Badumbau in Gießen: Wanne zur Dusche umbauen – Kosten, Ablauf und Förderung (2026)


Gießen ist mit rund 95.000 Einwohnern das Zentrum Mittelhessens – eine Universitätsstadt an der Lahn mit der Justus-Liebig-Universität, der Technischen Hochschule Mittelhessen und einer langen Tradition als Wohn- und Arbeitsort. Die historische Innenstadt wurde im Dezember 1944 bei einem Luftangriff weitgehend zerstört; der Wiederaufbau der Nachkriegszeit prägt das Stadtbild bis heute. Rund um die Kernstadt liegen die ehemals selbstständigen Orte Wieseck und Kleinlinden im Nordosten beziehungsweise Süden sowie Allendorf an der Lahn, Rödgen und Lützellinden, die in den 1970er-Jahren eingemeindet wurden. Dazu kommt eine ausgeprägte Mietwohnungskultur: Viele Gießenerinnen und Gießener wohnen zur Miete, ein großer Teil der Wohnungen ist klein geschnitten. Wer hier die Wanne zur Dusche umbauen möchte, findet in den Nachkriegsquartieren der Innenstadt ebenso passende Lösungen wie in den Wohngebieten der Stadtteile – und sollte einen Betrieb wählen, der die Gießener Bausubstanz kennt.
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Warum eine Fachfirma aus Gießen oder dem Landkreis?
- Ortskenntnis: Ein Betrieb aus Gießen oder dem Landkreis kennt die typischen Bauten – von den Nachkriegsblocks rund um die Innenstadt über die Zeilenbauten der 1960er- und 1970er-Jahre bis zu den Einfamilienhäusern in Wieseck, Kleinlinden oder Rödgen.
- Kurze Wege: Vor-Ort-Termine, Rückfragen und Nachbesserungen sind ohne lange Anfahrten machbar – das spart Kosten.
- Verlässliche Ansprechpartner: Wer in der Region ansässig ist, bleibt auch bei Gewährleistungsfragen erreichbar. Angebote, die nur auf Fotos basieren, können Untergrund und Raummaße nicht seriös beurteilen.
- Empfehlungen aus der Nachbarschaft: In Gießen funktioniert vieles über Empfehlungen – ein Grund mehr, auf Betriebe mit Referenzen aus der Stadt und dem Umland zu setzen.
Typische Ausgangslage in Gießen
- Viele Mietwohnungen: Studierende und Berufstätige prägen den Wohnungsmarkt; ein großer Teil der Haushalte wohnt zur Miete. Mieter benötigen die schriftliche Zustimmung des Vermieters; bei Pflegebedürftigkeit greift der Anspruch aus § 554 BGB[1].
- Nachkriegs- und Bestandsbauten: Weite Teile der Innenstadt und der angrenzenden Bezirke stammen aus den 1950er- bis 1970er-Jahren. Serielle Bäder mit Wanne sind Standard – der Umbau gelingt hier meist unkompliziert.
- Wohnquartiere der 1960er- und 1970er-Jahre: In mehreren Stadtteilen entstanden damals zusammenhängende Wohngebiete mit Zeilenbauten und einzelnen Hochhäusern; Betondecken erlauben häufig eine bodengleiche Dusche.
- Ehemalige Kasernenflächen: Nach dem Abzug der US-Streitkräfte 2007 wurden frühere Kasernenareale zu Wohnquartieren entwickelt – moderne Grundrisse, in denen barrierearme Bäder oft schon Standard sind.
- Eigenheime in den Stadtteilen: In Wieseck, Kleinlinden, Allendorf, Rödgen und Lützellinden dominieren Einfamilien- und Reihenhäuser – hier ist meist genug Aufbauhöhe für eine bodengleiche Dusche vorhanden.
- Eigentumswohnungen: Vor dem Umbau ist die Teilungserklärung zu prüfen; je nach Eingriff entscheidet die Eigentümergemeinschaft.
Vom Nachkriegsbau bis zum Dorf: Gießener Bausubstanz im Überblick
Die Gießener Innenstadt wurde nach der Zerstörung von 1944 in den 1950er- und 1960er-Jahren neu aufgebaut: klare Grundrisse, zentrale Versorgung, serielle Bäder. Für den Badumbau sind das gute Voraussetzungen – die Räume sind meist regelmäßig geschnitten, und weil viele Wohnungen seinerzeit mit Badewanne, aber ohne Dusche geplant wurden, ist der Tausch inzwischen einer der häufigsten Modernisierungswünsche. In den Wohngebieten der 1960er- und 1970er-Jahre in den äußeren Bezirken der Kernstadt und in den Stadtteilen gilt Ähnliches: Zeilenbauten und Wohnblocks mit Betondecken bieten meist genug Aufbauhöhe für eine bodengleiche Dusche mit Gefälle-Estrich. Wer in einem der Hochhäuser dieser Zeit wohnt, profitiert vom vorhandenen Aufzug – und sollte als Mieter zuerst bei der Wohnungsgesellschaft nachfragen, ob Modernisierungen geplant sind. In den eingemeindeten Orten Wieseck, Kleinlinden, Allendorf, Rödgen und Lützellinden stehen dagegen Einfamilien- und Reihenhäuser mit großzügigeren Bädern; hier ist der Umbau oft an einem Wochenende Planungssache – der Einbau selbst dauert je nach Lösung ein bis fünf Tage. Auch die neuen Wohnquartiere auf ehemaligen Kasernenflächen spielen für die Frage eine Rolle: Wer dorthin zieht oder dort Angehörige besucht, findet häufig bereits barrierearme Grundrisse vor.
Der Ablauf in Gießen: In sechs Schritten zur neuen Dusche
| Schritt | Was passiert | Zeitbedarf |
|---|---|---|
| 1. Anfrage | Fotos und Maße an 2–3 Fachbetriebe senden | wenige Minuten |
| 2. Vor-Ort-Termin | Untergrund, Leitungen und Raummaße prüfen | ca. 30–60 Minuten |
| 3. Festpreisangebote | inkl. Demontage, Entsorgung, Abdichtung vergleichen | 1–3 Werktage |
| 4. Förderantrag | Pflegekasse – vor Baubeginn stellen | vor dem Umbau |
| 5. Umbau | Systemlösung ca. 1 Tag, geflieste Dusche mehrere Tage | 1–5 Tage |
| 6. Belege einreichen | Rechnungen einreichen, Zuschuss wird ausgezahlt | nach dem Umbau |
Der häufigste Fehler: Der Förderantrag kommt zu spät. Erst wenn die Zusage der Pflegekasse vorliegt, sollte der Auftrag vergeben werden. Als Mieter klären Sie parallel die Vermieterzustimmung – schriftlich und mit beigefügtem Angebot.
Kosten: Was der Badumbau in Gießen kostet
| Ausführung | Kostenrahmen |
|---|---|
| Systemlösung mit Duschtasse und Wandpaneelen | ca. 3.000–5.000 € |
| Bodengleiche, geflieste Dusche | ca. 5.000–8.000 € |
| Typische Gesamtkosten im Standardfall | ca. 4.000–6.000 € |
Die Bandbreite entsteht durch Raumgröße, Untergrund, Materialwahl und Nebenarbeiten (Elektro, Heizkörper, Fliesen). Achten Sie darauf, dass Demontage, Entsorgung und Abdichtung nach DIN 18534 im Angebot stehen – sonst drohen Nachträge. Der Lohnanteil der Rechnung ist nach § 35a EStG zu 20 Prozent absetzbar (maximal 1.200 € pro Jahr)[2].
Förderung: Pflegekasse, WIBank und KfW in Hessen
- Pflegekasse: Mit Pflegegrad 1–5 bis zu 4.180 €[3] Zuschuss für den Wannenumbau (§ 40 Abs. 4 SGB XI); bei mehreren Pflegebedürftigen im Haushalt bis zu 16.720 €[3]. Antrag vor Baubeginn stellen.
- Land Hessen (WIBank): Die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen bezuschusst den behindertengerechten Umbau von selbst genutztem Wohneigentum mit bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten – für den Badumbau bis 5.500 €, insgesamt bis 15.000 € je Wohneinheit (förderfähig: Kosten zwischen 1.500 € und 30.000 €). Weil Gießen kreisangehörig ist, läuft der Antrag über die Wohnungsbauförderstelle des Landkreises Gießen – und muss vor Auftragsvergabe und Baubeginn gestellt werden (wibank.de).
- KfW: Der Zuschuss 455-B ist seit dem 31.07.2026 gestoppt[4] (2026er-Mittel ausgeschöpft; Stand: September 2026) – neue Anträge werden nicht mehr angenommen. Der zinsgünstige Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen" (bis 50.000 €[5] je Wohneinheit) läuft weiter, auch ohne Pflegegrad, über die Hausbank.
- Krankenkasse: Die gesetzliche Krankenkasse zahlt keine baulichen Maßnahmen. Als Hilfsmittel nach § 33 SGB V[6] kommt allenfalls ein einzelner Gegenstand wie ein Badewannenlifter in Betracht – klären Sie das vor dem Kauf mit Ihrer Kasse.
- Steuer: Lohnkosten der Handwerkerleistung nach § 35a EStG zu 20 Prozent absetzbar, maximal 1.200 € pro Jahr[2].
- Beratung: Die Pflegestützpunkte und die Wohnberatung in Stadt und Landkreis Gießen informieren kostenlos zu barrierearmem Wohnen.
Typische Herausforderungen in Gießen
- Hoher Mietanteil: Ohne schriftliche Vermieterzustimmung geht nichts; bei Pflegebedarf besteht jedoch ein Anspruch (§ 554 BGB[1]). Wer bei einer Wohnungsgesellschaft mietet, fragt zuerst nach Modernisierungsplänen.
- Kleine Wohnungsgrundrisse: Viele Gießener Wohnungen sind kompakt geschnitten. Wer die Wanne entfernt, gewinnt spürbar Fläche – eine flache Duschtasse statt der Wanne schafft Platz für Bewegungsraum oder Ablageflächen.
- Nachkriegsleitungen: In Bauten der 1950er- bis 1970er-Jahre entscheidet der Vor-Ort-Termin, ob die Leitungen mitgehen oder erneuert werden müssen.
- Knappe Handwerkertermine: Die Nachfrage in der Region ist hoch. Wer Angebote und Förderantrag früh startet, sichert sich die besseren Termine.
Checkliste: Fachfirma in Gießen auswählen
- [ ] Vor-Ort-Termin vereinbaren – Fotos ersetzen keine Besichtigung
- [ ] Festpreisangebot mit Demontage, Entsorgung, Abdichtung und Armaturen
- [ ] Referenzen aus Gießen und dem Landkreis zeigen lassen
- [ ] Abdichtung nach DIN 18534 festschreiben
- [ ] Versicherung und Gewährleistung klären
- [ ] Förderantrag bei der Pflegekasse vor Baubeginn stellen
- [ ] Als Mieter: Vermieterzustimmung schriftlich einholen, bei Wohnungsgesellschaften nach Modernisierungsplänen fragen
- [ ] Lohnkostenanteil für § 35a EStG separat ausweisen lassen
- [ ] Terminplan und Ansprechpartner für den Umbautag vereinbaren
Die häufigsten Fragen
Wie finde ich einen guten Badumbau-Betrieb in Gießen?
Vergleichen Sie mindestens drei Festpreisangebote, bestehen Sie auf einem Vor-Ort-Termin und fragen Sie nach Referenzen aus der Stadt und dem Landkreis – etwa aus der Innenstadt oder aus Wieseck.
Kann ich in meiner Gießener Mietwohnung das Bad umbauen?
Mit schriftlicher Zustimmung des Vermieters ja. Bei Pflegebedürftigkeit oder Behinderung können Sie die Erlaubnis nach § 554 BGB[1] verlangen. Klären Sie vorher einen eventuellen Rückbau und fragen Sie bei Wohnungsgesellschaften nach geplanten Modernisierungen.
Ist eine bodengleiche Dusche im Nachkriegsbau möglich?
In der Regel ja: Die Betondecken und Bodenaufbauten der 1950er- bis 1970er-Jahre bieten meist genug Aufbauhöhe. Das bestätigt der Vor-Ort-Termin.
Gibt es in Hessen eine eigene Förderung für den Badumbau?
Ja. Die WIBank bezuschusst den behindertengerechten Umbau von selbst genutztem Wohneigentum mit bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten – für das Bad bis 5.500 €, insgesamt bis 15.000 € je Wohneinheit. In Gießen läuft der Antrag über die Wohnungsbauförderstelle des Landkreises Gießen, vor Auftragsvergabe und Baubeginn.
Brauche ich einen Pflegegrad für eine Förderung?
Für den Zuschuss der Pflegekasse ja. Ohne Pflegegrad bleibt der zinsgünstige KfW-Kredit 159[5]; der Zuschuss 455-B ist seit dem 31.07.2026 gestoppt[4] (2026er-Mittel ausgeschöpft; Stand: September 2026) und kann nicht mehr beantragt werden. Einen Pflegegrad beantragen Sie bei Ihrer Pflegekasse – die Beratung ist kostenlos.
Was kostet der Badumbau in Gießen?
Im Standardfall ca. 4.000–6.000 € inklusive Demontage und Entsorgung; Systemlösungen beginnen bei etwa 3.000 €, geflieste bodengleiche Duschen können 8.000 € erreichen.
Wie lange dauert der Umbau?
Eine Systemlösung ist oft in einem Tag montiert. Eine geflieste, bodengleiche Dusche benötigt inklusive Trocknungszeiten mehrere Tage.
Übernimmt die Krankenkasse den Badumbau?
Nein. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt keine baulichen Maßnahmen; als Hilfsmittel nach § 33 SGB V[6] kommt allenfalls ein Badewannenlifter in Betracht. Umbaukosten tragen Pflegekasse (bis 4.180 €[3]), WIBank-Zuschuss und Eigenanteil.
Fazit
Ob im Nachkriegsbau der Innenstadt, im Wohnblock der 1970er-Jahre oder im Einfamilienhaus in Wieseck oder Kleinlinden: Gießens Bausubstanz bietet für fast jede Wohnsituation eine passende Umbau-Lösung. Entscheidend sind der ehrliche Vor-Ort-Termin, vergleichbare Festpreisangebote und der Förderantrag vor dem Baubeginn. In Hessen kommen zur Pflegekasse bis 4.180 €[3] der WIBank-Zuschuss für den behindertengerechten Umbau – in Gießen über den Landkreis zu beantragen – und die Steuerermäßigung nach § 35a EStG[2]. Wer diese Punkte einhält, bekommt eine sichere Dusche zu einem kalkulierbaren Preis.
Quellen
- § 40 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Zuschuss 4.180 € / 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
- WIBank Hessen, Behindertengerechter Umbau von Wohneigentum (Zuschuss bis 50 %, Bad bis 5.500 €, max. 15.000 €): https://www.wibank.de/wibank/behindertengerechter-umbau-von-wohneigentum
- KfW, Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html
- KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen": https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/
- § 33 SGB V (Hilfsmittel der Krankenkasse): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__33.html
- § 554 BGB (Erlaubnis des Vermieters): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html
- § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html
- pflege.de, „Wanne raus, Dusche rein" (Kosten 4.000–6.000 €): https://www.pflege.de/barrierefreies-wohnen/badezimmer/wanne-zur-dusche/
- Stadt Gießen, Stadtteile und Siedlung Petersweiher: https://www.giessen.de/
Stand: September 2026. Förderprogramme können sich ändern; vor Antragstellung aktuelle Konditionen prüfen. Alle Angaben ohne Gewähr.
Quellennachweise
- § 554 BGB (Erlaubnis baulicher Veränderungen; Nutzung durch Menschen mit Behinderung bzw. pflegebedürftige Personen): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html ↩
- § 35a EStG (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen, 20 % der Arbeitskosten, max. 1.200 €/Jahr): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html ↩
- § 40 Abs. 4 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, bis zu 4.180 € je Maßnahme, mehrere Berechtigte bis 16.720 €): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html ↩
- KfW, Antragsstopp 455-B vom 31.07.2026 (Stand: September 2026): https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html ↩
- KfW, Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen" (zinsgünstiges Darlehen bis 50.000 €, weiterhin offen): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/ ↩
- § 33 SGB V (Hilfsmittel der Krankenkasse): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__33.html ↩
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