Hörgerät und Bad: Feuchteschutz, Alarmierung und hörgerechte Planung (2026)

Von Rainer Brettner, Beratung & Redaktion·Stand: September 2026·ca. 14 Min. Lesezeit

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Sicher und bequem duschen – ohne hohen Wannenrand.

Das Badezimmer ist für Hörgeräteträger ein Raum der Widersprüche: Morgens gehört das Gerät in die Hand, wenn das Wasser läuft – und genau dann, wenn man es nicht trägt, klingelt die Tür, schrillt der Rauchmelder oder ruft der Partner aus dem Nebenzimmer. Wer mit Hörgerät duscht, riskiert einen teuren Wasserschaden; wer es vor der Dusche ablegt, ist in den Minuten danach akustisch abgeschnitten. Ein Badumbau ist die seltene Gelegenheit, beides zu lösen: einen sicheren Trockenplatz für das Hörgerät zu schaffen und die Alarmierung so umzubauen, dass sie auch ohne Gerät wahrnehmbar ist – mit Licht und Vibration statt mit Schall. Dieser Ratgeber zeigt, wie Feuchteschutz, Aufbewahrung und hörgerechte Technik beim Badumbau zusammengehören. Grundlagen des barrierereduzierten Bads: Barrierefreies Bad nach DIN 18040.

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Feuchtigkeit: Der häufigste Grund für Hörgeräte-Reparaturen

Hörgeräte sind Präzisionselektronik am feuchtesten Ort des Körpers – Schweiß, Luftfeuchtigkeit und Spritzwasser setzen ihnen mehr zu als jeder Sturz. Hörakustiker nennen Feuchtigkeit regelmäßig als eine der Hauptursachen für Reparaturen: Sie dringt durch Mikrofonöffnungen und Batteriefach ein, lässt Kontakte korrodieren und Bauteile ausfallen. Das Bad verschärft das Problem, weil hier drei Risiken zusammenkommen:

  • Dampf und Luftfeuchtigkeit: Beim Duschen und Baden steigt die Luftfeuchtigkeit im Raum stark an. Auch wer das Gerät nicht direkt nass macht, setzt es dem Dampf aus – Feuchtigkeit kondensiert im Inneren, wenn das warme Gerät abkühlt.
  • Spritzwasser: Waschtisch, Dusche und Toilette sind Orte, an denen Hörgeräte herunterfallen oder angespritzt werden – das Waschbecken ist einer der klassischen „Unfallorte“.
  • Wärme: Föhn, Heizkörper und direkte Sonne durchs Badezimmerfenster können Gehäuse und Elektronik angreifen; wer das Gerät zum Trocknen auf die Heizung legt, macht es oft endgültig kaputt.

Was Hörgeräte aushalten: Moderne Geräte sind unterschiedlich geschützt; die IP-Schutzklasse (zwei Ziffern) gibt Auskunft – die erste für Staub, die zweite für Wasser. IP57 bedeutet staubgeschützt und spritzwassergeschützt, IP67 kurzzeitiges Eintauchen, IP68 das Maximum (dauerhaftes Untertauchen bis zu einer definierten Tiefe und Zeit). Viele aktuelle Modelle haben eine wasserabweisende Nanobeschichtung. Wichtig ist die Einordnung: „Wasserfest“ heißt nicht „waschbar“ – die Hersteller empfehlen, Hörgeräte vor Dusche, Bad und Sauna abzulegen, selbst bei IP68. Welche Klasse das eigene Gerät hat, steht in der Bedienungsanleitung oder ist beim Hörakustiker zu erfragen.

Was nach Wasserkontakt hilft: Gerät sofort ausschalten, Batterien oder Akku herausnehmen, vorsichtig mit einem trockenen Tuch abtupfen (nicht reiben), das Batteriefach offen lassen und das Gerät in eine Trocknungsbox legen – keinesfalls mit Föhn, auf der Heizung oder in der Mikrowelle trocknen. Wer die Box nicht zur Hand hat: ein luftdichter Behälter mit Trocknungsperlen überbrückt die Nacht. Wenn das Gerät danach nicht funktioniert, übernimmt der Hörakustiker die Prüfung.

Der Trockenplatz: Wo das Hörgerät im Bad sicher wohnt

Beim Badumbau entsteht die einmalige Chance, dem Hörgerät einen festen, sicheren Platz zu geben. Drei Zonen sind zu unterscheiden:

  1. Die Nasszone (Dusche, Badewanne): Hier hat das Gerät nichts verloren – auch nicht „kurz auf dem Ablageboard“.
  2. Die Spritzzone (Waschtischbereich): Hier wird das Gerät morgens und abends abgelegt – der Platz muss so gestaltet sein, dass nichts passieren kann.
  3. Die Trockenzone (außerhalb des Dampfbereichs): Hier steht die Trocknungsbox über Nacht – in einem Bereich, der beim Duschen nicht mitfeuchtet.

Für die Spritzzone am Waschtisch gelten einfache Regeln: eine Ablage mit erhöhtem Rand (eine flache Schale mit Rand genügt), die nicht direkt am Beckenrand liegt, weit weg von laufendem Wasser und möglichst nicht in Reichweite von herumliegenden Gegenständen, die das Gerät versehentlich ins Becken schieben könnten. Eine rutschfeste Unterlage verhindert, dass das Gerät beim Abtrocknen wegrutscht.

Die Trocknungsbox – ein kleines Gerät mit Trocknungsmittel, Wärme oder UV-Licht – ist das wichtigste Zubehör überhaupt; sie entzieht dem Gerät über Nacht die Feuchtigkeit des Tages und verlängert die Lebensdauer spürbar. Beim Badumbau sollte dafür ein fester Platz mit Steckdose eingeplant werden: in einem Wandschrank mit Lüftung, auf einem Regalbrett außerhalb des Dampfbereichs oder im Vorraum des Bads. Wichtig: Die Steckdose muss den Abstandsregeln der Badezimmer-Schutzzonen entsprechen – der Elektriker plant sie beim Umbau korrekt mit ein. Wer ein Ladegerät für Akku-Hörgeräte nutzt, braucht einen zweiten festen Platz außerhalb der Spritzzone; beides sollte in Griffnähe des Waschtischs liegen, damit das Ablegen zur Routine wird.

Die Routine gehört zur Planung: Ein Hörgerät schützt man nicht durch Technik allein, sondern durch Gewohnheit. Fester Ablauf morgens und abends – Gerät ablegen, in die Box legen, Batteriefach öffnen – funktioniert am besten, wenn der Platz sichtbar und logisch ist. Wer den Platz beim Umbau mitplant (statt die Box später irgendwo hinzustellen), macht aus dem Feuchteschutz eine Selbstverständlichkeit.

Duschen mit Hörverlust: Absprache statt Abschottung

Wer das Hörgerät vor der Dusche ablegt, duscht „taub“ – und das ist in mehrfacher Hinsicht ein Sicherheitsthema, nicht nur ein Kommunikationsproblem:

  • Kein Hilferuf, der ankommt: Wer allein duscht und stürzt oder sich verletzt, kann rufen – aber niemand hört es, wenn die Tür zu ist und der Partner im Wohnzimmer sitzt. Die Badtür sollte deshalb von außen notöffnbar sein oder offen bleiben, solange jemand duscht. Ein Hausnotruf mit Vibrations- oder Lichtempfänger schließt die Lücke, wenn wirklich niemand in der Wohnung ist.
  • Absprachen vor dem Duschen: Wer mit dem Partner oder der Pflegeperson duscht, klärt vor dem Ablegen des Geräts, was nachher passiert – „Ich bin in zehn Minuten fertig, dann brauche ich dich am Waschtisch.“ Ohne Gerät sind Nachrufe durch die Tür sinnlos; feste Absprachen ersetzen sie.
  • Duschen mit Gerät: Wer sein Gerät beim Duschen tragen möchte (etwa um den Pflegedienst zu verstehen), braucht ein wasserdichtes Modell (IP68) oder eine spezielle Schutzhülle – und muss wissen, dass auch IP68 nicht für dauerhaftes Untertauchen gedacht ist. In der Praxis duschen die meisten mit Gerät, weil sie mit dem Pflegedienst oder dem Partner kommunizieren müssen – die Entscheidung sollte mit dem Hörakustiker besprochen werden, nicht dem Zufall überlassen.
  • Der Duschstuhl als Kommunikationshilfe: Wer sitzend duscht, hat den Kopf auf Augenhöhe mit der helfenden Person – Mundbild und Mimik sind besser zu sehen, was das Verstehen ohne Gerät erleichtert. Auch die Beleuchtung spielt mit: Wer von vorn beleuchtet wird, dessen Lippen sind ablesbar – eine weitere Begründung für die blendfreie Waschtisch- und Spiegelbeleuchtung.

Akustik im Bad: Warum man hier schlechter versteht

Bäder sind akustisch die schlechtesten Räume der Wohnung: harte Fliesen an Boden und Wand reflektieren den Schall, jedes Geräusch hallt, und die Lüftung rauscht. Wer schwerhörig ist und das Gerät trägt, versteht hier schlechter als in jedem anderen Raum – das Rauschen der Lüftung und tropfende Armaturen überlagern Sprache. Beim Badumbau lassen sich die schlimmsten Akustikprobleme vermeiden:

  • Leise Lüftung mit Nachlauf: Ein Badlüfter mit niedrigem Geräuschpegel und Zeitschaltung (Nachlauf nach dem Duschen) rauscht nicht dauerhaft – wichtig, weil ein gleichmäßiges Rauschen für Hörgeräteträger wie ein Vorhang über der Sprache wirkt.
  • Tropfende Armaturen vermeiden: Ein tropfender Wasserhahn ist für Normalhörende ein Ärgernis, für Hörgeräteträger eine Dauerstörung im Frequenzband der Sprache. Qualitätsarmaturen und ein sauberer Einbau gehören zur hörgerechten Planung.
  • Textilien als Schlucker: Handtücher, Badematten und ein Vorhang oder Vorhangstoff (statt nackter Glasflächen) absorbieren Schall. Wer auf eine Glasdusche nicht verzichten will, kann dahinter zumindest im übrigen Raum für Textilien sorgen.
  • Türen, die schließen: Eine dichte Badtür hält den Dampf im Bad – und den Lärm draußen. Wer nach dem Duschen wieder hören will, schätzt eine Tür, die nicht knarrt und sauber schließt.

Alarmierung ohne Gerät: Türklingel, Rauchmelder und Wecker mit Licht

Der wichtigste Punkt für Hörgeräteträger ist die Frage, die mit dem Bad eigentlich nichts zu tun hat – und doch mitten im Bad entschieden wird: Was höre ich, wenn ich das Gerät nicht trage? Wer duscht oder nachts das Gerät ablegt, verlässt sich auf die akustische Warnung von Türklingel, Telefon, Wecker und Rauchmelder. Für Menschen mit mittelgradiger bis hochgradiger Hörbehinderung gibt es dafür Lichtsignalanlagen, die Schall in Blitzlicht und Vibration übersetzen:

  • Türklingel mit Blitzlicht: Ein Funksender an der Klingel löst ein Blitzlicht im Bad und in der Wohnung aus. Wer duscht, sieht den Blitz auch durch die Duschabtrennung – ein Grund mehr, die Duschabtrennung aus satiniertem oder klarem Glas statt blickdichtem Material zu wählen.
  • Rauchmelder mit Blitz und Vibrationskissen: Normale Rauchmelder hört man ohne Gerät oft nicht – erst recht nicht im Bad, wenn Wasser rauscht. Spezielle Rauchmelder mit Blitzlicht (und teils Vibrationskissen für die Nacht) sind für hörgeschädigte Menschen erhältlich und werden von Fachhändlern für Hörtechnik vermittelt. Sie ergänzen die gesetzlich vorgeschriebenen Rauchmelder der Wohnung.
  • Telefon und Wecker: Lichtsignale und Vibrationswecker machen Anrufe und das morgendliche Aufstehen wahrnehmbar. Auch der Wecker gehört zu den Geräten, deren Empfänger im Bad sichtbar sein können.
  • Funk-Notruf mit Vibration: Hausnotruf-Systeme gibt es mit Vibrations- oder Lichtempfängern, die auch im Bad wahrnehmbar sind – für Menschen mit Hörbehinderung die zuverlässigere Lösung als ein akustischer Notruf.

Diese Signalanlagen arbeiten meist per Funk und lassen sich ohne großen Aufwand nachrüsten – der Badumbau ist trotzdem der ideale Zeitpunkt, weil dann die Empfänger-Platzierung (Steckdosen, Sichtachsen) mitgeplant werden kann. Wer eine Hörbehinderung hat, sollte sich vor dem Kauf von einem Hörakustiker oder einem Fachanbieter für Hörtechnik beraten lassen: Die Systeme unterscheiden sich in Reichweite, Signalstärke und Kombinierbarkeit mit dem eigenen Hörgerät (viele Hörgeräte übertragen Telefon und TV direkt – aber eben nicht die Türklingel, solange kein passender Sender vorhanden ist).

Was die Kasse übernimmt: Hörgeräte selbst sind Hilfsmittel der Krankenkasse (§ 33 SGB V)[1] – sie werden nach Festbetrag bezuschusst, der Hörakustiker berät zur Zuzahlung. Lichtsignalwecker und Vibrationswecker sind im Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen aufgeführt und können bei anerkannter Hörbehinderung auf Verordnung bezuschusst werden. Komplexe Lichtsignalanlagen für Türklingel und Telefon werden im Einzelfall – je nach Schweregrad der Hörbehinderung – von Krankenkasse oder Eingliederungshilfe unterstützt; die Frage gehört in die Beratung beim Hörakustiker oder beim zuständigen Kostenträger. Eine Trocknungsbox ist in der Regel selbst zu zahlen (je nach Modell etwa 30–100 €, Richtwert) – eine der lohnendsten Anschaffungen für jeden Hörgeräteträger.

Was beim Badumbau konkret zu planen ist

Wer ohnehin umbaut, kann die hörgerechte Ausstattung für wenig Geld mitplanen. Die Checkliste für die Planung:

  • Steckdosen strategisch setzen: eine in der Trockenzone für die Trocknungsbox, eine am Waschtisch-Schrank (außerhalb der Spritzzone) für das Ladegerät, eine an der Wand zur Wohnungstür-Seite für den Klingel-Empfänger. Alle Steckdosen nach den Schutzzonen-Regeln für Feuchträume – der Elektriker weiß, welche Abstände zur Dusche und zum Waschtisch einzuhalten sind.
  • Sichtachse zur Tür: Der Klingel-Blitz soll aus dem Duschbereich sichtbar sein – Duschabtrennung nicht blickdicht planen, Empfänger gegenüber der Dusche positionieren.
  • Leise Technik einbauen: Lüfter mit niedrigem Geräuschpegel, tropffeste Armaturen, dichte Tür.
  • Platz für die Box einplanen: Fester Stellplatz mit Steckdose außerhalb des Dampfbereichs, am besten im geschlossenen Schrank oder im Vorraum.
  • Boden und Wände dämpfen: Wo möglich, schallabsorbierende Materialien (Textilien, Holzanteile, Vorhang) statt nackter, harter Flächen.
  • Notöffnbare Tür: Tür von außen notöffnbar, damit nach einem Sturz Hilfe hineinkommt, auch wenn der Hilferuf nicht gehört wird.

Die Kosten für diese Punkte sind überschaubar – die Steckdosen und der leise Lüfter fallen beim ohnehin geplanten Umbau kaum ins Gewicht, die Signalanlagen lassen sich später nachrüsten. Entscheidend ist, dass die Positionen jetzt festgelegt werden, nicht erst, wenn die Fliesen sitzen.

Finanzierung des Umbaus

Der Badumbau selbst wird wie jeder andere finanziert: Mit anerkanntem Pflegegrad bezuschusst die Pflegekasse die wohnumfeldverbessernde Maßnahme mit bis zu 4.180 €[2] je Maßnahme (§ 40 Abs. 4 SGB XI, Antrag vor Baubeginn); leben mehrere Pflegebedürftige im Haushalt, sind bis zu 16.720 €[2] möglich. Der KfW-Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (bis 50.000 €[3], ohne Pflegegrad) läuft über die Hausbank; der KfW-Zuschuss 455-B ist seit dem 31.07.2026 gestoppt[4] – neue Anträge werden nicht mehr angenommen (Stand: September 2026). Die Arbeitskosten lassen sich nach § 35a EStG steuerlich geltend machen (20 %, max. 1.200 €/Jahr)[5]. Hörgeräte und einzelne Signalgeräte laufen über die Krankenkasse (§ 33 SGB V)[1], nicht über die Pflegekasse – eine häufige Verwechslung, die im Ratgeber Förderung ausführlich erklärt wird.

Checkliste: Hörgerät und Bad

  • [ ] IP-Schutzklasse des eigenen Hörgeräts geklärt (Bedienungsanleitung/Hörakustiker)
  • [ ] Fester Trockenplatz mit erhöhtem Rand am Waschtisch eingeplant
  • [ ] Trocknungsbox mit Steckdose außerhalb des Dampfbereichs vorgesehen
  • [ ] Steckdosen für Ladegerät und Klingel-Empfänger nach Schutzzonen-Regeln positioniert
  • [ ] Türklingel-Empfänger mit Blitzlicht so platziert, dass er aus der Dusche sichtbar ist
  • [ ] Rauchmelder mit Blitzlicht/Vibrationskissen für die Nacht organisiert
  • [ ] Hausnotruf mit Vibrations- oder Lichtempfänger geprüft
  • [ ] Leiser Badlüfter mit Nachlauf, tropffeste Armaturen eingeplant
  • [ ] Badtür von außen notöffnbar, feste Absprachen fürs Duschen ohne Gerät
  • [ ] Duschabtrennung nicht blickdicht (Blitzlicht-Sichtbarkeit)
  • [ ] Pflegegrad geprüft, Zuschussantrag § 40 Abs. 4 SGB XI vor Baubeginn gestellt

Fragen und Antworten

Kann ich mit Hörgerät duschen?

Die meisten Hersteller raten davon ab – auch bei wasserdichten Modellen (IP68), die für Spritzwasser und Regen, nicht für dauerhaftes Untertauchen ausgelegt sind. Wer beim Duschen auf das Gerät angewiesen ist (etwa um den Pflegedienst zu verstehen), klärt mit dem Hörakustiker, ob das eigene Modell dafür geeignet ist oder eine Schutzhülle reicht. Für alle anderen gilt: ablegen, trocknen lassen, nach dem Duschen wieder einsetzen.

Wo bewahre ich das Hörgerät im Bad auf, wenn ich dusche?

An einem festen Platz mit erhöhtem Rand außerhalb der Spritzzone – zum Beispiel in einer flachen Schale mit rutschfester Unterlage, weit weg vom Beckenrand. Über Nacht gehört das Gerät in die Trocknungsbox, die an einem Platz mit Steckdose außerhalb des Dampfbereichs steht (Schrank oder Vorraum). Beim Badumbau sollten beide Plätze mitgeplant werden.

Wer zahlt die Trocknungsbox?

In der Regel ist sie selbst zu zahlen – sie zählt nicht zu den standardmäßig verordneten Hilfsmitteln. Je nach Modell kostet sie etwa 30–100 € (Richtwert). Wer unsicher ist, fragt den Hörakustiker: Manche bieten Boxen im Rahmen der Geräte-Einmessung oder als Zubehör zum Gerätepreis an.

Wie bekomme ich mit, dass es klingelt, wenn ich ohne Hörgerät dusche?

Mit einer Lichtsignalanlage: Ein Sender an der Türklingel löst ein Blitzlicht in der Wohnung aus – auch im Bad, wenn der Empfänger so platziert ist, dass man ihn aus dem Duschbereich sieht. Fachanbieter für Hörtechnik und Hörakustiker beraten zu den Systemen; Lichtwecker und Vibrationswecker sind im Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen aufgeführt.

Hört man mit Hörgerät im Bad schlechter als anderswo?

Ja – harte Fliesen reflektieren den Schall, Lüftung und tropfende Armaturen erzeugen Störgeräusche genau im Frequenzbereich der Sprache. Beim Badumbau helfen ein leiser Lüfter mit Nachlauf, tropffeste Armaturen, Textilien als Schallschlucker und eine dicht schließende Tür.

Muss ich beim Badumbau besondere Vorkehrungen für mein Hörgerät treffen?

Die wichtigste ist eine Planungsfrage: ein fester, trockener Stellplatz mit Steckdose für Trocknungsbox und Ladegerät, außerhalb des Dampfbereichs. Dazu kommen Steckdosen für Klingel-Empfänger an strategischer Stelle und eine Duschabtrennung, die Blitzsignale durchlässt. Die Kosten dafür sind gering – der Nutzen ist, dass der Feuchteschutz zur Gewohnheit wird.

Fazit

Für Hörgeräteträger entscheidet der Badumbau über zwei Dinge, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben: den Erhalt der teuren Hörsysteme und die Erreichbarkeit von Alarmen in den Minuten ohne Gerät. Ein fester Trockenplatz mit Trocknungsbox außerhalb des Dampfbereichs, Steckdosen an den richtigen Stellen und eine Signalanlage, deren Blitzlicht bis in die Dusche reicht, machen das Bad zu einem Ort, an dem Hören keine Lücke mehr hat. Die Mehrkosten sind gering, die Planung gehört in die Umbauphase – und die Zuschüsse der Pflegekasse (bis 4.180 €[2] nach § 40 Abs. 4 SGB XI) gelten auch für diesen Umbau. Wer Feuchteschutz und Alarmierung zusammen plant, schützt nicht nur zwei kleine Geräte, sondern die eigene Sicherheit und die Kommunikation mit den Menschen, die einem wichtig sind. Alle Gestaltungsdetails: Barrierefreies Bad nach DIN 18040.

Quellen

  • § 33 SGB V (Hilfsmittel der Krankenkasse, u. a. Hörgeräte, Lichtsignalwecker): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__33.html
  • § 40 Abs. 4 SGB XI (Zuschuss wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, 4.180 € / 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  • § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html
  • KfW, Produktseite Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
  • KfW, Meldung zum Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  • Hoerluchs Hörakustik, „Wasserdichte Hörgeräte – was halten sie aus?“ (IP-Schutzklassen IP57/IP67/IP68, Pflegehinweise): https://www.hoerluchs-hoergeraete.de/ratgeber/wasserdichte-hoergeraete-was-halten-sie-aus
  • welches-hoergeraet.de, „Hörgeräte vor Wasser, Feuchtigkeit und Hitze schützen“ (Nano-Beschichtung, Trocknungsbox, Verhalten nach Wasserkontakt): https://www.welches-hoergeraet.de/hoergeraete-vor-wasser-feuchtigkeit-und-hitze-schuetzen-1100.html
  • Amplifon, „Trockenbox für Hörgeräte“ (Funktion und Anwendung): https://www.amplifon.com/de/hoergeraete/instandhaltung/pflegeprodukte/trockenbox-fuer-hoergeraete

Stand: September 2026. Keine Rechts- oder Steuerberatung; bei Fragen zum Hörgerät wenden Sie sich an Ihren Hörakustiker. Förderbedingungen können sich ändern; Kostenangaben sind Richtwerte.

Quellennachweise

  1. § 33 SGB V (Hilfsmittel der Krankenkasse, u. a. Hörgeräte, Lichtsignalwecker): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__33.html
  2. § 40 Abs. 4 SGB XI (Zuschuss zu wohnumfeldverbessernden Maßnahmen; bis 4.180 € je Maßnahme, bei mehreren Pflegebedürftigen bis 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  3. KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ – Darlehen bis 50.000 € je Wohneinheit: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
  4. KfW, Meldung zum Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026 – keine neuen Anträge, Mittel ausgeschöpft (Stand: September 2026): https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  5. § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen: 20 % der Arbeitskosten, maximal 1.200 €/Jahr): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html

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