Badumbau in Gelsenkirchen: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026)

Von Rainer Brettner, Beratung & Redaktion·Stand: September 2026·ca. 8 Min. Lesezeit

VorherBadumbau in Gelsenkirchen: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026) – Vorher: Badewanne mit hohem Rand
NachherBadumbau in Gelsenkirchen: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026) – Nachher: bodengleiche Dusche
Wanne raus, bodengleiche Dusche rein: Der ebenerdige Einstieg senkt die Sturzgefahr deutlich.

Gelsenkirchen ist eine Stadt, die erst mit der Industrialisierung entstanden ist – und deren Wohnungsbestand bis heute von dieser Geschichte erzählt. Rund 60 Werkssiedlungen wurden zwischen 1860 und dem Ersten Weltkrieg gebaut, von der Schüngelberg-Siedlung in Buer bis zur Schievenfeld-Siedlung in Erle. Dazu kommen die gründerzeitlichen Quartiere in Schalke und Ückendorf, die Wiederaufbaugebiete der 1950er- und 1960er-Jahre sowie moderne Wohnanlagen. Viele Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener wohnen in diesen Siedlungen zur Miete – und stellen sich im Alter die Frage, wie das Bad sicherer wird. Der Umbau der Wanne zur Dusche ist der häufigste Weg: Ein ebenerdiger oder flacher Einstieg reduziert die Sturzgefahr deutlich.

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Gelsenkirchens Bausubstanz: Von der Werkssiedlung bis zum Nachkriegsbau

  • Werkssiedlungen: Die von Zechen und Großindustrie errichteten Wohnungen machen bis heute einen bedeutenden Teil des Bestands aus. Typisch sind kompakte Siedlungshäuser mit kleinen, aber klar geschnittenen Bädern – die Systemlösung mit flacher Duschtasse passt hier meist ohne großen Eingriff.
  • Gründerzeit in Schalke und Ückendorf: Östlich der Kurt-Schumacher-Straße findet sich gründerzeitliche Blockrandbebauung. Die Bäder sind nachträglich eingebaut, Türbreiten knapp – der Vor-Ort-Termin klärt, ob eine bodengleiche Dusche möglich ist.
  • Wiederaufbau der 1950er/60er: Große Teile des Bestands stammen aus der Wiederaufbauzeit, etwa in Schalke-West. Serielle Bäder mit Wanne sind Standard – der Umbau gelingt meist unkompliziert.
  • Buer: Der ehemals eigenständige Stadtteil im Norden hat mit dem Goldbergviertel und den Siedlungen rund um die Zeche Hugo eine eigene Prägung – vom Altbau bis zum Einfamilienhaus.

Badumbau in Gelsenkirchen-Buer und -Schalke

Zwei Stadtteile zeigen exemplarisch, wie unterschiedlich die Ausgangslagen sind:

  • Buer: Rund um die Buersche Altstadt und das Rathaus stehen gründerzeitliche Häuser und bürgerliche Wohnungen. Hohe Räume, aber oft schmale Bäder – die flache Duschtasse gewinnt hier häufig gegenüber der bodengleichen Variante, weil sie ohne Eingriff in Holzbalkendecken auskommt.
  • Schalke: Der dicht besiedelte Stadtteil besteht aus Blockrandbebauung und Wiederaufbau-Ensembles. Viele Wohnungen werden von Einzeleigentümern vermietet; die Zustimmung des Vermieters ist daher der erste Schritt. Dient der Umbau der Nutzung durch Menschen mit Behinderung bzw. pflegebedürftige Personen, besteht nach § 554 BGB ein Anspruch auf Erlaubnis[1].

Ablauf in Gelsenkirchen: In sechs Schritten zur Dusche

Schritt Was passiert Dauer
1. AnfrageFotos, Maße und Wunschtermin an Fachbetriebe sendenwenige Minuten
2. BesichtigungUntergrund, Leitungen und Raummaße prüfenca. 30–60 Minuten
3. Festpreisangebotinkl. Demontage, Entsorgung, Abdichtung vergleichen1–3 Werktage
4. FörderantragPflegekasse – vor Baubeginn stellenvor dem Umbau
5. UmbauSystemlösung oft 1 Tag, geflieste Dusche mehrere Tage1–5 Tage
6. AbrechnungRechnungen einreichen, Zuschuss wird ausgezahltnach dem Umbau

Erst beauftragen, wenn die Förderzusage vorliegt – ein zu später Antrag ist der häufigste Ablehnungsgrund. Als Mieter klären Sie die Vermieterzustimmung parallel zur Angebotsphase.

Kosten: Was der Umbau in Gelsenkirchen kostet

Ausführung Kostenrahmen
Systemlösung mit Duschtasse und Wandpaneelenca. 3.000–5.000 €
Bodengleiche, geflieste Duscheca. 5.000–8.000 €
Übliche Gesamtkosten im Standardfallca. 4.000–6.000 €

Zusatzkosten entstehen durch Elektroarbeiten, neue Armaturen oder Fliesen über den Duschbereich hinaus. Lassen Sie sich Demontage, Entsorgung und Abdichtung im Angebot ausweisen und vergleichen Sie drei Festpreisangebote. Den Lohnanteil können Sie nach § 35a EStG zu 20 Prozent absetzen (maximal 1.200 € pro Jahr)[2].

Förderung in Gelsenkirchen

  • Pflegekasse: Mit Pflegegrad 1–5 bis zu 4.180 €[3] für den Wannenumbau (§ 40 Abs. 4 SGB XI); bei mehreren Pflegebedürftigen im Haushalt bis zu 16.720 €[3]. Antrag vor Baubeginn.
  • KfW: Der Zuschuss 455-B ist seit dem 31.07.2026 gestoppt[4] – die 2026er-Mittel sind ausgeschöpft, neue Anträge werden nicht mehr angenommen (Stand: September 2026). Der zinsgünstige Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (bis 50.000 € je Wohneinheit)[5] läuft weiter, ohne Pflegegrad.
  • Land NRW: Die NRW.BANK bietet zinsgünstige Darlehen für altersgerechte Umbauten – Antrag über die Hausbank.
  • Stadt Gelsenkirchen: Die Stadtverwaltung und die Wohnberatung informieren zu barrierearmem Wohnen; die Angebote ändern sich regelmäßig – fragen Sie gezielt nach.

Alle Fördermöglichkeiten: Förderung & Zuschüsse.

Warum ein Fachbetrieb aus Gelsenkirchen oder dem Umkreis?

Ein Betrieb aus Gelsenkirchen und Umgebung kennt die Werkssiedlungen, die Gründerzeitquartiere und die Nachkriegsbauten der Stadt aus eigener Erfahrung – inklusive typischer Probleme wie alten Verzinkungen oder unebenen Estrichen. Kurze Wege erleichtern Ersttermin und Nachbesserung, Anfahrtskosten entfallen weitgehend, und ein lokaler Ansprechpartner bleibt bei Gewährleistungsfragen erreichbar. Foto-Angebote können Untergrund und Leitungsführung nicht zuverlässig beurteilen.

Typische Herausforderungen in Gelsenkirchen

  1. Mietwohnungsbestand: Ein großer Teil der Wohnungen wird vermietet. Ohne schriftliche Vermieterzustimmung geht nichts – dient der Umbau der Nutzung durch Menschen mit Behinderung bzw. pflegebedürftige Personen, besteht ein Anspruch nach § 554 BGB[1].
  2. Kompakte Siedlungsbäder: Die Bäder in Werkssiedlungen sind oft unter 4 m² groß. Eine bodengleiche Dusche ist dann selten die beste Wahl – die flache Duschtasse spart Platz und Eingriffstiefe.
  3. Sanierungsstau in Altbauten: In einigen gründerzeitlichen Quartieren sind Leitungen und Elektrik veraltet. Beim Umbau gleich mit modernisieren – das spart später doppelte Kosten.
  4. Eigentumswohnungen: In den vielen Gelsenkirchener Eigentumswohnungen ist vor dem Umbau die Teilungserklärung zu prüfen.

Checkliste: Fachfirma in Gelsenkirchen auswählen

  • [ ] Vor-Ort-Termin vereinbaren – Fotos ersetzen keine Besichtigung
  • [ ] Festpreisangebot mit Demontage, Entsorgung, Abdichtung und Armaturen
  • [ ] Referenzen aus Gelsenkirchen und Umgebung zeigen lassen
  • [ ] Abdichtung nach DIN 18534 festschreiben
  • [ ] Versicherung und Gewährleistung klären
  • [ ] Förderantrag vor dem Baubeginn stellen
  • [ ] Als Mieter: Vermieterzustimmung schriftlich einholen
  • [ ] Lohnkostenanteil für § 35a EStG separat ausweisen lassen
  • [ ] Terminplan für den Umbautag vereinbaren

Buer, Erle und die Bergmannssiedlungen: Vielfalt der Bausubstanz

Gelsenkirchen ist städtebaulich eine Doppelstadt: Bis 1928 waren die Stadt Gelsenkirchen und die Stadt Buer eigenständig – noch heute prägen das große Rathaus, die Hochstraße und die Buersche Altstadt den Norden. Rund um die Altstadt stehen gründerzeitliche Häuser und bürgerliche Wohnungen mit hohen Räumen; in Erle, Beckhausen und Horst folgen dichte Bergmanns- und Zechensiedlungen aus den 1920er- und 1930er-Jahren mit Backsteinfassaden und kompakten, oft nachträglich eingebauten Bädern. In Bismarck und Ückendorf mischt sich der Siedlungsbestand mit Wohnblocks der Nachkriegszeit.

Für den Badumbau bedeutet das: Es gibt kaum „den“ Gelsenkirchener Haustyp, sondern viele unterschiedliche Ausgangslagen. In den Siedlungshäusern mit Holzbalkendecken ist die flache Duschtasse die erste Wahl, weil sie ohne Eingriff in Decken und Estriche auskommt. Der laufende Emscher-Umbau – die Renaturierung des Flusssystems mit neuen Hochwasserschutz-Korridoren – verbessert langfristig auch die Lage der Stadtteile entlang der Emscher. Wer dort ein Haus besitzt, sollte aktuelle Informationen zur Gebietsentwicklung einholen, denn sie können auch bauliche Anforderungen an Keller und Abdichtung beeinflussen.

Die häufigsten Fragen

Kann ich als Mieter in Gelsenkirchen die Wanne durch eine Dusche ersetzen?

Ja, mit schriftlicher Zustimmung des Vermieters. Bei Pflegebedürftigkeit oder Behinderung besteht nach § 554 BGB ein Anspruch auf Erlaubnis[1]. Klären Sie vorher, ob ein Rückbau vereinbart wird.

Welche Dusche passt in ein kleines Siedlungsbad?

Meist eine Systemlösung mit flacher Duschtasse und Wandpaneelen – sie ist schnell montiert, greift nicht in den Boden ein und lässt sich bei Mietende rückstandsfrei entfernen.

Gilt die Pflegekassen-Förderung in Gelsenkirchen?

Ja, bundesweit: bis zu 4.180 €[3] mit Pflegegrad 1–5, Antrag vor Baubeginn.

Wie lange dauert der Umbau?

Eine Systemlösung ist oft an einem Tag montiert; für eine geflieste bodengleiche Dusche planen Sie mehrere Tage inklusive Trocknungszeiten ein.

Brauche ich einen Pflegegrad für die Förderung?

Für den Zuschuss der Pflegekasse ja. Ohne Pflegegrad bleibt der KfW-Kredit 159[5]. Der Zuschuss 455-B ist seit dem 31.07.2026 gestoppt – neue Anträge werden nicht mehr angenommen (Stand: September 2026)[4].

Muss der Umbau angemeldet werden?

In der Regel nicht – der Wannenumbau ist kein genehmigungspflichtiger Eingriff. Bei Eigentumswohnungen lohnt der Blick in die Teilungserklärung.

Gibt es in der Buerschen Altstadt Denkmalauflagen?

Rund um den Markt und die Hochstraße stehen viele ältere, teils denkmalgeschützte Gebäude. Die Innensanierung des Bads ist in der Regel unkritisch; verändern sich Fassade, Fenster oder tragende Struktur, stimmen Sie das vorab mit der Unteren Denkmalbehörde ab. Ein Vor-Ort-Termin klärt außerdem, ob die alten Leitungen einen Strangwechsel nötig machen.

Wie alt ist der Leitungsbestand in Gelsenkirchener Siedlungshäusern typischerweise?

Viele Siedlungshäuser in Erle, Beckhausen und Horst stammen aus den 1920er- bis 1930er-Jahren; die Bäder wurden oft erst später eingebaut. Wasser- und Abwasserleitungen entsprechen dann nicht immer dem heutigen Standard. Beim Vor-Ort-Termin lässt sich der Zustand der Anschlüsse prüfen – rechnen Sie für einen möglichen Strangwechsel mit einem Puffer im Budget.

Was ändert der Emscher-Umbau für Häuser an der Emscher?

Die Emschergenossenschaft renaturiert den Flusslauf und baut den Hochwasserschutz aus – das entlastet die angrenzenden Stadtteile langfristig. Für bestehende Häuser heißt das: Kellerabdichtung und Rückstauschutz bleiben relevant; bei einem Badumbau im Erdgeschoss oder Keller lohnt der Blick auf die aktuelle Hochwasserlage des eigenen Standorts.

Fazit

Gelsenkirchens Siedlungs- und Altbaubestand lässt sich in den meisten Fällen gut für eine neue Dusche nutzen – ob im kompakten Bad der Werkssiedlung oder in der Gründerzeitwohnung in Schalke. Entscheidend sind der Vor-Ort-Termin, vergleichbare Festpreise und der rechtzeitige Förderantrag. Wer als Mieter früh die Vermieterzustimmung einholt, macht aus der alten Wanne eine sichere Dusche – mit bis zu 4.180 €[3] von der Pflegekasse.

Quellen

  • § 40 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Zuschuss 4.180 € / 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  • KfW, Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026: https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  • KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
  • NRW.BANK, „Altersgerechter und behindertengerechter Umbau“: https://www.nrwbank.de/de/privatpersonen/wohneigentum-gestalten/barrierefrei-umbauen/
  • § 554 BGB (Erlaubnis des Vermieters): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html
  • § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html
  • pflege.de, „Wanne raus, Dusche rein“ (Kosten 4.000–6.000 €): https://www.pflege.de/barrierefreies-wohnen/badezimmer/wanne-zur-dusche/
  • Emschergenossenschaft, Emscher-Umbau: https://www.emscher-umbau.de/
  • meinestadt.de, Gelsenkirchener Stadtteile und Stadtbezirke (Buer, Bismarck, Erle): https://home.meinestadt.de/gelsenkirchen/stadtteile

Stand: September 2026. Förderprogramme können sich ändern; vor Antragstellung aktuelle Konditionen prüfen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Quellennachweise

  1. § 554 BGB (Erlaubnis des Vermieters für bauliche Veränderungen zur Nutzung durch Menschen mit Behinderung): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html
  2. § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen, 20 % der Arbeitskosten): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html
  3. § 40 Abs. 4 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Zuschuss bis 4.180 €, bei mehreren Pflegebedürftigen max. 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  4. KfW, Antragsstopp des Zuschusses 455-B vom 31.07.2026 (Stand: September 2026): https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  5. KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (bis 50.000 € je Wohneinheit): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/

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