Badumbau in Hannover: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026)

Von Rainer Brettner, Beratung & Redaktion·Stand: September 2026·ca. 9 Min. Lesezeit

VorherBadumbau in Hannover: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026) – Vorher: Badewanne mit hohem Rand
NachherBadumbau in Hannover: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026) – Nachher: bodengleiche Dusche
Wanne raus, bodengleiche Dusche rein: Der ebenerdige Einstieg senkt die Sturzgefahr deutlich.

Hannover ist eine Stadt des Wiederaufbaus: Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden Innenstadt und viele zentrale Viertel neu, dazu kamen die großen Siedlungen der 1960er- und 1970er-Jahre wie Mühlenberg oder Oberricklingen. Rund 540.000 Menschen leben in der Landeshauptstadt Niedersachsens, viele davon in Mietwohnungen – in dicht besiedelten Stadtteilen wie der List oder Vahrenwald ebenso wie in den gründerzeitlichen Quartieren von Linden. In den Bädern aus den 1950er- bis 1970er-Jahren steht vielerorts noch die Badewanne, die sich mit der richtigen Planung in eine sichere Dusche verwandeln lässt. Die Pflegekasse bezuschusst den Umbau bundesweit mit bis zu 4.180 €[1]; ein eigenes Zuschussprogramm des Landes Niedersachsen für den privaten Badumbau gibt es derzeit nicht dokumentiert. Dieser Ratgeber zeigt, wie der Umbau in Hannover abläuft und worauf Sie achten sollten.

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Was der Badumbau in Hannover kostet

Als Orientierung für Hannover gelten diese Spannen (Stand 2026):

Ausführung Kostenrahmen
Systemlösung mit Duschtasse und Wandpaneelenca. 3.000–5.000 €
Bodengleiche, geflieste Duscheca. 5.000–8.000 €
Übliche Pauschale im Standardfallca. 4.000–6.000 €

Quellen: pflege.de, altersgerecht-modernisieren.de (Kostenübersicht 2026).

Die tatsächlichen Kosten hängen von Raumgröße, Untergrund, Materialwahl und dem Umfang der Nebenarbeiten ab. In den genannten Spannen sind Demontage der Wanne, Entsorgung, Abdichtung und die neue Dusche in der Regel enthalten – sofern das Angebot sie ausdrücklich aufführt. Zusätzlich können Elektroarbeiten, ein neuer Handtuchheizkörper, Duschabtrennungen mit Sondermaßen oder Fliesenarbeiten über den Duschbereich hinaus anfallen. Holen Sie mindestens drei Angebote ein und vergleichen Sie die Leistungsverzeichnisse Punkt für Punkt – das günstigste Angebot ist nicht automatisch das beste. Lassen Sie sich zusichern, dass Nachträge nur im Ausnahmefall entstehen.

So wohnt Hannover: Vom Nachkriegsbau bis zur Großsiedlung

  • Viele Mietwohnungen: Ein großer Teil der Haushalte wohnt zur Miete. Mieter brauchen die Erlaubnis des Vermieters; bei Pflegebedürftigkeit oder Behinderung besteht nach § 554 BGB[2] ein Anspruch auf Zustimmung. Stellen Sie die Anfrage schriftlich und legen Sie das Angebot bei.
  • Nachkriegsbauten in der Innenstadt: Die Innenstadt und viele zentrale Viertel wurden nach dem Krieg neu aufgebaut. Typisch sind Bäder aus den 1950er- bis 1970er-Jahren mit Wanne, kleinen Grundrissen und unebenen Untergründen.
  • Gründerzeitliche Quartiere: In Linden und Teilen der List stehen gründerzeitliche Häuser mit kompakten Bädern, schmalen Türen und oft Holzbalkendecken.
  • Großsiedlungen: Mühlenberg, Oberricklingen und andere Siedlungen der 1960er/70er-Jahre haben genormte Bäder; bodengleiche Duschen sind hier häufig gut machbar.
  • Eigentumswohnungen: Eigentümer prüfen vor dem Umbau die Teilungserklärung; je nach Umfang ist ein Beschluss der Eigentümergemeinschaft erforderlich.
  • Termine früh planen: Handwerker sind in Hannover und Umgebung gut ausgelastet. Wer Förderung, Vermieterzustimmung und Firmenwahl frühzeitig klärt, vermeidet unnötige Wartezeit.

Warum eine Fachfirma aus Hannover?

  • Kurze Wege: Ein Betrieb aus Hannover ist schnell vor Ort – für den Ersttermin, Rückfragen und eventuelle Nachbesserungen.
  • Ortskenntnis: Fachleute aus der Region kennen die typischen Gebäude – vom Nachkriegsbau über das gründerzeitliche Quartier bis zur Großsiedlung – und die üblichen Probleme wie alte Leitungen, Holzbalkendecken oder knappe Raummaße.
  • Keine langen Anfahrten: Bei einem Anbieter aus der Region entfallen Anfahrtskosten.
  • Erreichbarkeit: Ein lokaler Ansprechpartner bleibt auch bei Gewährleistungsfragen erreichbar – ein Fernangebot nach Fotos nicht.

Ein Angebot, das nur anhand von Fotos erstellt wird, kann die Gegebenheiten vor Ort nicht beurteilen: Untergrund, Leitungsführung und Raummaße sind am Bildschirm nicht zuverlässig zu bewerten. Deshalb lohnt sich der Vergleich von Betrieben aus Hannover und dem unmittelbaren Umkreis.

Förderung in Hannover: Was 2026 möglich ist

Die wichtigsten Zuschüsse gelten bundesweit – auch in Hannover:

  • Pflegekasse: Mit Pflegegrad 1–5 bis zu 4.180 €[1] für den Umbau der Badewanne zur Dusche (§ 40 Abs. 4 SGB XI), bei mehreren Pflegebedürftigen im Haushalt bis zu 16.720 €[1]. Antrag vor Baubeginn stellen; benötigt werden der Nachweis des Pflegegrads, der Kostenvoranschlag und nach Abschluss die Rechnungen. Die Auszahlung erfolgt nach Einreichung der Belege.
  • KfW: Der Zuschuss 455-B ist seit dem 31.07.2026 gestoppt – die 2026er-Mittel sind ausgeschöpft, neue Anträge werden keine angenommen (Stand: September 2026)[3]. Der zinsgünstige Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen" (bis 50.000 € je Wohneinheit)[4] läuft weiter, ohne Pflegegrad.
  • Land Niedersachsen: Ein eigenes Zuschussprogramm des Landes für den privaten barrierearmen Badumbau ist derzeit nicht dokumentiert. Das Land bündelt seine Maßnahmen unter „Niedersachsen baut Barrieren ab"; die Wohnraumförderung des Landes läuft über die NBank (nbank.de). Auch die Wohnberatungsstellen in Hannover beraten kostenlos zu barrierearmem Wohnen.
  • Steuer: Die Lohnkosten der Handwerkerleistung sind nach § 35a EStG zu 20 Prozent absetzbar, maximal 1.200 € pro Jahr[5] – vorausgesetzt, der Lohnanteil ist auf der Rechnung separat ausgewiesen.

Eine Übersicht aller Fördermöglichkeiten finden Sie auf unserer Seite zu Zuschüssen für barrierearme Badumbauten: Förderung & Zuschüsse.

Der Ablauf in Hannover Schritt für Schritt

Schritt Was passiert Zeitaufwand
1. AnfrageFotos, Maße und Wunschtermin an eine Fachfirma sendenwenige Minuten
2. Vor-Ort-TerminVermessung, Leitungsführung, Untergrund prüfenca. 30–60 Minuten
3. Festpreisangebotinkl. Demontage, Entsorgung, Abdichtung vergleichen1–3 Werktage
4. Förderantragbei der Pflegekasse – vor Baubeginnvor dem Umbau
5. UmbauSystemlösung oft 1 Tag, geflieste Dusche mehrere Tage1–5 Tage
6. Rechnungen einreichenBelege einreichen, Zuschuss wird ausgezahltnach dem Umbau

Wichtig: Erst beauftragen, wenn die Förderzusage vorliegt – ein zu später Antrag ist der häufigste Ablehnungsgrund. Eine Systemlösung aus Duschtasse, Wandpaneelen und Duschabtrennung ist meist an einem Tag montiert; eine bodengleiche, geflieste Dusche benötigt mehrere Tage. Planen Sie für die Bauzeit ein Ersatzbad ein. Bereiten Sie Fotos von Wanne, Raum und Tür, die Maße des Bades, Angaben zum Gebäudejahr und zur Wohnsituation sowie Unterlagen zum Pflegegrad vor.

Hannoversche Stadtteile: Bausubstanz im Überblick

Stadtteil Charakter Typische Bausubstanz
Linden-LimmerHistorisches ArbeiterquartierGründerzeit und Nachkriegsbau, kompakte Bäder
List, VahrenwaldDicht besiedelte InnenstadtviertelAltbau und Nachkriegsbau, viele Mietwohnungen
Döhren, KirchrodeWohnviertel im SüdenGründerzeitliche Villen und Einfamilienhäuser
MühlenbergGroßsiedlung der 1960er/70erMehrfamilienhäuser mit genormten Bädern
Oberricklingen, AhlemSiedlungsgebiete am StadtrandNachkriegsbau und Einfamilienhäuser

Quelle: hannover.de, Stadtteilporträts.

Nachkriegsbau und Großsiedlung: Worauf die Firma achten muss

Die Bäder in Hannovers Nachkriegsbauten stammen oft noch aus den 1950er- bis 1970er-Jahren: Wanne, kleine Grundrisse, unebene Untergründe und nicht selten veraltete Leitungen. Beim Umbau lohnt sich der Blick auf die Anschlüsse: Sind die Wasser- und Abwasserleitungen noch aus der Bauzeit, kann ein Teil der Kosten für Leitungserneuerung anfallen, bevor die neue Dusche eingebaut wird. In den Großsiedlungen wie Mühlenberg sind die Bäder dagegen genormt und kompakt; hier entscheiden Leitungsführung und Estrich, ob eine bodengleiche Dusche möglich ist. Lassen Sie sich im Vor-Ort-Termin ausdrücklich sagen, welche Variante zu Ihrer Deckenkonstruktion passt, und bestehen Sie auf einer fachgerechten Abdichtung nach DIN 18534.

Checkliste: Fachfirma in Hannover auswählen

  • [ ] Vor-Ort-Termin: Ein seriöses Angebot entsteht erst nach Besichtigung – Untergrund und Maße lassen sich nicht per Foto beurteilen.
  • [ ] Festpreisangebot: Mit Demontage, Entsorgung, Abdichtung, Armaturen; Nachträge nur im Ausnahmefall.
  • [ ] Anfahrtskosten: Bei einem Betrieb aus Hannover oder dem Umkreis entfallen lange Anfahrtswege.
  • [ ] Referenzen: Nach abgeschlossenen Umbauten in Hannover und Umgebung fragen.
  • [ ] Abdichtung: Duschbereich fachgerecht abdichten lassen (DIN 18534) – die häufigste Fehlerquelle.
  • [ ] Versicherung und Gewährleistung: Haftung bei Schäden und Garantie auf die Arbeit klären.
  • [ ] Förderung: Pflegekassen-Antrag vor dem Baubeginn stellen, NBank-Angebote prüfen.
  • [ ] Mietrechtliche Zustimmung: Als Mieter die Erlaubnis des Vermieters schriftlich einholen.
  • [ ] Lohnkostenanteil: Auf der Rechnung separat ausweisen lassen – für die Steuererklärung (§ 35a EStG).
  • [ ] Terminplan: Schriftlichen Terminplan und Ansprechpartner für den Umbautag vereinbaren.

Die häufigsten Fragen

Kann ich in meiner Hannoveraner Mietwohnung das Bad umbauen?

Ja, mit der Zustimmung des Vermieters. Bei Pflegebedürftigkeit oder Behinderung kann die Erlaubnis verlangt werden (§ 554 BGB[2]). Stellen Sie die Anfrage schriftlich und legen Sie das Angebot bei; klären Sie gleichzeitig, ob bei einem späteren Auszug ein Rückbau vereinbart wird.

Welche Duschvariante passt zu einem kompakten Altbau-Bad?

Meist eine Systemlösung mit flacher Duschtasse und Wandpaneelen – schnell montiert, ohne Eingriff in den Boden. Ob eine bodengleiche Dusche möglich ist, klärt der Vor-Ort-Termin, weil Deckenkonstruktion und Estrich entscheidend sind.

Gilt der Pflegekassen-Zuschuss auch in Hannover?

Ja. Bis zu 4.180 €[1] nach § 40 Abs. 4 SGB XI, bundesweit – mit Pflegegrad 1–5 und Antrag vor dem Baubeginn.

Brauche ich einen Pflegegrad für die Förderung?

Für den Zuschuss der Pflegekasse ja. Ohne Pflegegrad bleibt der zinsgünstige KfW-Kredit 159[4]; der Zuschuss 455-B ist seit dem 31.07.2026 gestoppt (2026er-Mittel ausgeschöpft; Stand: September 2026)[3]. Einen Pflegegrad beantragen Sie bei Ihrer Pflegekasse – die Beratung ist kostenlos.

Gibt es in Niedersachsen eine eigene Landesförderung für den Badumbau?

Ein eigenes Zuschussprogramm des Landes für den privaten barrierearmen Badumbau ist derzeit nicht dokumentiert. Die Wohnraumförderung läuft über die NBank; fragen Sie außerdem bei den Wohnberatungsstellen in Hannover nach.

Wie lange dauert der Umbau in Hannover?

Eine Systemlösung ist oft in einem Tag montiert. Für eine bodengleiche, geflieste Dusche planen Sie mehrere Tage ein, inklusive Trocknungs- und Austrocknungszeiten.

Fazit

Hannover hat viele Bäder, die sich gut umbauen lassen – vom Nachkriegs-Bad in der List bis zur genormten Nasszelle in Mühlenberg. Wer Vor-Ort-Termin, Festpreisangebot und Förderantrag vor dem Baubeginn einplant und als Mieter früh die Zustimmung des Vermieters holt, bekommt eine sichere Dusche ohne böse Überraschungen. In älteren Nachkriegsbauten lohnt der Blick auf die Leitungen, bevor die neue Dusche eingebaut wird. Die wichtigsten Schritte lassen sich in wenigen Wochen erledigen: Angebote vergleichen, Förderung beantragen, bauen lassen. So wird aus der alten Wanne eine Dusche, die viele Jahre sicher bleibt.

Quellen

  • § 40 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Zuschuss 4.180 € / 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  • KfW, Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026: https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  • KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen": https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
  • NBank Niedersachsen, Wohnraumförderung: https://www.nbank.de
  • § 554 BGB (Erlaubnis des Vermieters): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html
  • § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html
  • pflege.de, „Wanne raus, Dusche rein" (Kosten 4.000–6.000 €): https://www.pflege.de/barrierefreies-wohnen/badezimmer/wanne-zur-dusche/
  • Landeshauptstadt Hannover, Stadtteile: https://de.wikipedia.org/wiki/Vahrenwald-List

Stand: September 2026. Förderprogramme können sich ändern; vor Antragstellung aktuelle Konditionen prüfen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Quellennachweise

  1. § 40 Abs. 4 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Zuschuss bis 4.180 € / 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  2. § 554 BGB (Erlaubnis baulicher Veränderungen für Menschen mit Behinderung bzw. pflegebedürftige Personen): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html
  3. KfW, Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026 (Stand: September 2026): https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
  4. KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ (bis 50.000 € je Wohneinheit): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
  5. § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html

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