Badumbau in Recklinghausen: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026)

Von Rainer Brettner, Beratung & Redaktion·Stand: September 2026·ca. 9 Min. Lesezeit

VorherBadumbau in Recklinghausen: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026) – Vorher: Badewanne mit hohem Rand
NachherBadumbau in Recklinghausen: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026) – Nachher: bodengleiche Dusche
Wanne raus, bodengleiche Dusche rein: Der ebenerdige Einstieg senkt die Sturzgefahr deutlich.

Recklinghausen ist mit rund 110.000 Einwohnern die größte Stadt des Vest und Kreisstadt des gleichnamigen Kreises im nördlichen Ruhrgebiet. Die Stadt ist geprägt von einer langen Bergbaugeschichte: Zechensiedlungen, Genossenschaftswohnungen und Arbeiterhäuser der 1920er- bis 1960er-Jahre bestimmen weite Teile des Wohnbestands – daneben gibt es Einfamilienhausgebiete in den Stadtteilen. Viele Bäder in diesen Häusern stammen aus der Bauzeit: kleine Grundrisse, eine Badewanne als Standard, wenig Bewegungsfläche. Wer im Alter sicher wohnen bleiben möchte, stößt dort schnell an die Grenzen – und Stürze über den Wannenrand gehören zu den häufigsten Unfallursachen im Haushalt. Ein flacher oder ebenerdiger Duscheinstieg senkt dieses Risiko deutlich und erleichtert die Körperpflege, auch wenn Angehörige helfen. Dieser Ratgeber fasst zusammen, wie der Umbau der Wanne zur Dusche in Recklinghausen typischerweise abläuft, was er kostet, welche Förderung es gibt und worauf Sie bei der Auswahl der Fachfirma achten sollten.

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Warum eine Fachfirma vor Ort beauftragen?

  • Kurze Wege: Ein Betrieb aus Recklinghausen oder dem Umkreis ist schnell vor Ort – für den Ersttermin, Rückfragen und eventuelle Nachbesserungen.
  • Ortskenntnis: Fachleute aus der Region kennen die typischen Gebäude – von der Zechensiedlung über die Genossenschaftswohnung der 1950er-Jahre bis zum Reihenhaus in Hillen oder Hochlarmark – und die üblichen Probleme wie alte Leitungen, knappe Raummaße oder unebene Böden.
  • Keine langen Anfahrten: Bei einem Anbieter aus der Region entfallen Anfahrtskosten – das spart Geld.
  • Erreichbarkeit: Ein lokaler Ansprechpartner bleibt auch bei Gewährleistungsfragen erreichbar – ein Fernangebot nach Fotos nicht. Untergrund, Leitungsführung und Raummaße lassen sich am Bildschirm nicht zuverlässig beurteilen.

Typische Ausgangslage in Recklinghausen

  • Zechensiedlungen und Genossenschaften: Viele Wohnungen gehören Genossenschaften oder großen Vermietern. Mieter brauchen die Erlaubnis des Vermieters; nach § 554 BGB besteht ein Anspruch auf Zustimmung, wenn der Umbau der Nutzung durch Menschen mit Behinderung bzw. pflegebedürftige Personen dient[1]. Stellen Sie die Anfrage schriftlich und legen Sie das Angebot bei. Genossenschaften haben oft eigene Regelungen zur Modernisierung – fragen Sie frühzeitig nach.
  • Kompakte Bäder: In den Siedlungshäusern der 1920er- bis 1960er-Jahre sind die Bäder klein und Türen teils schmal. Häufig ist eine Systemlösung mit flacher Duschtasse die pragmatische Lösung; ob eine bodengleiche Dusche möglich ist, klärt der Vor-Ort-Termin.
  • Eigenheime im Bestand: Stadtteile wie Hillen, Hochlarmark oder König Ludwig sind geprägt von Ein- und Zweifamilienhäusern, viele aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Die Bäder haben oft Standardmaße und lassen sich meist ohne großen Eingriff umbauen.
  • Eigentumswohnungen: Eigentümer sollten vor dem Umbau die Teilungserklärung prüfen; je nach Umfang der Maßnahme ist ein Beschluss der Eigentümergemeinschaft erforderlich.
  • Termine früh planen: Handwerker sind im Ruhrgebiet gut ausgelastet. Wer Förderung, Vermieterzustimmung und Firmenwahl frühzeitig klärt, vermeidet unnötige Wartezeit.

Ablauf: Vom Angebot bis zur fertigen Dusche

In Recklinghausen läuft der Umbau nach demselben Muster ab wie überall – der Ablauf im Überblick:

Schritt Was passiert Zeitaufwand
1. AnfrageFotos, Maße und Wunschtermin an eine Fachfirma sendenwenige Minuten
2. Vor-Ort-TerminVermessung, Leitungsführung, Untergrund prüfenca. 30–60 Minuten
3. Festpreisangebotinkl. Demontage, Entsorgung, Abdichtung vergleichen1–3 Werktage
4. Förderantragbei der Pflegekasse – vor Baubeginnvor dem Umbau
5. UmbauSystemlösung oft 1 Tag, geflieste Dusche mehrere Tage1–5 Tage
6. Rechnungen einreichenBelege einreichen, Zuschuss wird ausgezahltnach dem Umbau

Wichtig: Erst beauftragen, wenn die Förderzusage vorliegt – ein zu später Antrag ist der häufigste Ablehnungsgrund.

Der zeitliche Ablauf hängt von der gewählten Lösung ab: Eine Systemlösung aus Duschtasse, Wandpaneelen und Duschabtrennung ist meist an einem Tag montiert. Eine bodengleiche, geflieste Dusche benötigt mehrere Tage, weil der Bodenaufbau angepasst, abgedichtet, gefliest und verfugt werden muss.

Für einen reibungslosen Start bereiten Sie Folgendes vor:

  • Fotos von Wanne, Raum und Tür
  • Maße des Bades, möglichst mit Grundriss
  • Angaben zum Gebäudejahr und zur Wohnsituation (Miete, Genossenschaft oder Eigentum)
  • Unterlagen zum Pflegegrad oder Schwerbehindertenausweis, falls vorhanden

Die Pflegekasse zahlt den Zuschuss erst nach Abschluss der Arbeiten aus. Reichen Sie die Rechnungen vollständig ein und bewahren Sie Kostenvoranschlag und Rechnungen auf – für die Pflegekasse und für die Steuererklärung.

Förderung: Bis zu 4.180 € von der Pflegekasse, KfW-Zuschuss 455-B gestoppt

Die wichtigsten Zuschüsse gelten bundesweit – auch in Recklinghausen:

  • Pflegekasse: Mit Pflegegrad 1–5 bis zu 4.180 € für den Umbau der Badewanne zur Dusche (§ 40 Abs. 4 SGB XI), bei mehreren Pflegebedürftigen im Haushalt bis zu 16.720 €[2]. Antrag vor Baubeginn stellen. Die Pflegekasse benötigt in der Regel den Nachweis des Pflegegrads, den Kostenvoranschlag der Fachfirma und nach Abschluss die Rechnungen. Die Auszahlung erfolgt nach Einreichung der Belege – rechnen Sie mit einigen Wochen Bearbeitungszeit.
  • KfW: Der Zuschuss 455-B ist seit dem 31.07.2026 gestoppt (2026er-Mittel ausgeschöpft; Stand: September 2026) – es werden keine neuen Anträge angenommen, eine Wiederaufnahme ist frühestens 2027 möglich[3]. Der zinsgünstige Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (bis 50.000 € je Wohneinheit) läuft weiter und bleibt die offene Alternative – auch ohne Pflegegrad[4].
  • Land NRW: Die NRW.BANK bietet zinsgünstige Darlehen (etwa NRW.BANK.Gebäudesanierung) auch für altersgerechte Umbauten, Antrag über die Hausbank (nrwbank.de).
  • Kommune und Beratung: Auch die Stadt Recklinghausen und der Kreis informieren zu barrierearmem Wohnen; einzelne Beratungs- und Zuschussangebote ändern sich regelmäßig – fragen Sie dort gezielt nach. Die Wohnberatung des Ruhrgebiets hilft oft kostenlos bei der Planung.
  • Steuer: Die Lohnkosten der Handwerkerleistung sind nach § 35a EStG zu 20 Prozent absetzbar, maximal 1.200 € pro Jahr[5]. Dafür muss der Lohnanteil auf der Rechnung separat ausgewiesen sein – bitten Sie die Fachfirma darum.

Eine Übersicht aller Fördermöglichkeiten finden Sie auf unserer Seite zu Zuschüssen für barrierearme Badumbauten: Förderung & Zuschüsse.

Kostenrahmen: Was der Umbau in Recklinghausen kostet

Als Orientierung für Recklinghausen gelten diese Spannen (Stand 2026):

Ausführung Kostenrahmen
Systemlösung mit Duschtasse und Wandpaneelenca. 3.000–5.000 €
Bodengleiche, geflieste Duscheca. 5.000–8.000 €
Übliche Pauschale im Standardfallca. 4.000–6.000 €

Quellen: pflege.de, altersgerecht-modernisieren.de (Kostenübersicht 2026).

Die tatsächlichen Kosten hängen von Raumgröße, Untergrund, Materialwahl und dem Umfang der Nebenarbeiten ab. In den genannten Spannen sind Demontage der Wanne, Entsorgung, Abdichtung und die neue Dusche in der Regel enthalten – sofern das Angebot sie ausdrücklich aufführt. Zusätzlich können Kosten entstehen für Elektroarbeiten, einen neuen Handtuchheizkörper oder Duschabtrennungen mit Sondermaßen.

Die Einzelpositionen im Überblick (Richtwerte)

Position Rahmen
Demontage und Entsorgung der alten Wanneca. 300–600 €
Abdichtung des Duschbereichs (DIN 18534)ca. 400–900 €
Fliesen- und Fugarbeitenca. 800–2.000 €
Armatur und Duschabtrennungca. 300–900 €
Elektroarbeiten, falls nötigca. 200–600 €

Holen Sie mindestens drei Angebote ein und vergleichen Sie die Leistungsverzeichnisse Punkt für Punkt – das günstigste Angebot ist nicht automatisch das beste. Lassen Sie sich zusichern, dass Nachträge nur im Ausnahmefall entstehen. Ein Betrieb aus Recklinghausen spart zudem Anfahrtskosten.

Fallbeispiel: Badumbau in Recklinghausen-Hochlarmark

Ein Ehepaar aus dem Stadtteil Hochlarmark wollte die Badewanne im Reihenhaus durch eine ebenerdige Dusche ersetzen – die Ehefrau hatte Pflegegrad 3 und nutzte einen Rollator. Drei Betriebe kamen zur Besichtigung. Gewählt wurde ein Betrieb aus dem Umkreis mit einem Festpreisangebot über 6.800 € inklusive Demontage, Entsorgung, Abdichtung nach DIN 18534, Fliesen, Armatur und Duschabtrennung; zusätzlich wurde ein Haltegriff montiert. Den Förderantrag stellte die Familie vor Baubeginn bei der Pflegekasse; nach Einreichen der Rechnungen wurden 4.180 €[2] ausgezahlt. Der Umbau dauerte vier Tage, weil der Bodenaufbau angepasst werden musste. Anfahrtskosten entfielen – der Betrieb sitzt in der Nachbarstadt.

Checkliste: Fachfirma vor Ort auswählen

Vor Vertragsabschluss klären:

  • [ ] Vor-Ort-Termin: Ein seriöses Angebot entsteht erst nach Besichtigung – Untergrund und Maße lassen sich nicht per Foto beurteilen.
  • [ ] Festpreisangebot: Mit Demontage, Entsorgung, Abdichtung, Armaturen; Nachträge nur im Ausnahmefall.
  • [ ] Anfahrtskosten: Bei einem Betrieb aus Recklinghausen oder dem Umkreis entfallen lange Anfahrtswege.
  • [ ] Referenzen: Nach abgeschlossenen Umbauten in Recklinghausen und Umgebung fragen.
  • [ ] Abdichtung: Duschbereich fachgerecht abdichten lassen (DIN 18534) – die häufigste Fehlerquelle.
  • [ ] Versicherung und Gewährleistung: Haftung bei Schäden und Garantie auf die Arbeit klären.
  • [ ] Förderung: Pflegekassen-Antrag vor dem Baubeginn stellen, Rechnungen für den Zuschuss sammeln.
  • [ ] Mietrechtliche Zustimmung: Als Mieter oder Genossenschaftsmitglied die Erlaubnis des Vermieters schriftlich einholen, bevor der Termin festgelegt wird.
  • [ ] Lohnkostenanteil: Auf der Rechnung separat ausweisen lassen – für die Steuererklärung (§ 35a EStG).
  • [ ] Terminplan: Schriftlichen Terminplan und Ansprechpartner für den Umbautag vereinbaren.

Fragen und Antworten

Kann ich als Mieter einer Genossenschaftswohnung in Recklinghausen das Bad umbauen lassen?

Ja, mit der Zustimmung der Genossenschaft beziehungsweise des Vermieters. Die Erlaubnis kann nach § 554 BGB verlangt werden, wenn der Umbau der Nutzung durch Menschen mit Behinderung bzw. pflegebedürftige Personen dient[1]. Stellen Sie die Anfrage schriftlich und legen Sie das Angebot bei; klären Sie auch, ob bei einem Auszug ein Rückbau vereinbart wird.

Was kostet der Badumbau in Recklinghausen?

Orientierung: Systemlösung ca. 3.000–5.000 €, bodengleiche geflieste Dusche ca. 5.000–8.000 €, im Standardfall ca. 4.000–6.000 €. Ein Festpreisangebot nach Vor-Ort-Termin schafft Klarheit.

Gibt es die Förderung auch ohne Pflegegrad?

Der Zuschuss der Pflegekasse setzt einen Pflegegrad voraus. Ohne Pflegegrad kommt der zinsgünstige KfW-Kredit 159 in Frage (bis 50.000 € je Wohneinheit)[4]; der Zuschuss 455-B ist seit dem 31.07.2026 gestoppt (2026er-Mittel ausgeschöpft; Stand: September 2026)[3].

Passt eine bodengleiche Dusche in ein kompaktes Siedlungsbad?

Häufig ja – das entscheidet der Bodenaufbau, den die Fachkraft beim Vor-Ort-Termin prüft. Bei geringer Aufbauhöhe sind Systemlösungen mit sehr flacher Duschtasse die Alternative.

Lassen sich Pflegekasse und KfW-Förderung kombinieren?

Ja. Der Zuschuss der Pflegekasse und der KfW-Kredit 159 schließen sich nicht aus. Die Reihenfolge ist wichtig: erst die Förderzusage, dann der Baubeginn.

Fazit

Recklinghausen hat viele kompakte Bäder aus der Zeit des Bergbaus – und ein gutes Angebot an Fachbetrieben im Umkreis. Wer als Mieter früh die Zustimmung des Vermieters oder der Genossenschaft holt, den Vor-Ort-Termin ernst nimmt und den Förderantrag vor dem Baubeginn stellt, bekommt eine sichere Dusche ohne böse Überraschungen. Mit Pflegegrad zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 €[2], ohne Pflegegrad hilft der KfW-Kredit 159[4]. So wird aus der alten Wanne eine Dusche, die viele Jahre sicher bleibt.

Quellen

  • § 40 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Zuschuss 4.180 € / 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  • KfW, Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026: https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  • KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
  • NRW.BANK, „Altersgerechter und behindertengerechter Umbau“: https://www.nrwbank.de/de/privatpersonen/wohneigentum-gestalten/barrierefrei-umbauen/
  • § 554 BGB (Erlaubnis des Vermieters): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html
  • § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html
  • pflege.de, „Wanne raus, Dusche rein“ (Kosten 4.000–6.000 €): https://www.pflege.de/barrierefreies-wohnen/badezimmer/wanne-zur-dusche/

Stand: September 2026. Förderprogramme können sich ändern; vor Antragstellung aktuelle Konditionen prüfen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Quellennachweise

  1. § 554 BGB (Erlaubnisanspruch des Mieters bei Barrierereduzierung): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html
  2. § 40 Abs. 4 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen; Zuschuss bis 4.180 €, bei mehreren Pflegebedürftigen bis 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  3. KfW, Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026 (Stand: September 2026): https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  4. KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (zinsgünstiges Darlehen bis 50.000 € je Wohneinheit): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
  5. § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen, 20 % der Lohnkosten, max. 1.200 €/Jahr): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html

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