Wannenumbau ist hier die Systemlösung mit flacher Duschtasse (rund 3–4 cm Aufbauhöhe) meist die pragmatischste Wahl, weil sie ohne Eingriff in Fußboden und Decke auskommt.
In Neustift und rund um die Lerchenfeldsiedlung stehen viele Wohnhäuser aus den 1950er- bis 1970er-Jahren – oft mit standardisierten Bädern, die sich unkompliziert umbauen lassen. Lerchenfeld ist zugleich das studentische Viertel der Stadt; dort dominieren Mietwohnungen, und die Eigentümer vermieten häufig über längere Zeiträume. Wer dort als Eigentümer eine Wohnung altersgerecht herrichtet, verbessert nicht nur die eigene Lebenssituation, sondern auch die Vermietbarkeit – barrierearme Wohnungen sind im Münchner Umland gefragt.
In Vötting, Attaching und Pulling finden sich viele Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäuser der 1960er- bis 1980er-Jahre, teils mit Dorfkernen, die älter sind. Die Bäder sind meist kompakt, aber klar geschnitten. Weil die Häuser häufig über einen Keller oder eine Bodenplatte mit ausreichender Aufbauhöhe verfügen, ist hier die bodengleiche, geflieste Dusche meist ohne große Zusatzarbeiten möglich. Die Erstbezieher dieser Siedlungen sind inzwischen im Ruhestandsalter – genau die Zielgruppe, für die der Wannenumbau geschrieben ist.
Was der Badumbau in Freising kostet
Die folgenden Beträge sind bundesweit übliche Richtwerte; der konkrete Preis hängt von Raumgröße, Untergrund, Material und Nebenarbeiten ab:
| Ausführung | Kostenrahmen |
|---|---|
| Systemlösung mit Duschtasse und Wandpaneelen | ca. 3.000–5.000 € |
| Bodengleiche, geflieste Dusche | ca. 5.000–8.000 € |
| Typische Gesamtkosten im Standardfall | ca. 4.000–6.000 € |
Ein Rechenbeispiel als Orientierung: Für eine Systemlösung mit Demontage, Entsorgung und neuer Armatur kalkuliert ein Fachbetrieb im Münchner Umland häufig rund 4.300 €. Davon übernimmt die Pflegekasse bei vorhandenem Pflegegrad bis zu 4.180 € – es bliebe ein Eigenanteil von etwa 120 €. Wer sich stattdessen eine geflieste, bodengleiche Dusche für rund 6.500 € einbauen lässt, trägt nach dem Zuschuss noch etwa 2.320 € selbst. Zusätzlich lässt sich der Lohnanteil der Rechnung nach § 35a EStG zu 20 Prozent von der Steuer absetzen (maximal 1.200 € pro Jahr[3]) – der Handwerker muss ihn dafür separat ausweisen.
Kostenfallen entstehen meist bei Nebenarbeiten: ein Heizkörper, der versetzt werden muss, neue Elektrik für die Dusche, alte Leitungen, die gleich mit erneuert werden sollten. Lassen Sie sich diese Punkte bereits in der Angebotsphase nennen, statt sie dem Zufall auf der Baustelle zu überlassen.
Förderung: Pflegekasse, Freistaat und KfW
Für Freising und den Landkreis gelten die bayerischen und bundesweiten Programme:
- Pflegekasse: Mit Pflegegrad 1–5 gibt es bis zu 4.180 €[1] Zuschuss für den Wannenumbau als wohnumfeldverbessernde Maßnahme (§ 40 Abs. 4 SGB XI). Leben mehrere Pflegebedürftige im Haushalt, sind bis zu 16.720 €[1] möglich. Antrag vor Baubeginn bei der zuständigen Pflegekasse.
- Freistaat Bayern: Über das Bayerische Wohnungsbauprogramm vergibt der Freistaat ein leistungsfreies Baudarlehen von bis zu 10.000 € für die behindertengerechte Anpassung von Wohnraum. Voraussetzung: Im Haushalt lebt ein Mensch mit Behinderung. Für Freising stellen Sie den Antrag beim Landratsamt Freising.
- KfW: Der zinsgünstige Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (bis 50.000 € je Wohneinheit[4]) läuft weiter und ist auch ohne Pflegegrad erhältlich. Der Zuschuss 455-B ist seit dem 31.07.2026 gestoppt[5] (2026er-Mittel ausgeschöpft; Stand: September 2026 – es werden keine neuen Anträge angenommen); eine Wiederaufnahme wird frühestens 2027 erwartet.
- Steuer: 20 Prozent des Lohnanteils der Handwerkerrechnung sind nach § 35a EStG absetzbar, maximal 1.200 € pro Jahr[3].
- Krankenkasse: Sie zahlt keine Umbauten, sondern in Ausnahmefällen nur Hilfsmittel wie einen Duschhocker oder Haltegriffe (§ 33 SGB V)[6] – ein Badumbau gehört nicht dazu.
Kombinieren lassen sich der Pflegekassen-Zuschuss und der KfW-Kredit 159 grundsätzlich. Entscheidend bleibt die Reihenfolge: erst die Förderzusagen, dann der Baubeginn. Kostenlose Beratung zum Pflegegrad und zum Antrag erhalten Sie bei Ihrer Pflegekasse und beim Pflegestützpunkt im Landkreis Freising.
Checkliste: Fachfirma in Freising auswählen
- [ ] Vor-Ort-Termin vereinbaren – Fotos ersetzen keine Besichtigung
- [ ] Festpreisangebot mit Demontage, Entsorgung, Abdichtung und Armaturen
- [ ] Referenzen aus Freising und dem Landkreis zeigen lassen
- [ ] Bei Denkmalschutz: Rücksprache mit der Unteren Denkmalschutzbehörde
- [ ] Abdichtung nach DIN 18534 festschreiben
- [ ] Förderantrag bei der Pflegekasse vor Baubeginn stellen
- [ ] Als Mieter: schriftliche Vermieterzustimmung einholen
- [ ] Lohnanteil für § 35a EStG separat ausweisen lassen
- [ ] Terminplan und Ansprechpartner für den Umbautag festhalten
Die häufigsten Fragen
Gilt der Denkmalschutz auch für ein Badezimmer in der Freisinger Altstadt?
In denkmalgeschützten Häusern am Domberg und in der historischen Neustift braucht es für bauliche Veränderungen die Zustimmung der Denkmalbehörde. Ein Wannenumbau ist dort meist möglich, wenn die Eingriffe substanzschonend bleiben – die flache Duschtasse statt eines Eingriffs in den Estrich ist oft der entscheidende Kompromiss. Klären Sie das vor der Angebotsphase mit der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Freising.
Ich wohne zur Miete in Lerchenfeld – was muss ich beim Badumbau beachten?
Ohne schriftliche Zustimmung des Vermieters geht kein Umbau. Bei Pflegebedürftigkeit oder Behinderung können Sie die Erlaubnis nach § 554 BGB[2] verlangen. Klären Sie im Vorfeld, ob nach einem eventuellen Auszug zurückgebaut werden muss – das lässt sich vertraglich regeln.
Wie lange muss ich in Freising auf einen Umbautermin warten?
Fachbetriebe im Großraum München sind stark ausgelastet; sechs bis acht Wochen Vorlauf sind realistisch. Wer Angebote und Förderantrag früh startet, bekommt die besseren Termine.
Lohnt sich der Wannenumbau auch ohne Pflegegrad?
Der Pflegekassen-Zuschuss setzt einen Pflegegrad voraus. Ohne Pflegegrad bleibt der zinsgünstige KfW-Kredit 159[4], und die Handwerkerleistung lässt sich nach § 35a EStG[3] von der Steuer absetzen. Der Zuschuss 455-B ist seit dem 31.07.2026 gestoppt (keine neuen Anträge; Stand: September 2026)[5].
Was kostet ein Badumbau in Freising?
Im Standardfall rund 4.000–6.000 € inklusive Demontage und Entsorgung. Systemlösungen beginnen bei etwa 3.000 €, geflieste bodengleiche Duschen können 8.000 € erreichen. Mit Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse bis zu 4.180 €[1] davon.
Wer berät in Freising kostenlos zum Thema Badumbau und Förderung?
Der Pflegestützpunkt im Landkreis Freising berät unabhängig zu Pflegegrad und Pflegekassen-Zuschuss. Bei Fragen zur behindertengerechten Anpassung und zum bayerischen Baudarlehen hilft das Landratsamt Freising weiter. Beide Stellen sind kostenlos.
Kann ich im Eigenheim in Vötting oder Pulling bodengleich duschen?
In den Ein- und Reihenhäusern der 1960er- bis 1980er-Jahre meist ja: Die Aufbauhöhe reicht in der Regel für eine Dusche mit Gefälle-Estrich, oft ist nur die Entwässerung anzupassen. Ob es im Einzelfall ohne großen Mehraufwand geht, bestätigt der Vor-Ort-Termin.
Lohnt sich der Wannenumbau mit Blick auf einen späteren Verkauf?
Im Münchner Umland ist barrierearmer Wohnraum knapp und gefragt – Käufer ab Mitte 50 achten zunehmend darauf, ob das Bad ebenerdig nutzbar ist. Ein saniertes Bad mit bodengleicher Dusche ist beim Verkauf ein konkretes Argument; der Pflegekassen-Zuschuss senkt die Kosten des Umbaus, die Sie sonst selbst trügen. Auch wer nicht verkaufen will, profitiert: Vermieter in Freising finden für barrierearme Wohnungen schneller Mieter.
Fazit
Ob in der barocken Altstadt, im Mietbestand von Lerchenfeld oder im Eigenheim in Vötting: Freisings Bausubstanz ist vielfältig, aber fast überall findet sich eine passende Lösung für den Wannenumbau. Entscheidend sind der ehrliche Vor-Ort-Termin, vergleichbare Festpreisangebote und der Förderantrag vor dem Baubeginn. Wer diese Reihenfolge einhält, bekommt in Freising eine sichere Dusche zu einem kalkulierbaren Preis – mit bis zu 4.180 €[1] Unterstützung durch die Pflegekasse.
Quellen
- § 40 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Zuschuss 4.180 € / 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
- Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, Förderung von barrierefreiem Wohnen: https://www.stmb.bayern.de/wohnen/foerderung/barrierefreieswohnen/index.php
- KfW, Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026: https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
- KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
- § 554 BGB (Erlaubnis des Vermieters): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html
- § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html
- Stadt Freising: https://www.freising.de
- Wikipedia, Freising (Stadtgliederung, Einwohnerentwicklung): https://de.wikipedia.org/wiki/Freising
Stand: September 2026. Förderprogramme können sich ändern; vor Antragstellung aktuelle Konditionen prüfen. Alle Angaben ohne Gewähr.
Quellennachweise
- § 40 Abs. 4 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Zuschuss bis 4.180 € bzw. 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html ↩
- § 554 BGB (Erlaubnis baulicher Veränderungen zur Barrierereduzierung): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html ↩
- § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen, 20 % der Arbeitskosten, max. 1.200 €/Jahr): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html ↩
- KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (bis 50.000 € je Wohneinheit): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/ ↩
- KfW, Antragsstopp Zuschuss 455-B vom 31.07.2026 (Stand: September 2026): https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html ↩
- § 33 SGB V (Hilfsmittel der Krankenkasse): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__33.html ↩
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