Pflegekasse-Zuschuss für den Badumbau in Andernach: bis 4.180 € (2026)

Von Rainer Brettner, Beratung & Redaktion·Stand: September 2026·ca. 15 Min. Lesezeit

VorherPflegekasse-Zuschuss für den Badumbau in Andernach: bis 4.180 € (2026) – Vorher: Badewanne mit hohem Rand
NachherPflegekasse-Zuschuss für den Badumbau in Andernach: bis 4.180 € (2026) – Nachher: bodengleiche Dusche
Wanne raus, bodengleiche Dusche rein: Der ebenerdige Einstieg senkt die Sturzgefahr deutlich.

Andernach ist eine der ältesten Städte Deutschlands: Rund 30.000 Menschen leben hier linksrheinisch im Neuwieder Becken, dort, wo die Römer vor gut 2.000 Jahren das Kastell Antunnacum errichteten und die Stadt 1988 ihr 2.000-jähriges Bestehen feierte. Wer heute durch die Altstadt zwischen Mariendom, Stadtmauer und dem Alten Krahnen am Rheinufer geht, läuft über einen Grundriss, der sich seit der Antike kaum verschoben hat – die Hochstraße folgt bis heute der Hauptstraße des römischen Kastells. Um den historischen Kern liegen die Stadtteile Namedy, Eich, Kell mit Bad Tönisstein und Miesenheim, eingemeindet 1969 und 1970, jedes mit eigenem Ortscharakter: das Rheindorf Namedy unter dem Krahnenberg mit Burg und dem höchsten Kaltwassergeysir der Welt auf dem Namedyer Werth, das dörfliche Eich, das kleine Kell am Rand des Hügellandes und Miesenheim mit seiner 500.000 Jahre alten Siedlungsgeschichte. In dieser Stadt wohnen viele Menschen in Häusern, deren Bad noch mit der Badewanne geplant wurde – vom kleinen Bad im historischen Kern über die serielle Wanne im Nachkriegshaus bis zum großzügigen Bad im Einfamilienhaus in Eich oder Namedy. Wenn die Wanne nicht mehr zu überwinden ist, wird der Umbau zur Dusche zur Frage der Sicherheit – und für pflegebedürftige Menschen zahlt die Pflegekasse dafür bis zu 4.180 €[1] dazu. Dieser Ratgeber erklärt, wer den Zuschuss in Andernach bekommt, wie der Antrag abläuft und welche weiteren Fördermittel in Rheinland-Pfalz den Eigenanteil senken.

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Der Pflegekassen-Zuschuss: Der Steckbrief für Andernach

Der zentrale Baustein ist der Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen nach § 40 Abs. 4 SGB XI[1]. Damit beteiligt sich die Pflegekasse an Umbauten, die das Wohnumfeld pflegegerechter machen – und der Austausch der Badewanne durch eine bodengleiche oder leichter zugängliche Dusche ist eine der klassisch geförderten Maßnahmen. Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

Frage Antwort
Wie viel?bis zu 4.180 €[1] je pflegebedürftigem Menschen; bei mehreren Pflegebedürftigen in einer gemeinsamen Wohnung bis zu 16.720 €
Für wen?Menschen mit anerkanntem Pflegegrad 1 bis 5 – unabhängig vom Alter
Wofür?Umbaumaßnahmen, die Pflege erleichtern – klassisch „Wanne raus, Dusche rein“
Bis wann?Antrag vor Baubeginn stellen; wer zuerst umbaut, verliert den Anspruch
Wo?bei der Pflegekasse des pflegebedürftigen Menschen (z. B. AOK, DAK, BARMER, IKK, Knappschaft – je nach Versicherung)
Welche Unterlagen?Kostenvoranschlag der Fachfirma; nach dem Umbau die Rechnungen

Entscheidend ist der Pflegegrad der Person, für die umgebaut wird – nicht das Alter und nicht die Frage, ob sie im Haus wohnt oder nur regelmäßig zu Besuch kommt. Wer in Andernach für Mutter oder Vater in Kell, Eich oder der Kernstadt umbauen möchte, sollte zuerst klären, ob ein Pflegegrad vorliegt. Ist das nicht der Fall, lohnt der Antrag bei der Pflegekasse: Ein Gutachter kommt nach Hause und prüft die Selbstständigkeit im Alltag. Schon Pflegegrad 1 eröffnet den Zugang zum Zuschuss – und der Badumbau ist nur eine von vielen Leistungen, die der Pflegegrad erschließt. Bis zur Entscheidung vergehen meist einige Wochen, planen Sie das vom gewünschten Umbautermin rückwärts ein.

Welche Arbeiten die Pflegekasse in Andernach fördert

Gefördert werden Maßnahmen, die das Bad für die Pflege nutzbar machen. Typisch sind:

  • der Austausch der Badewanne durch eine bodengleiche Dusche oder eine Dusche mit niedrigem Einstieg,
  • Demontage und Entsorgung der alten Wanne,
  • die im Rahmen des Umbaus nötigen Anpassungen von Zulauf, Abfluss und Bodenaufbau,
  • bei Bedarf Haltegriffe, Stützklappgriffe oder ein Duschvorhang mit kniehohem Einstiegsschutz als Ergänzung.

Die Pflegekasse entscheidet anhand des Kostenvoranschlags, welche Positionen sie anerkennt. Lassen Sie sich das Angebot deshalb so aufschlüsseln, dass die wohnumfeldverbessernde Maßnahme klar erkennbar ist – ein pauschaler Posten „Badmodernisierung“ ist nicht ausreichend. Nicht gefördert wird dagegen die reine Verschönerung: neue Fliesen in ganz anderen Farben, ein zusätzlicher Waschtisch oder ein kompletter Badumbau, der über das hinausgeht, was die Pflege tatsächlich erleichtert. Was genau anerkannt wird, klärt im Zweifel die Pflegeberatung Ihrer Kasse – ein Anruf genügt.

Die Fördermittel-Landkarte für Andernach und den Landkreis Mayen-Koblenz

Der Pflegekassen-Zuschuss ist nicht der einzige Weg. Weil Andernach in Rheinland-Pfalz liegt, kommen die Landesprogramme der ISB hinzu – die in dieser Form nur hier existieren. Die Übersicht:

Förderung Art Höhe Voraussetzung Antrag bei
Pflegekasse (§ 40 Abs. 4 SGB XI[1])Zuschussbis 4.180 €, bei mehreren Pflegebedürftigen bis 16.720 €Pflegegrad 1–5, Antrag vor Baubeginn[1]Pflegekasse
ISB – Investitionszuschuss (Modernisierungsprogramm RLP)Zuschuss25 % der Investitionen bei Maßnahmen zwischen 2.000 € und 10.000 € pro WohnungeinkommensabhängigStadt- oder Kreisverwaltung
ISB – ZinsgarantiedarlehenKredit460 € pro m² Wohnfläche, 1,7 % p. a. in den ersten fünf JahreneinkommensabhängigHausbank mit Förderbestätigung der Verwaltung
KfW – Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“Kreditmax. 50.000 € je Wohneinheit[2]auch ohne PflegegradHausbank
KfW – Zuschuss 455-BZuschuss10 %, max. 2.500 €[3]seit dem 31.07.2026 gestoppt – Mittel ausgeschöpft (Stand: September 2026)KfW
Handwerkerleistungen (§ 35a EStG)Steuerermäßigung20 % des Lohnanteils, max. 1.200 € pro Jahr[4]Lohnanteil separat ausgewiesenFinanzamt (Steuererklärung)
Krankenkassekeine Beteiligung am Umbaunur Hilfsmittel wie Duschhocker oder Badewannenlifter (§ 33 SGB V[5])im Regelfall mit ärztlicher VerordnungKrankenkasse

Der ISB-Zuschuss von 25 Prozent ist die Rheinland-Pfalz-Besonderheit: Die Investitions- und Strukturbank des Landes fördert über ihr Modernisierungsprogramm ausdrücklich auch den Badumbau, wenn die Maßnahme zwischen 2.000 € und 10.000 € pro Wohnung liegt. Andernach ist eine große kreisangehörige Stadt im Landkreis Mayen-Koblenz – die Anträge nimmt die zuständige Verwaltung entgegen; erste Anlaufstelle sind die Stadtverwaltung Andernach (Läufstraße 11) beziehungsweise die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz. Klären Sie dort, welche Stelle Ihren Wohnort bearbeitet, ob Ihre Einkommenssituation innerhalb der Grenzen liegt und ob sich der Zuschuss mit dem Pflegekassen-Zuschuss kombinieren lässt – das entscheidet der Einzelfall. Alternativ bietet die ISB ein einkommensabhängiges Zinsgarantiedarlehen über die Hausbank (weitere Details unter isb.rlp.de).

Der bundesweite KfW-Zuschuss 455-B ist seit dem 31.07.2026 gestoppt[3], die Mittel sind ausgeschöpft; eine Wiederaufnahme wird frühestens 2027 erwartet. Der zinsgünstige KfW-Kredit 159[2] läuft dagegen weiter und steht auch Menschen ohne Pflegegrad offen. Und der Lohnanteil der Badumbau-Rechnung lässt sich nach § 35a EStG[4] zu 20 Prozent von der Steuer absetzen (maximal 1.200 € pro Jahr) – vorausgesetzt, die Firma weist ihn separat aus. Alle Wege im Detail und in der richtigen Reihenfolge: Förderung & Zuschüsse.

Zwei Rechenbeispiele für einen Badumbau in Andernach

Wie weit der Zuschuss trägt, zeigen zwei Beispielrechnungen als Richtwerte – mit dem Pflegekassen-Zuschuss von 4.180 €[1]:

Beispiel 1 – Systemlösung in einer Mietwohnung in der Kernstadt: Angebot 4.300 € inklusive Demontage, Entsorgung und Abdichtung. Nach dem Zuschuss bleibt ein Eigenanteil von rund 120 €. Den Lohnanteil zusätzlich nach § 35a EStG[4] abzusetzen, lohnt sich hier kaum noch – die Rechnung zeigt vor allem, dass die Systemlösung bei knappen Budgets fast vollständig von der Pflegekasse getragen werden kann.

Beispiel 2 – geflieste bodengleiche Dusche im Einfamilienhaus in Eich oder Namedy: Angebot 6.900 €. Nach dem Zuschuss bleiben rund 2.720 €. Ist das Einkommen niedrig genug, kann der ISB-Investitionszuschuss von 25 Prozent diesen Rest deutlich senken – sofern die Kombination im Einzelfall anerkannt wird. Alternativ deckt der zinsgünstige KfW-Kredit 159[2] den Restbetrag, und der Lohnanteil wandert in die Steuererklärung.

Ob die Kosten im Einzelfall darunter oder darüber liegen, hängt von Badgröße, Untergrund und Nebenarbeiten ab. Als Orientierung gelten die bundesweit üblichen Spannen (Richtwerte, vgl. pflege.de): Systemlösungen mit Duschtasse und Wandpaneelen etwa 3.000–5.000 €, geflieste bodengleiche Duschen etwa 5.000–8.000 €, der typische Standardfall 4.000–6.000 €.

Die Andernacher Bausubstanz: Worauf die Fachfirma achten muss

Andernach ist baugeschichtlich ein Mikrokosmos – und der Badumbau stellt sich in jedem Stadtteil etwas anders dar.

Altstadt und Kernstadt: Der historische Kern geht auf das römische Antunnacum zurück; die Hochstraße folgt noch heute der antiken Hauptstraße, und um den mächtigen Mariendom (1196–1220 erbaut) stehen Häuser, deren Mauern aus regionalem Tuff, Basalt und Schieferbruchstein gefügt sind. In diesen oft kleinen, nachträglich eingebauten Bädern ist Platz knapp, die Wände sind dick, Leitungen liegen teils noch unter Putz und stammen aus Jahrzehnten. Der Vor-Ort-Termin zeigt, ob ein Strangwechsel nötig ist und ob die Deckenkonstruktion eine bodengleiche Dusche erlaubt – bei geringer Aufbauhöhe ist die Systemlösung mit flacher Duschtasse die bewährte Wahl. Bereiche mit erhaltener Stadtmauer und denkmalgeschützter Substanz sind beim reinen Innenumbau meist unproblematisch, weil Fassade und Statik unangetastet bleiben; wer in einem denkmalgeschützten Haus wohnt, klärt das Vorhaben vorab mit der zuständigen Denkmalbehörde. Zugleich wurde Andernach im Zweiten Weltkrieg schwer getroffen; der Wiederaufbau der 1950er-Jahre prägt weite Teile der Kernstadt – mit Bädern, die für die damalige Zeit standardisiert geplant wurden und sich heute meist unkompliziert umbauen lassen.

Nachkriegs- und Siedlungsbau: Das Neuwieder Becken, zu dem Andernach gehört, ist das Zentrum des deutschen Bimssteinabbaus – in den 1950er- bis 1970er-Jahren wurde hier viel mit dem regional typischen Bimsbeton gebaut. Diese Häuser haben serielle Bäder mit Wanne in genormten Grundrissen: Die Montage einer Dusche gelingt hier meist ohne große Statik-Eingriffe, und die Aufbauhöhen reichen in der Regel für eine bodengleiche Lösung.

Namedy: Der nördlich der Kernstadt am Rhein gelegene Stadtteil mit rund 1.300 Einwohnern liegt am Fuß des Krahnenbergs. Burg Namedy aus dem 15. Jahrhundert, heute im Besitz der Familie Hohenzollern-Sigmaringen und bekannt für ihre Konzerte, markiert den Ortskern; auf dem Namedyer Werth, der Halbinsel im Rhein, springt der Geysir Andernach – mit bis zu 60 Metern der höchste Kaltwassergeysir der Welt. Neben dem gewachsenen Dorfkern gibt es jüngere Wohngebiete. Wer hier am Hang wohnt, sollte beim Badumbau auf die Entwässerung achten; in den rheinnächsten Lagen ist das Thema Grundwasser und Hochwasser präsent – ein Punkt, den eine ortskundige Fachfirma bei Abdichtung und Bodenaufbau mitdenkt.

Eich: Der Stadtteil mit gut 2.000 Einwohnern hat einen dörflichen Kern aus älteren Wohn- und Hofhäusern, um den sich Einfamilienhausgebiete der letzten Jahrzehnte gelegt haben. Hier wie in Namedy gilt: In den älteren Häusern entscheidet der Blick auf Untergrund und Leitungen, in den neueren ist die bodengleiche Dusche meist ohne Zusatzaufwand möglich – typisches Terrain für den Badumbau im eigenen Haus, oft verbunden mit einer ohnehin anstehenden Sanierung.

Kell mit Bad Tönisstein: Der kleinste Stadtteil mit rund 1.000 Einwohnern liegt am Rand des Hügellandes zwischen Rheintal und Brohltal. Hier stehen ältere, teils massiv gebaute Häuser mit kleinen Bädern, aber auch Wochenend- und Ferienhäuser. Die Tönissteiner Heilquellen gelten als älteste Römerquellen Deutschlands, die Klosterruine Tönisstein erinnert an das spätmittelalterliche Karmelitenkloster. Für den Badumbau gilt: viel Altbestand, wenig Serie – ein Vor-Ort-Termin ist hier besonders wichtig, weil jedes Haus seine eigene Geschichte hat.

Miesenheim: Der größte eingemeindete Stadtteil mit rund 3.200 Einwohnern schließt sich Richtung Pellenz an. Weltweit bekannt wurde Miesenheim durch seine rund 500.000 Jahre alten Siedlungsfunde – baulich bietet der Stadtteil eine Mischung aus älterer Substanz, Nachkriegsbauten und Neubaugebieten, sodass vom schnellen Systemumbau bis zur großzügigen bodengleichen Dusche alles vertreten ist.

Rheinlage allgemein: Andernach liegt unmittelbar am Strom, und wer im Überschwemmungsbereich oder mit ebenerdigem Bad im rheinnahen Bereich wohnt, sollte beim Umbau den Rückstauschutz mitdenken – eine bodengleiche Dusche mit bodenebenem Ablauf will fachgerecht an die Entwässerung angeschlossen sein. Ein seriöses Angebot weist diese Punkte von vornherein aus, statt sie als Nachträge zu verstecken.

Der Weg zum Zuschuss: Sechs Schritte von Andernach aus

  1. Pflegegrad klären: Liegt keiner vor, Antrag bei der Pflegekasse stellen – der Gutachter kommt nach Hause. Bis zur Entscheidung vergehen oft einige Wochen.
  2. Angebote einholen: 2–3 Fachbetriebe mit Vor-Ort-Termin vergleichen. Die Festpreisangebote sollten Demontage, Entsorgung, Abdichtung nach DIN 18534 und Armaturen enthalten und die Umbaumaßnahme klar beschreiben.
  3. Antrag stellen: Kostenvoranschlag bei der Pflegekasse einreichen – vor dem Baubeginn. Parallel bei der Stadtverwaltung Andernach beziehungsweise der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz klären, ob die ISB-Förderung des Landes in Frage kommt.
  4. Zusagen abwarten: Erst wenn die Zusage schriftlich vorliegt, den Auftrag vergeben. Bei Bedarf KfW-Kredit 159[2] oder ISB-Darlehen über die Hausbank beantragen.
  5. Umbau: Eine Systemlösung ist oft in einem Tag montiert; eine geflieste, bodengleiche Dusche braucht inklusive Trocknungszeiten mehrere Tage. Planen Sie ein Ersatzbad ein.
  6. Belege einreichen: Rechnung einreichen, der Zuschuss wird ausgezahlt. Rechnungen für die ISB-Stelle und die Steuererklärung aufbewahren – der Lohnanteil muss separat ausgewiesen sein.

Checkliste: Förderung in Andernach richtig beantragen

  • [ ] Pflegegrad prüfen bzw. beantragen, falls Pflegebedürftigkeit besteht
  • [ ] Angebote von mindestens drei Fachfirmen einholen (Vor-Ort-Termin, Festpreis)
  • [ ] Kostenvoranschlag so aufschlüsseln lassen, dass die Umbaumaßnahme erkennbar ist
  • [ ] Pflegekassen-Antrag vor Baubeginn stellen
  • [ ] ISB-Förderung (25 %-Zuschuss oder Zinsgarantiedarlehen) bei Stadt-/Kreisverwaltung erfragen und Einkommensgrenzen prüfen
  • [ ] Antragsstopp des Zuschusses 455-B beachten (seit dem 31.07.2026, Mittel ausgeschöpft; Stand: September 2026) – ggf. KfW-Kredit 159[2] als Alternative
  • [ ] Als Mieter: Vermieterzustimmung schriftlich einholen (bei Pflegebedürftigkeit oder Behinderung Anspruch auf Erlaubnis nach § 554 BGB[6])
  • [ ] In rheinnahen Lagen: Rückstauschutz und Abdichtung im Angebot klären
  • [ ] Lohnkostenanteil auf der Rechnung separat ausweisen lassen (§ 35a EStG[4])
  • [ ] Alle Rechnungen aufbewahren und nach Abschluss einreichen

Fragen und Antworten

Meine Mutter wohnt zur Miete in der Andernacher Kernstadt. Zahlt die Pflegekasse den Badumbau trotzdem?

Ja. Der Zuschuss nach § 40 SGB XI ist nicht an Eigentum gebunden. Sie brauchen die schriftliche Zustimmung des Vermieters – bei Pflegebedürftigkeit oder Behinderung besteht nach § 554 BGB[6] ein Anspruch auf Erlaubnis. Klären Sie mit dem Vermieter auch, ob bei einem späteren Auszug ein Rückbau vereinbart wird.

Das Haus meiner Eltern steht in Kell mit Bad Tönisstein und hat ein sehr kleines Bad. Was ist dort sinnvoll?

In den alten, oft massiv gebauten Häusern des Stadtteils entscheidet der Vor-Ort-Termin: Deckenkonstruktion, Leitungszustand und Raummaße bestimmen, ob eine bodengleiche Dusche möglich ist oder eine Systemlösung mit flacher Duschtasse die robustere Wahl ist. Der Zuschuss der Pflegekasse ist davon unabhängig – förderfähig ist die wohnumfeldverbessernde Maßnahme, nicht eine bestimmte Bauart.

Wo stelle ich den Antrag und wer berät mich in Andernach kostenlos?

Den Zuschuss beantragen Sie bei der Pflegekasse des pflegebedürftigen Menschen. Kostenlos beraten die Pflegeberaterinnen und -berater Ihrer Kasse sowie die Pflegestützpunkte im Landkreis Mayen-Koblenz. Zur ISB-Förderung des Landes Rheinland-Pfalz informieren die Stadtverwaltung Andernach (Läufstraße 11) und die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz.

Was passiert, wenn noch kein Pflegegrad vorliegt?

Stellen Sie den Antrag auf Pflegegrad bei der Pflegekasse. Ein Gutachter kommt nach Hause und bewertet die Selbstständigkeit im Alltag. Schon Pflegegrad 1 öffnet den Zugang zum Badumbau-Zuschuss. Rechnen Sie für die Begutachtung und Entscheidung einige Wochen ein – der Antrag gehört an den Anfang, nicht ans Ende Ihrer Planung.

Gibt es in Andernach neben der Pflegekasse weitere Zuschüsse für den Badumbau?

Ja – das Modernisierungsprogramm des Landes Rheinland-Pfalz über die ISB fördert den Badumbau mit einem nicht zurückzuzahlenden Zuschuss von 25 Prozent, wenn die Maßnahme zwischen 2.000 € und 10.000 € pro Wohnung liegt. Die Förderung ist einkommensabhängig; alternativ gibt es ein Zinsgarantiedarlehen über die Hausbank. Den bundesweiten KfW-Zuschuss 455-B hat die KfW dagegen seit dem 31.07.2026 gestoppt[3].

Kann ich den Pflegekassen-Zuschuss mit der ISB-Förderung kombinieren?

Das müssen Sie vor dem Antrag individuell klären – fragen Sie bei der Stadtverwaltung Andernach beziehungsweise der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz und Ihrer Pflegekasse nach, wie sich die Leistungen in Ihrem Fall zueinander verhalten. Die Reihenfolge ist immer dieselbe: erst die Förderzusagen einholen, dann beauftragen.

Zahlt die Krankenkasse etwas zum Badumbau?

Nein, nicht zu den Umbaukosten. Die Krankenkasse übernimmt nur Hilfsmittel im Sinne von § 33 SGB V[5] – etwa einen Duschhocker oder einen Badewannenlifter. Diese werden im Regelfall mit ärztlicher Verordnung beschafft; eine generelle Verordnungspflicht besteht nicht, die Krankenkasse verlangt häufig eine Genehmigung. Für den Umbau selbst ist die Pflegekasse mit dem Zuschuss nach § 40 SGB XI[1] zuständig.

Wie lange dauert es, bis der Zuschuss ausgezahlt wird?

Für die Zusage sollten Sie einige Wochen einplanen; nach Einreichung der Rechnungen dauert die Auszahlung meist weitere Wochen. Deshalb gilt: vom gewünschten Umbautermin rückwärts planen und den Antrag an den Anfang stellen – wer erst nach dem Umbau zur Pflegekasse geht, verliert den Anspruch.

Fazit

Der Badumbau in Andernach lässt sich mit dem Zuschuss der Pflegekasse von bis zu 4.180 €[1] – bei mehreren Pflegebedürftigen in einer gemeinsamen Wohnung bis zu 16.720 € – deutlich günstiger realisieren, als viele Familien erwarten. Der Schlüssel liegt in der Reihenfolge: Pflegegrad klären, Kostenvoranschlag einreichen, Zusage abwarten, dann beauftragen. Wer als Andernacher zusätzlich die ISB-Förderung des Landes Rheinland-Pfalz prüft und den Lohnanteil steuerlich geltend macht, senkt den Eigenanteil ein weiteres Stück. So bleibt das eigene Haus – ob in der Altstadt zwischen Stadtmauer und Mariendom, im Rheindorf Namedy neben Burg und Geysir oder im Einfamilienhaus in Eich, Kell oder Miesenheim – auch im Alter ein sicherer Ort.

Quellen

  • § 40 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Zuschuss 4.180 € / 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  • ISB Rheinland-Pfalz, Modernisierungsprogramm – altengerecht und barrierefrei wohnen (Zinsgarantiedarlehen 460 €/m², 1,7 %, Investitionszuschuss 25 %): https://isb.rlp.de/presse/detailansicht/komfortabel-altengerecht-und-barrierefrei-wohnen-finanziert-mit-den-foerdermitteln-des-landes-rh.html
  • KfW, Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026: https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  • KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
  • § 554 BGB (Erlaubnis des Vermieters): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html
  • § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html
  • § 33 SGB V (Hilfsmittel der Krankenkasse): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__33.html
  • pflege.de, „Wanne raus, Dusche rein“ (Kosten-Richtwerte 4.000–6.000 €): https://www.pflege.de/barrierefreies-wohnen/badezimmer/wanne-zur-dusche/
  • Stadt Andernach, Stadtgeschichte und „Andernach in Zahlen“: https://www.andernach.de/stadt/andernach-geschichtlich/ und https://www.andernach.de/stadt/andernach-in-zahlen/
  • Wikipedia, Andernach (Stadtteile, Geschichte, Alter Krahnen, Burg Namedy): https://de.wikipedia.org/wiki/Andernach
  • Wikipedia, Geysir Andernach (höchster Kaltwassergeysir der Welt): https://de.wikipedia.org/wiki/Geysir_Andernach

Stand: September 2026. Kostenangaben sind Richtwerte; Förderprogramme können sich ändern – vor Antragstellung aktuelle Konditionen prüfen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Quellennachweise

  1. § 40 Abs. 4 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen; Zuschuss bis 4.180 € je Pflegebedürftigem, bis 16.720 € je Maßnahme bei mehreren Pflegebedürftigen in einer gemeinsamen Wohnung): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  2. KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (zinsgünstiges Darlehen bis 50.000 € je Wohneinheit, weiterhin offen): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
  3. KfW, Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026 – seitdem keine neuen Anträge, 2026er-Mittel ausgeschöpft (Konditionen des ausgesetzten Programms: 10 %, max. 2.500 €; Stand: September 2026): https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  4. § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen: 20 % der Arbeitskosten, max. 1.200 €/Jahr): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html
  5. § 33 SGB V (Hilfsmittel der Krankenkasse): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__33.html
  6. § 554 BGB (Anspruch auf Erlaubnis baulicher Veränderungen für die Nutzung durch Menschen mit Behinderung bzw. pflegebedürftige Personen): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html

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